Gold: Warum die Gold-Nachfrage weiter steigen wird
Gold gehört zu den begehrtesten, weil edlen und raren Elementen. Die Gründe dafür liegen im Kosmos, denn dort entsteht das Edelmetall. Allerdings nicht wie etwa Kohlenstoff oder Eisen in normalen Sternen durch Kernfusion, sondern nur durch extrem energiereichere Vorgänge, etwa die Kollision zweier Neutronensterne.
Foto: dpaBei diesen Fusionen verschmilzt neutronenreiches Material der Auswurfmasse, anschließend zerfallen die daraus hervorgegangenen Elemente wieder zu stabilen Kernen wie eben Gold. Bei einem solchen Ereignis, das Astronomen vor einigen Jahren beobachteten, entstand eine Menge Gold, die schätzungsweise zehnmal der Masse unseres Mondes entspricht.
Foto: dpaDie Weltproduktion an Diamanten reicht längst nicht mehr aus, um den Bedarf zu decken: 80 bis 90 Prozent aller Diamanten werden daher mittlerweile künstlich erzeugt. Sie kommen meist in der Industrie zum Einsatz, Schmuck macht den kleinsten Teil aus.
Die 20 Tonnen Naturmaterial stammen vor allem aus zwei Quellen: Zum einen aus den klassischen Minen, bei denen sogenannte Kimberlit-Schlote nahezu senkrecht in die Erde ausgebeutet werden – der Stein trägt die begehrten Diamanten.
Foto: dpaDie andere Quelle sind sogenannte Diamantseifen, die trotz ihres Namens nichts mit waschaktiven Substanzen zu tun haben. Vielmehr handelt es sich hier um eine besondere Form der Mineralanreicherung. Verwittert der Kimberlit, bleiben die Diamanten als extrem robuste Materialien übrig. An einigen Küsten wie in Namibia passiert dies auch in Strandnähe.
Wenn ankommende Wellen Material auf den Strand verfrachten, nimmt das zurückströmende Wasser die leichteren Körner wieder mit, während die harten Brocken, eben die Diamanten, im Sand oder Kies zurückbleiben und sich dort zu Diamantseife anreichern. „Seife“ stammt übrigens aus dem geologischen Sprachgebrauch und bezeichnet jede Art sekundärer Mineralanreicherung in Sedimenten.
Foto: Lempertz, KölnEin altes Flussbett bei Ratnapura, südöstlich von Sri Lankas Hauptstadt Colombo, ist das Eldorado für Edelsteinsucher. Seit 2000 Jahren schätzen Glückssucher die Region wegen ihrer relativ leicht zugänglichen Vorkommen an Saphiren, Rubinen und Granaten. Ursprünglich stammen sie aus dem angrenzenden Hochland, wo ihr Ausgangsgestein erodiert und von Niederschlägen in die Flussläufe gespült wurde. Dort lagerten sich die edlen Steine ab und wurden von jüngeren Sedimenten überdeckt. (Foto: dpa)
Foto: Handelsblatt2016 wurde hier einer der bislang größten Saphire der Welt ausgegraben und der Öffentlichkeit vorgestellt: Er wiegt 1404 Karat und ist schätzungsweise 90 Millionen Euro wert. Bei dem hier abgebildeten Stein handelt es sich um ein anderes Exemplar, das bei einer Versteigerung im Jahr 2008 „nur“ knapp drei Millionen Euro erbrachte. (Foto: dpa)
Foto: HandelsblattBislang besteht die wirtschaftliche Bedeutung des bolivianischen Salar de Uyuni in seinem touristischen Wert. Der riesige Salzsee im Altiplano der Anden lockt jedes Jahr zehntausende Touristen an, die die bizarre Salzpfanne bewundern. Doch der Salar besitzt noch einen weiteren Schatz, und der weckt industrielle Begehrlichkeiten: Er umfasst das weltweit vielleicht größte Vorkommen an Lithium – einem Metall, das etwa für Akkumulatoren von Elektroautos oder Smartphones gebraucht wird.
