Invest Stuttgart: Sie sind die größte Gefahr für Ihr Geld!
Invest 2017: Geldanlage in Eigenregie.
Foto: Andy Ridder für WirtschaftsWocheKathrin Eichler ist Vermögensverwalterin. Seit 2009 führt sie ihre eigene Gesellschaft, die Eichler & Mehlert Finanzdienstleistungen in Düsseldorf. Früher hat sie bei der Privatbank M.M. Warburg in der Kölner Niederlassung vermögende Privatkunden betreut, später das Private Banking in Hamburg geleitet. Sie weiß, wie reiche und weniger reiche Privatanleger ihr Geld anlegen. Und ihre Meinung ist klar: Auf eigene Faust anlegen, das geht schief.
Privatanleger machen vermeidbare Fehler
Eine Studie der Wirtschaftsprofessoren Andreas Hackethal und Steffen Meyer für das Magazin „Finanztest“ hat knapp 40.000 Wertpapierdepots von Direktbankkunden im Zeitraum von 2005 bis 2015 ausgewertet.
Das Ergebnis zeigt, dass die Anleger weit hinter den Wertzuwächsen des Gesamtmarktes liegen. Während eine Rendite von jährlich 8,7 Prozent realistisch gewesen wäre, kommen die Anleger nur auf einen Wertzuwachs von 3,1 Prozent. Mangelnde Finanzkenntnisse müssen nicht die Ursache sein. Zu Einbußen führen meist kurzfristiges Denken, Gier und Aktionismus. Die vier gängigsten Fehler sind leicht zu beheben. Wir stellen sie vor – und entsprechende Gegenstrategien.
Das Bild zeigt die Börse von Abu Dhabi. Hier handeln Privatanleger mit größeren Beträgen als in Deutschland.
Foto: REUTERSFehler 1: Mangelnde Streuung - Befund
Sie ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Geldanlage – dennoch vernachlässigen sie viele Anleger: die Risikostreuung. Wie die Studie zeigt, streuen Anleger ihre Wertpapiere zu wenig; die Aktienkonzentration ist höher als noch vor zehn Jahren. Eines der untersuchten Depots beinhaltet heute im Schnitt zwölf Aktien.
In Santiago de Chile bedient ein Mitarbeiter der chilenischen Zentralbank eine Sicherheitstür.
Foto: REUTERSFehler 1: Mangelnde Streuung - Folgen
Zwischen der Streuung und dem Chance-Risiko-Verhältnis besteht laut den Autoren ein klarer Zusammenhang. Selbst die relativ breit aufgefächerten Depots reichen nicht entfernt an das Verhältnis des Weltaktienindexes MSCI World heran.
In manchen Depots befindet sich nur eine einzige Aktie. Wenn diese auch noch ein spekulativer Titel ist, unterliegt das Depot enormen Kursschwankungen.
Am 24. Oktober 1929, dem „Schwarzen Donnerstag“ kommen Menschen vor der New York Stock Exchange zusammen.
Foto: APFehler 1: Mangelnde Streuung - Gegenmittel
Es ist leicht, ein breit gestreutes Depot aufzubauen: durch börsengehandelte Indexfonds (ETF). Sie beteiligen Anleger, je nach Art, an 1600 bis 2500 internationalen Aktien. Für Staatsanleihen gibt es ebenfalls ETFs.
Bestehende Depots umzubauen, ist nicht nicht ganz einfach. Anleger sollten sich von Verlustpositionen trennen. Ein Papier erst zu verkaufen, wenn es seinen einstigen Kaufpreis erreicht hat, ist irrational. Es sollten triftige Gründe für eine zu erwartende Wertsteigerung vorliegen.
Ein chinesischer Investor analysiert im August 2015 eine Kurstafel.
Foto: dpaFehler 2: Aktien-Picken - Befund
Der Fehler erinnert an das Muster von Sportwetten: Unerfreuliche Ergebnisse werden ausgeblendet, Erfolgserlebnisse übermäßig hochgehalten. Anleger sollten aber ausschließlich die langfristige Entwicklung des Gesamtdepots im Blick haben.
Oft suchen sie ihr Heil in einer Kombination aus Einzelaktien: Im Falle eines Missgriffs ist es eine beliebte Methode, die Position aufzustocken, um den durchschnittlichen Einstandspreis zu senken und von der erwarteten Erholung zu profitieren. Das kann jedoch auch weiteres Unheil anrichten: Das sogenannte Klumpenrisiko, eine Übergewichtung einzelner Anlagen im Depot, steigt. Private Anleger haben gegenüber Profis hier offenbar schlechtere Karten.
