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Reich mit WaldHolz-Rente schlägt Aktiendepot

Ein Investment in Forst- und Waldwirtschaft kann Anlegern eine stabile, hohe Rendite einbringen und zudem das Geld vor Inflation schützen. Aber die Angebote haben ihre Tücken.Andreas Toller 24.10.2012 - 12:00 Uhr

Forst- und Waldwirtschaftsinvestments locken Anleger mit hohen und vergleichsweise stabilen Renditen - Und: Bäume wachsen auch während der Wirtschaftskrise

Foto: dpa

Zwölf oder sogar 13 Prozent Rendite – pro Jahr – sicher – mit Holz! In dicken Ziffern sticht es überall im Internet dem Anleger in die Augen. Wirtschaftsseiten im Internet sind gepflastert mit den kleinen Anzeigen. Sogar 18 Prozent Rendite werden vereinzelt versprochen. Insgesamt stehen dem Anleger aus Deutschland rund ein Duzend Anbieter von Wald-, Forst- und Holzinvestments zur Auswahl. Sie tragen so illustre Namen wie LifeForestry, Green Planet Group, Forstinvest, Woodsource, Sharewood oder Bauminvest. Der Wettbewerb um das Geld der Sparer ist voll im Gange.

Zwölf Prozent – so hohe Renditen sind selbst mit Aktien schwierig – und schon gar nicht sicher. Auf dem Sparbuch oder Festgeldkonto ist die Rendite zwar sicher, dafür gibt es nur noch Mickerzinsen. Und Anleihen sind seit dem Schuldenschnitt Griechenlands auch keine echte Alternative, weil sie entweder kaum den Inflationsausgleich schaffen oder aber zu riskant sind. Da erscheint ein Investment in den natürlich nachwachsenden Rohstoff Holz als verlockende Alternative.

Fallstricke beim Investment in Wald oder Ackerland
Wer als Privatanleger in Wald oder Ackerland investieren will, muss dies in der Regel indirekt tun. Da bieten sich etwa Aktien von Unternehmen an, die Holz verarbeiten oder Weizen oder Mais anbauen. Denn der Kauf von Ländereien oder forstwirtschaftlichen Nutzflächen kommt meist nur für Großinvestoren infrage.
Private Anleger agieren meist weniger langfristig als große Vermögenseinrichtungen. Großinvestoren oder Gesellschaften kommt es nicht selten weniger auf kräftige Wertsteigerungen an, sondern vielmehr auf den Erhalt und die Streuung des Vermögens.
Zwischen Acker- und Forstland gibt es unter anlagetaktischen Aspekten einen wesentlichen Unterschied. Während die Aussaat agrarischer Rohstoffe bereits nach relativ kurzer Zeit von etwa einem Jahr Erträge bringt, vergehen von der Anpflanzung neuer Bäume bis zu ihrer wirtschaftlichen Nutzung nicht selten mehr als 20 Jahre.
Anleger müssen zudem beachten, dass Äcker und Wälder als Direktinvestments illiquide und vergleichsweise schwer handelbare Vermögenswerte darstellen. An ihr Geld kommen sie also auf lange Zeit nicht heran. Am liquidesten sind Aktien von Agrar- und Forstunternehmen.
„Wir empfehlen Investoren, in diese Anlageklassen fünf bis zehn Prozent ihres freien Anlagekapitals zu stecken“, rät Harry Assenmacher von der ForestFinance Group, einem Anbieter dieser Anlagen aus Bonn. Dabei sollten Investoren darauf achten, dass die Waldflächen nach ökologischen Kriterien bewirtschaftet werden.