Foto: dpaIn der Erdkruste kommt das Element zwar sehr häufig vor, aber normalerweise nicht in abbauwürdigen Konzentrationen. Anders am Salar de Uyuni, wo insgesamt mehr als fünf Millionen Tonnen lagern sollen. Eine deutsche Firma ist seit 2015 an einem Pilotprojekt beteiligt, das als Basis für die zukünftige Förderung dienen soll.
Foto: APEiner der Rohstoffe, von denen man wohl nicht annehmen würde, dass er knapp werden könnte, ist Sand. Unbegrenzt scheinen die Vorräte, die in Wüsten, an Stränden oder am Meeresgrund liegen. Doch Sand ist nicht gleich Sand. Wichtig ist zum Beispiel seine Zusammensetzung oder seine Körnung. Zudem wird er in den unterschiedlichsten Branchen eingesetzt – in der Baubranche, zur Glas- oder Kosmetikherstellung, in der IT-Branche ebenso wie zur Herstellung v on Solarzellen. Und das lässt den Allerweltsstoff allmählich rar werden.
Foto: dpaWüstensand beispielsweise taugt nicht für die Betonproduktion, er ist zu glatt. Staaten wie Saudi-Arabien oder Dubai müssen daher das Material aus Australien oder anderen Regionen importieren. In Indonesien betreibt schon die Mafia vielerorts den lukrativen, aber zerstörerischen Abbau. Die Vereinten Nationen warnen bereits vor der Knappheit und ihren Folgen.
Foto: dpaDie nüchterne Analyse: Im September 2011 erreichte der Goldpreis bei 1921 Dollar pro Feinunze sein Rekordhoch. „Raus aus Gold, rein in Aktien“ wäre damals eine weise Entscheidung gewesen. Denn US-Standardaktien legten gemessen am Aktienindex S&P 500 seither um mehr als 100 Prozent zu, während der Goldpreis, gemessen in Dollar, heute 35 Prozent tiefer steht.
Im Tief ging es mit dem Goldpreis gar runter bis auf 1046 Dollar Ende 2015. Anschließend setzte eine Gegenbewegung ein. Sie führte den Unzenpreis bis Juli 2016 auf 1375 Dollar. Seinen langfristigen Abwärtstrend konnte Gold jedoch letztlich nicht überwinden. Die Trendwende wurde vertagt, weil der Dollar zu einer Rally angesetzt hat und damit das passierte, was oft passiert: Steigt der Dollar, sinkt der Goldpreis.
Der Mechanismus dahinter: Gold, das keine Zinsen bringt, verliert an Attraktivität, wenn die Zinsen steigen – und umgekehrt. Steigende US-Zinsen – angeheizt durch das ausgabenfreudige Wahlprogramm des neuen US-Präsidenten Donald Trump – drückten den Goldpreis bis Dezember 2016 runter auf 1123 Dollar. Inzwischen hat er sich wieder berappelt, auf aktuell 1250 Dollar.
Wie geht es weiter? Lohnt es sich, auf einen steigenden Preis zu setzen?
Entscheidend ist der Realzins
Die Zinsen sind gestiegen, gemessen an der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen seit Juli 2016 von 1,36 auf zwischenzeitlich 2,60 Prozent (aktuell 2,35 Prozent). Doch auch die US-Inflation zog seither an, von 0,8 auf zuletzt 2,7 Prozent. Wer die offizielle US-Inflationsstatistik benutzt, landet real, also nach Abzug der Geldentwertung, aktuell bei minus 0,35 Prozent. Zinsanleger zahlen also kräftig drauf.
Gold bringt zwar keine Zinsen, verliert aber nicht schleichend an Gewicht. Ein Kilobarren wiegt auch nach einem Jahr noch 1000 Gramm. Dass die Entwicklung der Realzinsen den Goldpreis maßgeblich bestimmt, ließ sich gut nach der Finanzkrise beobachten. Zwischen Juli 2009 und September 2011 fiel die reale Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen von plus 5,6 Prozent auf ein Rekordtief von minus 1,7 Prozent. In dieser Phase verdoppelte sich der Goldpreis und erreichte sein Rekordhoch nahezu zeitgleich mit dem Tief der Realrendite. Anschließend drehte der Trend. Die Realrenditen zogen an, und der Goldpreis schwenkte ein in einen langfristigen Abwärtstrend. Seit Ende 2015 fällt die Realrendite wieder – gut für Gold.