Das Foto vom 20. Oktober 1987 zeigt Händler in der Frankfurter Börse. Am 19. Oktober 1987 erlebte die Wall Street einen ihrer schwärzesten Tage.
Foto: dpaFehler 2: Aktien-Picken - Folgen
Vom Aktien-Picken betroffene Depots bringen nur 3,1 Prozent Rendite. Mit einer Indexmischung, die die durchschnittliche Vermögensaufteilung der Anleger widerspiegelt, hätten sie dagegen 8,7 Prozent erzielt.
Jeder fünfte Deutsche legt sein Geld in Fonds an. Diese werden von Fondsmanagern verwaltet, die das eingesammelte Geld in Aktien, Obligationen, Immobilien und andere Wertpapiere anlegen.
Foto: dpaFehler 2: Aktien-Picken - Gegenmittel
Aktien- und Renten-ETFs sind auch hier ein probates Mittel. Passionierte Zocker von einer solchen Strategie zu überzeugen, fällt manchmal schwer. Wer unbedingt eigenhändig zusammenstellen will, sollte zwingend auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung auf die wichtigsten Branchen achten.
Die USA gelten als Nation der Aktienbesitzer.
Foto: dpaFehler 3: Übermäßiges Handeln - Befund
Ein typischer Anleger verändert auf Jahressicht knapp ein Viertel seines Portfolios. Die aktivsten krempeln ihr Depot zweimal im Jahr komplett um. Das bringt nichts: Die eifrigen Händler erhalten die schlechteste Rendite. Übrigens auch, wenn man die Handelskosten abzieht.
Broker stehen am 25. Oktober 1929 zu Beginn der Weltwirtschaftskrise in der New Yorker Börse. Innerhalb weniger Tage verloren Millionen Amerikaner ihr Vermögen, die Panik griff weltweit auf die Börsenplätze über.
Foto: APFehler 3: Übermäßiges Handeln - Folgen
Kauf- und Verkaufskosten verringern die Rendite um annähernd ein Prozent. Dieser Wert steigt bei besonders aktiven Händlern deutlich (3,3 Prozent). Passivere kommen dagegen der Rendite des großen Index MSCI World nahe.
Händler der Investmentbank Lehman Brothers arbeiten in der New Yorker Börse am 17. Juni 2008 – drei Monate vor der Insolvenz.
Foto: dpaFehler 3: Übermäßiges Handeln - Gegenmittel
Wer vom Start weg auf weltweite Indexfonds setzt, hat in der Folge wenig Grund, sein Portfolio zu verändern. In schlechten Börsenzeiten muss die Verlusttoleranz allerdings strapazierfähig sein. Hektische Reaktionen machen die ausgegebene Taktik zunichte. Ein Logbuch kann helfen, die Transaktionssummen im Blick zu behalten.
Die Flamme eines Feuerzeuges beleuchtet eine Euro-Münze aus Griechenland. Wer Geduld bewahrt und sein Portfolio ausgewogen gestaltet, ist vor hohen Verlusten gefeit.
Foto: dpaFehler 4: Zu viel Deutschland - Befund
Die nachvollziehbare Einstellung, nur bekannte Unternehmen – also vornehmlich deutsche – ins Portfolio aufzunehmen, geht zulasten der Streuung. Während der Anteil deutscher Aktien im MSCI World drei Prozent beträgt, vertrauen in den untersuchten Depots 43 Prozent auf hiesige Aktiengesellschaften. Obwohl es leichter geworden ist, ausländische Aktien zu handeln, bleibt dieser Wert relativ konstant. Ein weiteres Problem ist die Zusammensetzung der deutschen Titel: Sie ist oft nicht repräsentativ für den Gesamtmarkt. Gängige Indizes schneiden hier besser ab.
Eine Gruppe von Menschen steht am 13. Juli 1931 vor der Darmstädter und Nationalbank (Danatbank) in Berlin. Die (im Zusammenhang mit den Turbulenzen bei Hypothekenbanken 2008 als Vergleich herangezogene) Bankenkrise von 1931 hat ihre Wurzeln in der Weltwirtschaftskrise von 1929 und dem damit verbundenen Börsencrash.