Die Durchschnittsrendite von Aktiendepots ist über lange Laufzeiten meist nicht schlecht, aber in manchen Zeiträumen dennoch niedriger als die beworbenen 13 Prozent einiger Waldmacher. Wer zum Beispiel 1987 in Dax-Werte investiert hat, und diese bis 2007 gehalten hat, konnte sich über einen jährlichen Gewinnzuwachs von elf Prozent freuen. Wer zehn Jahre später einstieg, kam bis 2007 noch auf acht Prozent Rendite. Das hatte das Institut für Bank-, Börsen- und Versicherungswesen von der Berliner Humboldt-Universität seinerzeit ausgerechnet. Das Problem: Je nachdem wie viele Wirtschaftskrisen und Börsentäler der Anleger im Anlagezeitraum miterlebt, und je nachdem wie heftig sie ausfallen, kann die Performance eines Aktiendepots deutlich darüber oder darunter liegen. Wer 1980 die Schwergewichte der Börse im Depot hatte, konnte nach 20 Jahren eine Durchschnittsrendite von jährlich 17 Prozent verbuchen. Aktionäre, die etwa 1961 einstiegen, kamen nach 30 Jahren nur noch auf eine Durchschnittsrendite von 6,7 Prozent. Das Timing entscheidet. Es gab auch schon Jahrzehnte, in den ein Börseninvestment im Durchschnitt einen jährlichen Verlust bescherte.

Jede Whisky-Brennerei hat ihre eigene Tradition, ihre eigenen Verfahren und nicht zuletzt eine einzigartige Lage, die sich häufig auf das verwendete Wasser und das Klima, im dem die Fässer lagern auswirkt. Deshalb hat auch der Whisky einer jeden Destillerie seinen eigenen Charakter und seine typischen, vorherrschenden Aromen. Nur Whisky, der einer einzelnen Brennerei entstammt, darf sich Single Malt nennen. Wird Whisky mehrerer Brennereien vermengt und abgefüllt, spricht man von Blended Whisky. Für Sammler und Investoren sind allerdings bis auf wenige Ausnahmen nur Single Malts von Interesse. Foto: rtr

Foto: unbekannt

Dass Whisky auch unter Renditeaspekten lohnt, bewies erstmals der Black Bowmore, dass seltene Whiskys trotz eines anfänglichen Verkaufspreise von 150 bis 250 Euro durchaus in wenigen Jahren einen Wert von mehr als 1000 Euro pro Flasche erreichen können. Inzwischen dürfte der Whisky von 1964, der 1994 und 1995 abgefüllt wurde, pro Flasche Preise um die 3.000 Euro erzielen.

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Bowmore zählt zu den großen, traditionsreichen und sehr bekannten Brennereien. Gegründet 1779, zählt Bowmore zu den ältesten Destillerien Schottlands, dank des Standorts auf der Insel Islay bekannt für seine torfig-rauchige Note. Das breite Angebot unterschiedlicher Abfüllungen (im Bild ein 30 Jahre alter Bowmore) macht die Marke auch für Sammler attraktiv – vorausgesetzt es handelt sich um besondere und limitierte Abfüllungen.

Foto: unbekannt

Aktuell bietet die Traditionsmarke einen Gold Bowmore im eigenen Shop an: Destilliert 1964, abgefüllte 2008 (44 Jahre alt!), gereift im Bourbon- und Sherry-Oloroso-Fass. Preis 3268,70 Pfund, umgerechnet 3690 Euro.

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Schon der reguläre 12-jährige Highland Park gilt als Spitzenwhisky, der beim inzwischen verstorbenen Whisky-Papst Michael Jackson nur knapp an die Höchstbewertung von 100 Punkten heranreicht. Auch aus dieser Brennerei stammen zahlreiche Schätze für Sammler und Investoren. Im Bild eine besondere und limitierte Ausgabe des 12-jährigen Single Malts.