Richtig. Der nachlassende Basiseffekt beim Ölpreis dürfte die Inflation in den nächsten Monaten bremsen. Das bedeutete bei stagnierenden oder steigenden Nominalrenditen entsprechend steigende Realrenditen. Das wäre gewiss negativ für Gold. Wahrscheinlicher aber ist, dass die nominalen Anleiherenditen bei nachlassendem Inflationsdruck ebenfalls nachgeben und so die Realrenditen unten bleiben.
Silber könnte den Weg weisen
Auf lange Sicht könnte die Inflation trotzdem zum dominierenden Thema werden. Anders als Gold, das vor allem gehortet wird, wird Silber in größeren Mengen in der Industrie verarbeitet. Deshalb reagiert der Silberpreis sensibler auf Veränderungen des allgemeinen Preisniveaus. Silber gilt darum als klassisches Inflationsmetall.
Platz 3
Name: Big Phil
Herkunft: Österreich
Durchmesser: 37 Zentimeter
Dicke: 2 Zentimeter
Gewicht: 31 Kilogramm
Der Wiener Philharmoniker zählt zu den beliebtesten Goldmünzen bei Anlegern. Während die reguläre Münze in einer Unze einen Nennwert von 100 Euro besitzt, wurde der große Bruder mit einem Nennwert von 100.000 Euro geprägt.
Foto: WirtschaftsWocheNennwert: 100.000 Euro
Materialwert: 1,1 Millionen Euro
geprägte Exemplare: 15
Zum 15. Jubiläum des Wiener Philharmonikers ließ die Österreichische Nationalbank OeNB 2004 über ihre Tochter Münze Österreich 15 Exemplare der Riesenmünze anfertigen. Eine davon ist in der Dauerausstellung im Geldmuseum der OeNB zu sehen.
Foto: WirtschaftsWochePlatz 2
Name: Big Maple Leaf
Herkunft: Kanada
Durchmesser: 53 Zentimeter
Dicke: 3 Zentimeter
Gewicht: 100 Kilogramm
Im Jahr 2007 prägte die Royal Canadian Mint eine noch größere Münze als die Big Phil aus Österreich. Auf diesem Foto ist Big Maple Leaf bei einer Ausstellung während der Olympischen Winterspiele in Vancouver 2010 zu sehen. Ein Exemplar dieser Münze, deren Rückseite mit Ahornblättern verziert ist, wurde vor anderthalb Jahren aus dem Bode-Museum in Berlin gestohlen. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen vier junge Männer im Alter von 20, 21 und 23 Jahren erhoben. Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass die Münze zerteilt und verkauft wurde.
Foto: REUTERSNennwert: 1 Million Kanadische Dollar
Materialwert: 3,7 Millionen Euro
geprägte Exemplare: 5
Auf diesem Bild hieven Mitarbeiter im Auktionshaus Dorotheum die Big Maple Leaf auf ihr Podest. Bei der Versteigerung im Jahr 2010 wechselte die Münze für 3,27 Millionen Euro ihren Besitzer, etwas über dem damaligen Materialwert von gut drei Millionen Euro.
Die Vorderseite der Münze ziert ein Portrait der britischen Königin Queen Elizabeth II. Sie besitzt eine der fünf hergestellten Münzen.
Foto: dpaPlatz 1
Name: One Tonne Australian Kangaroo
Herkunft: Australien
Durchmesser: 80 Zentimeter
Dicke: 12 Zentimeter
Gewicht: 1000 Kilogramm
Laut Guinness Buch der Rekorde seit 2012 die größte Goldmünze der Welt. Im Vordergrund ist eine reguläre Goldmünze des Australian Kangaroo zu sehen (eine Unze) und dahinter die wagenradgroße Rekordmünze, die aus einer Tonne feinstem Gold besteht.