Foto: APProblem 4: Zu viel Deutschland - Folgen
Die Wertschwankungen steigen, das Ergebnis wird weniger berechenbar. Glück hatten die Anleger vor allem deutscher Titel vor allem dann, wenn der Markt hierzulande schlicht gut lief. Untersuchungen belegen, dass ein international ausgelegtes Portfolio ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis verspricht.
Auch Gold, hier ein Barren aus der chilenischen Nationalbank, stellt eine beliebte Anlageform dar.
Foto: ReutersFehler 4: Zu viel Deutschland - Gegenmittel
Als Beimischung sind deutsche Aktien sehr gut geeignet. Einen Anteil von 20 Prozent halten die Studienautoren noch für akzeptabel. Wer nur ein geringes Vermögen anlegen will, dem sei eine Kombination aus MSCI World und Dax-ETF empfohlen. Fünf bis zehn Titel aus verschiedenen Branchen sollten es schon sein.
Ein junger Russe spielt mit unechten US-Dollarscheinen – ein Werbegag, mit dem eine Vermögensberatung auf der Millionärsmesse in Moskau finanzstarke Kunden locken wollte.
Studien-Quelle: Finanztest
Foto: dpaEichler ist keine, die das nur aus Geschäftsinteresse sagt. Sie hat so ihre Erfahrungen gemacht. "Wer nicht ständig den Puls des Marktes fühlt, der hat kaum eine Chance, auf Dauer erfolgreich zu handeln", sagt Eichler mit Blick auf das immer schneller Geschehen an den Finanzmärkten. "Privatanleger sind mit dieser Herausforderung in der Regel überfordert." Sie hätten ihre Emotionen nicht im Griff, würden komplexe Strategien, etwa Alternativen zu Niedrigzinsen, nicht wirklich durchschauen.
Überforderte und überaktive Anleger
Wissenschaftler, die Geldanlage und deren konkrete Umsetzung und Erfolge in der Praxis untersuchen, haben eigentlich wenig für die meisten Produkte der Finanzindustrie und deren Verkäufer übrig. Vor allem deren hohe Kosten sind ihnen oft ein Dorn im Auge. Doch die Geldanlage auf eigene Faust sehen sie nicht als lohnende Alternative. Für die meisten sei die Geldanlage in Eigenregie eher eine Schnapsidee, sagt Sebastian Müller, Professor an der German Graduate School of Management and Law in Heilbronn. Anleger würden in der Praxis zu viel handeln, nicht ausreichend breit streuen und sich selbst völlig überschätzen. Sie versuchten, mit geschicktem Timing und der Auswahl aussichtsreicher Aktien den Markt zu schlagen. Und scheiterten damit meist.
Die Folgen sind verheerend. Die Wirtschaftsprofessoren Andreas Hackethal und Steffen Meyer haben jüngst für die Zeitschrift Finanztest die Transaktionen auf 40.000 Depots von Direktbankenkunden im Zeitraum 2005 bis 2015 untersucht. Ihre Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie groß der Schaden durch diese Fehler ist: Eigentlich hätten die Anleger fast neun Prozent Rendite pro Jahr erreichen können, da sie durchschnittlich etwa 80 Prozent Aktien und 20 Prozent Anleihen im Depot hatten. Dafür hätten sie einfach nur zwei breite, also weltweit anlegende, Indizes auf Aktien und Anleihen kaufen müssen.
Dank kostengünstiger Indexfonds ist das ein Kinderspiel. "Der Dax ist kein guter Index als Basis für einen Indexfonds, weil er zu klein und merkwürdig verzerrt ist. Ein weltweiter Index wie der MSCI World eignet sich da schon sehr viel besser als Aktienbaustein bei der Geldanlage", sagt Honorarberater Frerk Frommholz.
Clever gestreut und gut gemischt
Tatsächlich legten die Anleger aber einen Schwerpunkt auf deutsche Aktien, sprangen oft hin und her, was auch die Handelskosten in die Höhe trieb. Unterm Strich holten die Anleger daher nur gut drei Prozent Rendite heraus, trotz aller Zockerei. "Ich lasse Kunden, die etwas zocken wollen, nebenher mit einem kleinen Vermögensanteil ein Depot mit Spielgeld führen", berichtet Frerk Frommholz, Honorar-Finanzberater aus dem norddeutschen Jevenstedt. Er trete dann selbst mit einem Depot als Konkurrent an - und läge am Ende meist vorn.
