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Luxus-Investments Nichts wächst im Wert so schnell wie Whisky

Quelle: imago images

Luxus und Geldanlage in einem: Oldtimer, Kunst oder Münzen sind seit Ausbruch der Finanzkrise als alternative Anlagen gefragt. Doch kein Luxus-Investment hat sich mehr gelohnt als Whisky. Diese Single Malts sind begehrt.

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Stolze 3700 Euro kostet ein Glas – nur zwei Zentiliter der goldenen Flüssigkeit zehren locker ein durchschnittliches Bruttomonatsgehalt auf. Der Käufer des besonders seltenen Single Malt Whiskys aus der schottischen Traditionsdestillerie Macallan hat aber offenbar deutlich mehr Geld auf der hohen Kante, denn auf einer Auktion von Christie's zahlte er für die ganze Flasche umgerechnet fast 1,4 Millionen Euro. Der sündhaft teure Macallan wurde 1926 gebrannt und erst nach 60 Jahren Fassreifung abgefüllt. Insgesamt gab es davon nur zwölf Flaschen, jede einzelne von einem Künstler gestaltet. Erst im September 2018 waren zwei Flaschen der gleichen Serie für 856.000 und 930.000 Euro versteigert worden. Wie viele der zwölf Flaschen noch existieren, ist unbekannt.

Nahezu jährlich fallen alte Rekordmarken, wenn die Auktionshäuser besonders rare Single-Malt-Whiskys versteigern. Dabei entstammt ein Single Malt immer nur einer einzigen Destillerie, Jahrgänge und verschiedene Fassreifungen dürfen sie aber kombinieren. Und mit dieser Exklusivität haben sich Whisky-Raritäten zur ertragreichsten Anlage unter den Luxus-Sammelobjekten entwickelt.

40 Prozent in einem Jahr

Eine Studie der Immobilienberatungsgesellschaft Knight Frank hat Juwelen, Briefmarken, antike Möbel, Oldtimer, Juwelen, Luxusarmbanduhren, Kunst, Wein, Münzen und eben Whisky unter dem Aspekt der Wertentwicklung miteinander verglichen. Der zumeist aus Schottland oder Japan stammende Gerstenbrand wurde erstmals in den Vergleich aufgenommen, chinesisches Porzellan hat Knight Frank dafür aus der Studie verbannt. Das überraschende Ergebnis: Seltener Whisky hat sich im Wert sogar besser entwickelt als Kunst, der Top-Performer des Vorjahres. Der eigens entwickelte Index der 100 begehrtesten Flaschen aus schottischer Produktion stieg im vergangenen Jahr um satte 40 Prozent im Wert und verwies Münzen (plus zwölf Prozent) sowie Kunst und Wein (beide plus neun Prozent) auf die Plätze.

Ein ähnliches Bild ergibt der Zehnjahresvergleich: Die Single-Malt-Raritäten haben in dieser Zeit einen Wertzuwachs von 582 Prozent erfahren – nahezu eine Versechsfachung. Die zweitbeste Luxusanlage waren Autos – insbesondere Oldtimer – mit einem Plus von 258 Prozent, gefolgt von Münzen (plus 193 Prozent) und Briefmarken (plus 189 Prozent). Die schlechteste unter den verglichenen Anlagen waren antike Möbel, die über zehn Jahre betrachtet knapp ein Drittel ihres Wertes einbüßten.

Interessierten Anlegern stellt sich da die Frage, ob die Wertsteigerung bei Whisky nicht bereits am Ende der Fahnenstange angelangt ist. „Der atemberaubende Preisanstieg bei seltenen Single-Malt-Whiskys zeigt, dass der Bedarf an neuen, alternativen Anlageklassen bei wohlhabenden Anlegern nach wie vor hoch ist“, sagt Andrew Shirley, einer der Autoren der Studie.

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