Foto: dpaNennwert: 1 Million Australische Dollar
Materialwert: 37 Millionen Euro
geprägte Exemplare: 1
2011 stellte die Perth Mint eine einzige Riesenmünze her, die Besucher nun in einer Dauerausstellung der Prägeanstalt besichtigen können. In einem Video dokumentiert Perth Mint die aufwendige Produktion. Anfang 2014 konnten deutsche Journalisten und Besucher die Münze bei einer Ausstellung in Stuttgart ansehen. Wie beim Big Maple Leaf ziert ein Portrait der Queen die Vorderseite.
Foto: dpa
Die so genannte Gold-Silber-Ratio zeigt an, wie viel Unzen Silber eine Unze Gold kostet. Die Kennzahl lässt sich einfach ermitteln, indem der aktuelle Goldpreis in Dollar durch den Silberpreis geteilt wird. Über die absolute Preisentwicklung beider Metalle sagt die Kennzahl zwar nichts aus. Erreichte die Gold-Silber-Ratio in der Vergangenheit aber die Schwelle von 80, stellte sich dies in der Rückschau oft als wichtiger Wendepunkt heraus. Denn anschließend lief Silber nicht nur relativ besser als Gold, sondern beide Metalle legten auch absolut kräftig zu. Eine fallende Gold-Silber-Ratio erhöht demnach auch die Wahrscheinlichkeit für einen Bullenmarkt in Gold. Das deutet sich jetzt wieder an.
Fragt man die Deutschen nach attraktiven Anlageformen, sind sie sich weitgehend einig: Das Eigenheim, die betriebliche Altersvorsorge und Gold. Trotzdem setzt das Gros immer noch auf renditearme Sparbücher, Tages- und Festgeldkonten, wie das Investmentbarometer der GfK zeigt. Hier erfahren Sie, wie groß die Diskrepanz zwischen Einschätzung und Umsetzung ausfällt.
Zur Studie: Seit 1999 untersucht das GfK-Investmentbarometer, wie sich Privatanleger in den USA und Europa verhalten. Für die aktuelle Studie haben die Konsumforscher im November 2016 in Deutschland, den USA, Italien, Frankreich und Großbritannien rund 5000 Menschen danach befragt, welche Finanzanlagen die Menschen besitzen und wie attraktiv sie verschiedene Sparmöglichkeiten und Finanzprodukte finden. Allein in Deutschland wurden 2000 Menschen befragt.
Foto: dpaRang 1: Immobilien
Die attraktivste Form der Geldanlage ist für die Deutschen die eigene Immobilie. 76 Prozent der Befragten gaben an, dass Investitionen in eine private Wohnung oder ein Haus attraktiv oder sehr attraktiv seien. De facto haben hierzulande aber nur 46 Prozent ihr Geld in eine Immobilie investiert. Auch für die Franzosen, Italiener und Briten sind Immobilien die attraktivste Form der Geldanlage.
Foto: dpaRang 2: Betriebliche Altersvorsorge
Um sich auf dem Altenteil nicht auf die gesetzliche Rente verlassen zu müssen, sorgen Millionen Bundesbürger vor. Die beliebteste Form: die betriebliche Altersvorsorge, auf die seit 2002 jeder Arbeitnehmer qua Gesetz Anspruch hat. Arbeitnehmer können einen Teil ihres Gehalts oder Sonderzahlungen als Beiträge in ihre betriebliche Altersvorsorge einzahlen. Der Arbeitgeber wiederum legt diesen Betrag für die Arbeitnehmer an – der Arbeitnehmer spart zudem Steuern und Sozialabgaben. 42 Prozent der Befragten gab an, die betriebliche Altersvorsorge für attraktiv oder sehr attraktiv zu halten. Die Realität zeigt: Aktuell nutzt sie nicht einmal jeder Fünfte. Nur 18 Prozent sind es.
Foto: obsRang 3: Gold
Gold gilt vor allem in unsicheren Zeiten als sichere Anlageform. 38 Prozent der Deutschen finden es als Anlageform attraktiv. Allerdings sind es nur 6 Prozent, die ihr Geld wirklich in Gold anlegen – nirgendwo ist die Diskrepanz zwischen Ideal und Realität so groß.