Viele Anleger unterschätzten die Bedeutung von Anleihen. "Mit Anleihen lässt sich auch heute noch gutes Geld verdienen", meint Vermögensverwalterin Kathrin Eichler aus Düsseldorf. Sie findet zum Beispiel einige Nachranganleihen interessant. "Die werden Sie vom Bankberater aber nicht bekommen. Das ist denen zu riskant."
Dabei kann die Geldanlage in Eigenregie eigentlich gut gelingen. Die Voraussetzungen sind besser als früher: Über kostengünstige Indexfonds können Anleger ihr Vermögen heute problemlos weltweit auf Aktien und Anleihen verteilen. Und die Profis sind Privatanlegern mitnichten immer überlegen. Auch Fondsmanager machen oft die gleichen Fehler, überschätzen sich und können, zumindest auf Dauer, ihre Vergleichsindizes nicht schlagen.
"Anleger sollten ihre Rendite mal mit der eines breiten Index vergleichen. Das würde vielen, die auf eigene Faust Einzelaktien kaufen, die Augen öffnen", sagt Müller. Er hat mit dem Arero-Fonds einen kostengünstigen Fonds mitentwickelt, der weltweit in Aktien, Anleihen und Rohstoffe investiert. Dabei werden einzelne Regionen mit ihrem Anteil an der Weltwirtschaftsleistung gewichtet.
Strategie ist gefragt
Hilfreich für die selbstgemachte Geldanlage ist eine klare Strategie. Die gilt es durchzuhalten, möglichst unbeeinflusst von Emotionen. Damit das klappt, sollten Anleger sich erst einmal klar machen, was sie wollen: Wie lang können sie das angelegte Geld erübrigen? Wie viel Verlust können sie ertragen? Der beste Plan nützt nichts, wenn er bei den ersten Börsenturbulenzen wieder über den Haufen geworfen wird. Strategien, die Risiken gezielt senken, sind daher hilfreich. Sie sind nervenschonend. Und weil sie Verluste möglichst begrenzen, halten Anleger länger durch.
Gold gehört zu den begehrtesten, weil edlen und raren Elementen. Die Gründe dafür liegen im Kosmos, denn dort entsteht das Edelmetall. Allerdings nicht wie etwa Kohlenstoff oder Eisen in normalen Sternen durch Kernfusion, sondern nur durch extrem energiereichere Vorgänge, etwa die Kollision zweier Neutronensterne.
Foto: dpaBei diesen Fusionen verschmilzt neutronenreiches Material der Auswurfmasse, anschließend zerfallen die daraus hervorgegangenen Elemente wieder zu stabilen Kernen wie eben Gold. Bei einem solchen Ereignis, das Astronomen vor einigen Jahren beobachteten, entstand eine Menge Gold, die schätzungsweise zehnmal der Masse unseres Mondes entspricht.
Foto: dpaDie Weltproduktion an Diamanten reicht längst nicht mehr aus, um den Bedarf zu decken: 80 bis 90 Prozent aller Diamanten werden daher mittlerweile künstlich erzeugt. Sie kommen meist in der Industrie zum Einsatz, Schmuck macht den kleinsten Teil aus.
Die 20 Tonnen Naturmaterial stammen vor allem aus zwei Quellen: Zum einen aus den klassischen Minen, bei denen sogenannte Kimberlit-Schlote nahezu senkrecht in die Erde ausgebeutet werden – der Stein trägt die begehrten Diamanten.
Foto: dpaDie andere Quelle sind sogenannte Diamantseifen, die trotz ihres Namens nichts mit waschaktiven Substanzen zu tun haben. Vielmehr handelt es sich hier um eine besondere Form der Mineralanreicherung. Verwittert der Kimberlit, bleiben die Diamanten als extrem robuste Materialien übrig. An einigen Küsten wie in Namibia passiert dies auch in Strandnähe.
Wenn ankommende Wellen Material auf den Strand verfrachten, nimmt das zurückströmende Wasser die leichteren Körner wieder mit, während die harten Brocken, eben die Diamanten, im Sand oder Kies zurückbleiben und sich dort zu Diamantseife anreichern. „Seife“ stammt übrigens aus dem geologischen Sprachgebrauch und bezeichnet jede Art sekundärer Mineralanreicherung in Sedimenten.
