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Nuri-InsolvenzDie Fintech-Dämmerung hat begonnen

Mit der Kryptobank Nuri hat das erste bedeutende deutsche Fintech Insolvenz angemeldet. Die Pleite ist eine Warnung für die gesamte Szene. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Philipp Frohn 10.08.2022 - 10:20 Uhr

Nach Nuri-Pleite: Krypto-Fintechs geraten ins Wanken.

Foto: imago images, WirtschaftsWoche

Am Ende ging alles ganz schnell: Nachdem die Kryptobank Nuri bis zuletzt um weitere Investorengelder gerungen hatte, musste sie am Dienstag Insolvenz anmelden. Eine halbe Millionen Kunden sind von der Pleite der Berliner Neobank betroffen. Sonderlich überraschend kam die Nachricht der Insolvenz nicht, Nuri hatte schon länger mit Problemen gekämpft. Vor allem der Kurseinbruch bei Kryptowährungen wie dem Bitcoin und die Pleite des US-Partners Celsius Network – ein Krypto-Kreditplatz – haben Nuri letztlich kollabieren lassen. Wie es weitergeht, ist bislang unklar.

Lesen Sie auch: Die Nuri-Pleite trifft eine halbe Millionen Kunden – wie kam es dazu?

Sicher, die globale Fintech-Ökonomie wird nicht morgen zusammenbrechen. So hat das Berliner Start-up Unstoppable Finance, das im Bereich DeFi (Decentralized Finance, also dezentralisierte Finanzmärkte) tätig ist, wenige Stunden nach der Nuri-Pleite eine Finanzierungsrunde in Höhe von 12,5 Millionen Dollar bekanntgeben. Dennoch: Für Fintechs wird es schwieriger, an Geld zu kommen. 

Mit Nuri ist das erste bedeutende deutsche Fintech pleitegegangen. Die Insolvenz des Berliner Start-ups ist eine Warnung für die gesamte Szene. Nach Jahren des Wachstums – angetrieben durch eine Lockdown-gelangweilte Armada von Börsenneulingen und der Ära billigen Geldes – endet die sorglose Fintech-Zeit.

Die Zinswende belastet das Geschäft von Fintechs gleich doppelt: Zum einen ziehen sich immer mehr Anleger aus riskanten Assets zurück, insbesondere aus den sehr schwankungsanfälligen Kryptowährungen. Sichere Anlagen wie beispielsweise Staatsanleihen werden attraktiver. Zum anderen verteilen Wagniskapitalgeber ihre Millionen nicht mehr so großzügig, seit die Notenbanken zur Bekämpfung der Inflation Fremdkapital teurer machen. Die Stimmung am Venture-Capital-Markt hat sich eingetrübt.

Die Fintech-Dämmerung hat begonnen. Smartphone-Broker wie Trade Republic und Robinhood aus den USA und Kryptobörsen wie Coinbase, Crypto.com und Bitpanda haben bereits Entlassungswellen angekündigt, trennen sich teilweise von einem Viertel ihrer Belegschaft. Die Unternehmen sind keine Klitschen, sondern führende Fintechs am Markt. Ihre Ankündigungen zeigen, ebenso wie die Nuri-Pleite: Jetzt wird es ungemütlich.

Lesen Sie auch: Wie der Kryptocrash Nuri in die Insolvenz trieb

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