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Nach dem Tod der britischen KöniginWas taugen Queen-Münzen als Geldanlage?

Die britische Münzprägeanstalt Royal Mint hat zahlreiche Münzen mit der Queen herausgegeben. Nach ihrem Tod ist der Ansturm auf die Sammelstücke groß. Eine gute Geldanlage sind sie allerdings trotzdem nicht.Saskia Littmann 09.09.2022 - 10:10 Uhr

Sammlermünze zum 70. Thronjubiläum der Queen

Foto: dpa

Platz 372 in der Warteschlange. Wer am Tag nach dem Tod von Queen Elizabeth II. die Webseite von Royal Mint besuchen will, der Münzprägeanstalt des britischen Königreiches, muss Geduld mitbringen. Aufgrund des Todes der Königin herrsche ein großer Ansturm, heißt es auf der Seite.

Wer die Wartezeit überbrückt hat, findet zunächst ein schwarz-weißes Konterfei der Queen, auch Royal Mint drückt seine Anteilnahme über deren Tod aus. Im Shop finden sich zahlreiche Münzen mit einem Bild der Queen. Oft ist darauf nur ihr Gesicht zu sehen, teilweise sieht man sie reitend zu Pferd. Erst anlässlich ihres 70. Thronjubiläums, das Anfang Juni gefeiert wurde, brachte Royal Mint die letzte Queen-Münze auf den Markt. Es war eine Gedenkmünze, die erstmals die Unterschrift der Monarchin ziert.

Während die einfachste Variante mit 13 Pfund, umgerechnet knapp 15 Euro, vergleichsweise günstig ist, hat Royal Mint deutlich teurere Sammelmünzen im Angebot. Die teuerste unter ihnen kostet aktuell umgerechnet immerhin rund 4115 Euro: eine goldene Fünf-Pfund-Münze zu Ehren des 200. Todestages von Lord Nelson, dem Admiral, der bei der Schlacht von Trafalgar England gegen Napoleon verteidigte und dabei selbst ums Leben kam. Während vorne der Admiral zu sehen ist, prangt auf der Rückseite der nur 1760-mal ausgegebenen Münze das Antlitz der Queen.

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Lässt sich mit solchen Sammelmünzen Geld verdienen? Tatsächlich tummeln sich bei Ebay Kleinanzeigen seit Donnerstagabend auffallend viele Angebote zur Queen. Um 0:44 Uhr etwa hat jemand einen lebensgroßen Pappaufsteller der Königin in das Portal gestellt. 40 Euro soll die Papp-Queen kosten. Auch zahlreiche Münzen finden sich unter den Angeboten. Bei den meisten handelt es sich um kanadische Münzen oder um Sonderausführungen wie die zum 70. Thronjubiläum. Viel mehr als 50 Euro, so scheint es, lässt sich damit aber nicht verdienen.



Das sieht auch Mauritius Faber so. Er ist Münz-Experte, sogenannter Numismatiker, und leitet die gleichnamige Abteilung beim Auktionshaus Dr. Reinhard Fischer. Das Unternehmen ist auf Auktionen für Briefmarken und Münzen spezialisiert. Die moderne Numismatik, sagt Faber, sei bis auf wenige Ausnahmen „eher schwach“. Normalerweise sei die Auflage bei derartigen Sammelmünzen, wie sie eben auch Royal Mint herausgebe, viel zu hoch. „Selbst wenn von einer Edition nur 2000 Münzen ausgegeben werden, ist das immer noch viel zu viel, um damit einen richtigen Wertzuwachs zu erreichen“, sagt Faber. Damit eine Münze über die Jahre tatsächlich deutlich im Wert steigt, dürften nur ein paar Hundert Exemplare davon ausgegeben werden. Das ist bei der Unterschriften-Münze sicher nicht der Fall.

„Neuerscheinungen sind in der Regel teurer“, sagt Experte Faber. Das gilt eben auch für Sammlerstücke, die Royal Mint verkauft. Günstiger sei es für Anleger, sagt Faber, wenn sie diese Münzen zum reinen Materialwert oder nach einiger Zeit auf dem Sekundärmarkt kaufen können. „Da macht man nichts falsch.“ Dafür seien zum Beispiel die Auktionsplattform Ebay oder etablierte Münzauktionshäuser kein schlechter Markt.

Generell hängt der Wert von Sammelmünzen neben ihrer Anzahl auch vom Material ab. Oft gibt es sie in unterschiedlichen Varianten, etwa in Gold, Silber und Nickel.

Wer sich also anlässlich ihres Todes eine Queen-Münze kauft, sollte das lieber nur aus Liebhaberei machen, und weniger als Geldanlage.

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