Foto: REUTERSRang 4: Bausparvertrag
Der Bausparvertrag ist insbesondere bei den Deutschen beliebt – was laut den Autoren das Bedürfnis der Deutschen nach sicheren Anlagen unterstreicht. 32 Prozent geben an, Bausparen attraktiv oder sehr attraktiv zu finden – und 29 Prozent legen ihr Geld auch wirklich so an.
Foto: dpaRang 5: Private Rentenversicherung
Die private Rentenversicherung sagt immerhin 28 Prozent der Deutschen als Form der Geldanlage zu. 21 Prozent der Befragten sorgen tatsächlich privat für ihre Rente vor.
Foto: dpaRang 6: Private Kapitallebensversicherung
Die private Kapitallebensversicherung ist eine Kombination aus Kapitalaufbau und Hinterbliebenenschutz. 21 Prozent der Befragten empfindet sie als eine attraktive Geldanlage – genauso viele legen einen Teil ihres Geldes auch dort an.
Foto: dpaRang 7: Aktien
Trotz der Präferenz der Deutschen zur sicheren Geldanlagen werden Aktien immer beliebter. 20 Prozent der Deutschen finden es attraktiv, einen Teil ihres Vermögens in Aktien zu investieren – immerhin 12 Prozent handeln auch entsprechend.
Foto: dpaRang 8: Investmentfonds
Ebenfalls 20 Prozent sprechen sich für Investmentfonds als attraktive Geldanlage aus. 15 Prozent legen ihr Geld auch de facto entsprechend an.
Foto: gmsRang 9: Tagesgeldkonto
Das Tagesgeldkonto gilt immerhin noch 18 Prozent der Deutschen als attraktive Form der Geldanlage. Der Anteil derer, die ein Tagesgeldkonto führen ist deckungsgleich.
Foto: WirtschaftsWocheRang 10: Zu Hause sparen
Die Großmutter, die ihr gesamtes Ersparnis unter der Matratze aufbewahrt, entspricht nicht nur einem Klischee. 18 Prozent der Deutschen halten es für attraktiv, ihr Geld daheim zu lagern. 23 Prozent verfahren sogar so.
Foto: dpaRang 11: Festgeldkonto
Das Festgeldkonto ist für 17 Prozent der Befragten eine attraktive Geldanlage. 12 Prozent besitzen eines.
Foto: WirtschaftsWocheRang 12: Festverzinsliche Wertpapiere
15 Prozent der Befragten gibt an, festverzinsliche Wertpapiere attraktiv zu finden. Aber nur vier Prozent der Befragten haben tatsächlichen Anleihen und Co. im Depot.
Foto: WirtschaftsWocheRang 13: Sparplan
Den Sparplan halten immerhin noch 14 Prozent für eine attraktive Anlageform. 9 Prozent haben wirklich einen.
Foto: WirtschaftsWocheRang 14: Fondsgebundene Lebensversicherung
13 Prozent der Befragten empfinden fondsgebundene Lebensversicherungen als eine gute Geldanlage. De facto investieren aber nur vier Prozent in eine solche Versicherung.
Foto: dpaRang 15: Sparbuch
In Zeiten des Niedrigzinses hat das Sparbuch stark an Beliebtheit eingebüßt. Nur noch 12 Prozent der Deutschen halten es für attraktiv – trotzdem haben noch 40 Prozent ein entsprechendes Sparbuch. Allerdings nimmt die Nutzung mehr und mehr ab.
Foto: dpaRang 15: Sparbrief
Die unattraktivste Anlageform in Deutschland ist der Sparbrief (10 Prozent). Nur 6 Prozent der Deutschen haben ihr Geld in einem solchen angelegt.