Foto: Lempertz, KölnEin altes Flussbett bei Ratnapura, südöstlich von Sri Lankas Hauptstadt Colombo, ist das Eldorado für Edelsteinsucher. Seit 2000 Jahren schätzen Glückssucher die Region wegen ihrer relativ leicht zugänglichen Vorkommen an Saphiren, Rubinen und Granaten. Ursprünglich stammen sie aus dem angrenzenden Hochland, wo ihr Ausgangsgestein erodiert und von Niederschlägen in die Flussläufe gespült wurde. Dort lagerten sich die edlen Steine ab und wurden von jüngeren Sedimenten überdeckt. (Foto: dpa)
Foto: Handelsblatt2016 wurde hier einer der bislang größten Saphire der Welt ausgegraben und der Öffentlichkeit vorgestellt: Er wiegt 1404 Karat und ist schätzungsweise 90 Millionen Euro wert. Bei dem hier abgebildeten Stein handelt es sich um ein anderes Exemplar, das bei einer Versteigerung im Jahr 2008 „nur“ knapp drei Millionen Euro erbrachte. (Foto: dpa)
Foto: HandelsblattBislang besteht die wirtschaftliche Bedeutung des bolivianischen Salar de Uyuni in seinem touristischen Wert. Der riesige Salzsee im Altiplano der Anden lockt jedes Jahr zehntausende Touristen an, die die bizarre Salzpfanne bewundern. Doch der Salar besitzt noch einen weiteren Schatz, und der weckt industrielle Begehrlichkeiten: Er umfasst das weltweit vielleicht größte Vorkommen an Lithium – einem Metall, das etwa für Akkumulatoren von Elektroautos oder Smartphones gebraucht wird.
Foto: dpaIn der Erdkruste kommt das Element zwar sehr häufig vor, aber normalerweise nicht in abbauwürdigen Konzentrationen. Anders am Salar de Uyuni, wo insgesamt mehr als fünf Millionen Tonnen lagern sollen. Eine deutsche Firma ist seit 2015 an einem Pilotprojekt beteiligt, das als Basis für die zukünftige Förderung dienen soll.
Foto: APEiner der Rohstoffe, von denen man wohl nicht annehmen würde, dass er knapp werden könnte, ist Sand. Unbegrenzt scheinen die Vorräte, die in Wüsten, an Stränden oder am Meeresgrund liegen. Doch Sand ist nicht gleich Sand. Wichtig ist zum Beispiel seine Zusammensetzung oder seine Körnung. Zudem wird er in den unterschiedlichsten Branchen eingesetzt – in der Baubranche, zur Glas- oder Kosmetikherstellung, in der IT-Branche ebenso wie zur Herstellung v on Solarzellen. Und das lässt den Allerweltsstoff allmählich rar werden.
Foto: dpaWüstensand beispielsweise taugt nicht für die Betonproduktion, er ist zu glatt. Staaten wie Saudi-Arabien oder Dubai müssen daher das Material aus Australien oder anderen Regionen importieren. In Indonesien betreibt schon die Mafia vielerorts den lukrativen, aber zerstörerischen Abbau. Die Vereinten Nationen warnen bereits vor der Knappheit und ihren Folgen.
Foto: dpaSelbst mit reinen Aktieninvestments ist das möglich, wenn Anleger Zeit mitbringen, etwa bei der Altersvorsorge. Steigen sie dann nicht auf einen Schlag in den Markt ein und später wieder auf einen Schlag aus, ist schon viel gewonnen. Denn dabei wären die Anleger einem doppeltem Risiko ausgesetzt: Teuer zu kaufen. Und später billig verkaufen zu müssen. Denn allein der Einstieg mit regelmäßigen Sparraten schützt noch nicht vor Verlusten.
Das zeigt der Rückblick auf monatliche Sparpläne über 15 Jahre, mit denen Anleger kaufkraftbereinigt stets gleich hohe Raten in ein Dax-Investment, zum Beispiel über Indexfonds, eingezahlt hätten. Hätten sie damit im März 1988 oder April 1994 begonnen, hätten sie nach 15 Jahren keine oder sogar eine leicht negative Rendite erzielt. Klar, das waren die unglücklichen Ausnahmefälle. Aber sie kamen vor.
Sparpläne - besser in Raten aussteigen
Ratensparpläne senken nur das Risiko, teuer zu kaufen - weil der Einstieg verteilt über die ganze Spardauer erfolgt. Doch das Risiko, billig verkaufen zu müssen, bleibt. So war es auch hier: In beiden Fällen hätte der Ausstiegszeitpunkt die Rechnung vermiest. Im Frühjahr 2003 - also 15 Jahre nach März 1988 - fanden die Börsen nach dem Platzen der New-Economy-Blase ihren Boden. Im Frühjahr 2009 - 15 Jahre nach 1994 - erreichte die Finanzkrise ihren Höhepunkt und die Aktienkurse ihr Tief.