Foto: gmsZwischen Dezember 2008 und Mai 2011 fiel die Gold-Silber-Ratio von über 80 auf 32. Der Silberpreis selbst legte in diesem Zeitraum um gut 400 Prozent zu, von unter 10 auf fast 50 Dollar pro Unze. Der Goldpreis schaffte immerhin 170 Prozent Plus. Hohe Inflation wurde damals in aller Welt erwartet, weil die US-Notenbank Fed für Hunderte Milliarden Dollar Wertpapiere aufkaufte (Quantitative Easing, QE). Doch die Inflation kam dann nicht. Zwischen 2012 und 2016 bewegte sich das Verhältnis zwischen Gold und Silber dann wieder nach oben.
Anfang 2016 erreichte die Gold-Silber-Ratio aber wieder Werte von über 80. Inzwischen ist die Ratio aus dem Aufwärtstrend nach unten ausgebrochen. Ein neuer Abwärtstrend der Gold-Silber-Ratio signalisierte demnach positive Aussichten für Gold und Silber – und vermutlich wieder einen Anstieg der Inflationserwartungen.
Auch die Aufwärtsdynamik des Dollar hat zuletzt nachgelassen. US-Präsident Trump gibt zwar den starken Mann, einen starken Greenback will er aber nicht: „Ein starker Dollar klingt besser, als er in Wirklichkeit ist“, sagt er. Ein schwacher Dollar wäre gewiss ein Treiber für den Goldpreis. Allerdings gilt diese Gesetzmäßigkeit nicht immer: In diesem Jahr häuften sich Tage, an denen der Goldpreis gemeinsam mit dem Dollar anzog. Aus Sicht eines Goldanlegers, der in Euro abrechnet, ist diese Konstellation doppelt erfreulich.
Ohnehin fallen seit Jahren die Aufwärtsschübe des Goldpreises in Euro oft zusammen mit einer Schwächephase des Euro gegenüber dem Dollar. Das passiert immer dann, wenn die Euro-Krise hochkocht, etwa 2012, als nur noch Mario Draghis berühmte Worte, er werde alles tun, um den Euro zu erhalten – „whatever it takes to preserve the Euro“– die Einheitswährung vor dem Aus bewahrte. Gold in Euro erreichte sein Rekordhoch 2012, fast genau ein Jahr nach dem Top in Dollar.
Gold ist ein Wohlstandsmetall
Historisch wanderte Gold immer aus Regionen ab, in denen der Wohlstand abnimmt, dorthin, wo der Wohlstand wächst. Tatsächlich waren in den vergangenen Jahren Asiaten, vor allem Chinesen und Inder, die großen Käufer. Wenn in den beiden wichtigsten Nachfrageländern, auf die in den vergangenen Jahren etwa die Hälfte der globalen Goldnachfrage entfallen ist, die Wirtschaft abflaut, sich Konsumgewohnheiten ändern oder regulatorisch Einschneidendes passiert, dann spürt das auch der Goldmarkt. So wie 2016: In China etwa ging der Trend bei Hochzeitsringen vom 24-Karäter mit 99,9 Prozent Feingehalt zum 18-Karäter mit nur 75 Prozent Feingehalt. Der geringere Goldanteil im Schmuck senkt entsprechend die verkaufte Goldmenge. Allerdings: Dafür greifen die chinesischen Anleger wieder vermehrt nach Barren und Münzen. Das sorgt für einen gewissen Ausgleich. Insgesamt aber schrumpfte die Goldnachfrage in China 2016 um sieben Prozent auf 914 Tonnen.
Die chinesische Investmentnachfrage dürfte in Zukunft jedoch weiter zulegen. Dafür sorgen die wachsenden Einkommen in der chinesischen Mittelschicht und schlicht ein Mangel an Anlagealternativen. So erschweren etwa die Behörden in China den Kauf von Immobilien nach dem steilen Anstieg der Immobilienpreise in einigen Ballungszentren. Hinzu kommen die Sorge vor einer weiteren Abwertung der heimischen Währung Renminbi sowie strengere Auflagen für den Kapitaltransfer ins Ausland. Geld könnte deshalb jetzt vermehrt an die chinesischen Festlandbörsen fließen– und in Goldanlagen.
In Indien ist die Goldnachfrage im vergangenen Jahr zwar scharf eingebrochen um gut ein Fünftel auf 676 Tonnen, der tiefste Wert seit 2009. Doch das dürfte ein einmaliger Effekt gewesen sein. Die Bekämpfung der Korruption im Land – auch beim Golderwerb – ist Teil des strammen Reformkurses, den die indische Regierung unter Premierminister Narendra Modi eingeschlagen hat. So wurden etwa die zwei größten Banknoten aus dem Verkehr gezogen. Diese hatte Modi am 8. November 2016 für ungültig erklärt.
Auf kurze Sicht hat die temporäre Bargeldknappheit den indischen Goldmarkt nahezu lahm gelegt. Vor allem die indische Landbevölkerung, die häufig kein eigenes Bankkonto besitzt und Goldkäufe daher bar tätigt, fehlten vorübergehend die Mittel zum Goldkauf. Inzwischen aber ist der Umtausch von 22 Milliarden Geldscheinen, 86 Prozent des Bargeldumlaufs, nahezu abgeschlossen.
Auf lange Sicht wird die Reformpolitik Modis gar für einen wohlstandbedingten Schub der indischen Goldnachfrage sorgen. Neben der ohnehin positiven Demografie im Land –die Anzahl der Beschäftigten in der Altersgruppe der 15– bis 59-Jährigen wird sich in Indien bis zum Jahr 2050 schätzungsweise von aktuell 674 Millionen auf gigantische 940 Millionen erhöhen – verbessern sich die Rahmendaten zusehends. Den bisher größten Wurf landete Premier Modi mit einer einheitlichen Mehrwertsteuer. Die Angleichung – bisher erhoben Teilstaaten unterschiedliche Sätze – wird die Integration des gewaltigen Binnenmarktes vorantreiben, den Wettbewerb fördern und Verbrauchern günstigere Produkte bescheren.
Wachstumsfördernd wirken sich ebenfalls Investitionen in die ländliche Infrastruktur sowie geplante steuerliche Entlastungen für kleine und mittelgroße Unternehmen aus. Der positive Ausblick spiegelt sich inzwischen auch in der indischen Landeswährung Rupie. Sie hat nach einem fast sechsjährigen Abwärtstrend und einer einjährigen Bodenbildungsphase gegenüber Dollar und Euro jetzt nach oben gedreht.
Wachsende Einkommen gepaart mit einer aufwertenden Heimatwährung stärkt die Kaufkraft der traditionell goldaffinen Inder.
Neuer Goldstandard
Auch Finanzinvestoren kehren wieder zurück in die mit physischen Barren besicherten Goldfonds. Nach Abflüssen im vierten Quartal 2016 verzeichnen die vom Börsendienst Bloomberg erfassten Fonds jetzt wieder Mittelzuflüsse. Aktuell horten die Fonds 59 Millionen Unzen. Das ist immer noch 30 Prozent weniger als beim Rekordhoch 2012. Aber es ist gut denkbar, dass es in den kommenden Jahren wieder in alte Bestandshöhen geht. Grund: Ein neuer Goldstandard eröffnet 1,6 Milliarden Muslimen jetzt einen besseren Zugang zum Goldmarkt. Die Prüfungs- und Rechnungslegungsorganisation für islamische Finanzinstitute (Accounting and Auditing Organisation for Islamic Financial Institutions, AAOIFI) führte im Dezember 2016 den Scharia-Goldstandard ein. Mit diesem Standard wurden erstmals spezifische Regeln für den Einsatz von Gold als Anlage in der islamischen Finanzbranche festgelegt.
Bisher war es unklar, ob es islamischen Haushalten erlaubt ist, in Gold zu investieren. Wer zuvor Gold besitzen wollte, dem war dies nur in Form von Goldschmuck gestattet. Jetzt haben sie die Möglichkeit, auch in Goldbarren, Goldmünzen, Goldminenaktien oder eben in börsennotierte Goldfonds zu investieren. Sollten nur zwei Prozent der Vermögenswerte, die von islamischen Finanzinstituten gehalten werden, in Scharia-konforme Goldanlagen fließen, bedeutete das eine zusätzliche Goldnachfrage von 38 Millionen Unzen im Gegenwert von derzeit 48 Milliarden Dollar.