Wer stattdessen auch wieder in Raten aus Aktien aussteigt, der fährt besser. So hätte die Kombination aus einem 15-jährigen Ratensparplan und einem 25-jährigen Entnahmeplan, in Summe also eine Anlagestrategie über 40 Jahre, seit Anfang 1960 stets hohe Renditen gebracht. Erneut gehen wir von kaufkraftbereinigt gleich hohen Ein- und Auszahlungen im Verlauf der Zeit aus und investieren stets zu 100 Prozent in den Dax (samt Dividenden). Die Rendite der jeden Monat neu gestarteten Spar- und Entnahmepläne lag zwischen 5,7 und 9,9 Prozent pro Jahr. Im Schnitt über alle bereits beendeten Spar- und Entnahmepläne bei 8,6 Prozent. Der große Vorteil hier: Renditen unter 5,7 Prozent kamen nicht vor.
Gold senkt das Risiko
Über den Dax hätten Anleger wenigstens 30 verschiedene Aktien kombiniert, allerdings nur Aktien aus Deutschland. Auch wenn deutsche Unternehmen international vernetzt sind und damit natürlich auch stark vom Welthandel insgesamt profitieren, ist eine breitere Streuung durchaus sinnvoll. Die sollte sich nicht nur auf einen Mix an Ländern beschränken. Um auch Börsenschwankungen abfedern zu können, sollten Anleger neben Aktien auch andere Anlageklassen kaufen. So entwickelt sich der Goldpreis zum Beispiel häufig genau gegenläufig zum Aktienmarkt. Das können Anleger ausnutzen. Indem sie sich auch etwas Gold ins Portfolio legen, senken sie ihr Risiko.
Eine gut austarierte Mischung bietet zum Beispiel das von der WirtschaftsWoche mehrfach vorgestellte Mischdepot aus je 30 Prozent Aktien und Anleihen, 25 Prozent Gold und 15 Prozent Tagesgeld. Für den Aktienanteil eignen sich zum Beispiel Indexfonds auf den MSCI World-Index (wie ISIN LU0392494562), auf Euro-Unternehmensanleihen (wie IE0032523478), physisches Gold in Barren oder Münzen (alternativ Xetra Gold, DE000A0S9GB0) und Tagesgeld mit deutscher Einlagensicherung (derzeit zum Beispiel bei der Consorsbank, für Neukunden zu 0,8 Prozent Zins für sechs Monate).
Jedes Jahr werden die Depotanteile wieder auf das Ausgangsniveau gebracht (Rebalancing). So schützen Anleger sich selbst vor psychologischen Fallen: Angst, wenn eine Anlageklasse sich sehr schwach entwickelt. Oder Gier, wenn diese im Gegenteil extrem stark steigt. Schwach gelaufene Anlageklassen werden wieder aufgestockt, sodass eine folgende Kurserholung sich auszahlt. Stark gestiegene Anlageklassen werden wieder reduziert, sodass eine mögliche Trendwende den aufgelaufenen Gewinn nicht aufzehrt.
Im Rückblick hat sich das Konzept bewährt. Egal in welchem Jahr seit 2000 Anleger damit gestartet hätten: Sie wären bis jetzt auf Renditen zwischen 5,4 (bei Start im Jahr 2000) und 9,1 Prozent (bei einem Start 2016) pro Jahr gekommen. Im laufenden Jahr 2017 liegt das Mischdepot aktuell schon 3,5 Prozent vorn. Selbst auf Jahressicht hat das Mischdepot gut abgeschnitten. Einzig in den Jahren 2002 und 2008 haben Anleger mit ihm nennenswerte Verluste erlitten, von 5,5 beziehungsweise 8,5 Prozent. Aber auch das war kein Vergleich zu den Aktienmärkten, die in beiden Jahren über 30 Prozent verloren haben (MSCI World). Und die Verluste beim Mischdepot waren schon im Folgejahr wieder aufgeholt.
Zwar können die Erfolge der Vergangenheit nicht einfach in der Zukunft fortgeschritten werden, doch mit einem guten Plan sind die Startbedingungen für die erfolgreiche Anlage auf eigene Faust durchaus gut.