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Ebenfalls auf Sammler zielt diese Flasche von Highland Park: Ein Jahrgangswhisky aus dem Jahr 1983, nach 22 Jahren abgefüllt und mit vermerkter Fassnummer. Da jedes Fass ein wenig anders ist und pro Fass ungefähr 300 bis 400 Flaschen abgefüllt werden, ist diese Flasche selten und selbst beim Fachhändler schwer zu bekommen. Interessant für Sammler sind auch Serien, wie etwa die Earl-Serie von Highland Park. In drei aufeinanderfolgenden Jahren erschienen limitierte Abfüllungen mit den Beinamen Earl Magnus, Earl Erikson und Earl Haakon. Wer die Serie komplett hat, steigert den Wert pro Einzelflasche zusätzlich.

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Glenmorangie wusste den Boom bei den Single Malts geschickt zu bedienen und widmete sich als erste bekannte Brennerei verschiedenen Nachreifungen in ehemaligen Sherry-, Portwein- oder Madeira-Fässern. Für die Anbieter von Single Malt bedeutete dies eine verbreiterte Angebotspalette, für den Whisky-Genießer eine neue Vielfalt an Aromen. Im Bild der streng limitierte Glenmorangie Pride, von dem es weltweit nur 1000 Flaschen zu kaufen gab.Heute liegt das Mindestgebot in den Auktionshäusern bei 2750 Euro.

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Lagavulin ist ebenfalls eine bekannte Destillerie auf der Insel Islay und wie Bowmore bekannt für seinen rauchigen Charakter. Die Standardabfüllung hat inzwischen ein Alter von 16 Jahren, früher war der 12-jährige Lagavulin vorherrschend. Ein original verschlossener 12-Jähriger ist heute also selten und entsprechend teuer.

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Noch eine Traditionsmarke, an der eigentlich kein Whisky-Liebhaber vorbeikommt: Macallan. Schon die Standardabfüllungen von Macallan erhalten von Kritikern Höchstnoten. Der 18 Jahre als Whisky wurde 1989 destilliert und reifte ausschließlich in Sherry-Fässern. Eigens für Sammler hat Macallan auch noch den Whisky "Masters of photography" aufgelegt. Macallan gehört zu den Brennereien, von denen viele Sammler möglichst alles in ihren Vitrinen haben wollen.

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Besonders begehrt bei Sammlern sind Flaschen der Brennerei Port Ellen. Der Grund: Die Destillerie wurde 1983 vom Mutterkonzern Diageo geschlossen. Aber es blieben natürlich die Fässer in den Lagerhallen. 2001 brachte Diageo eine neue Abfüllung auf den Markt, natürlich in limitierter Stückzahl und seinerzeit für 100 Euro zu haben. Jährlich folgte ein weiteres „spezial release“. Inzwischen ist die elfte Abfüllung seit Schließung der Destille erschienen (im Bild die zehnte Abfüllung eines 31 Jahre alten Port Ellen). Sicher ist, dass die verbliebenen Vorräte irgendwann zur Neige gehen. Sammler, die alle neuen Ausgaben des Port Ellen gesammelt haben, besitzen ein kleines Whisky-Vermögen.

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Holzinvestments punkten mit Stabilität

Die Anbieter von Holzinvestments versprechen hingegen eine vergleichsweise stabile Rendite über die üblicherweise sehr lange Laufzeit. Bäume haben hier für Investoren einen wichtigen Vorteil: Sie wachsen auch in Finanzkrisen und Rezessionen. Auch der Boden, auf dem die Bäume stehen, gewinnt mit der Zeit meist an Wert und erhöht so die Renditechancen. Ein plakatives Beispiel dafür ist die Entwicklung des NCREIF Timberland Property Index, in den die Preise von Millionen von Hektar Forstflächen amerikanischer Investmentgesellschaften einfließen. In den USA sind es vor allem Pensionskassen und Universitätsstiftungen, die schon seit Jahrzehnten in Wälder und Forstflächen investieren. Zwischen 1987 und 2007 wies der Index einen jährlichen Wertzuwachs von 15 Prozent auf. Und während der US-Aktienindex S&P 500 in diesem Zeitraum weniger als neun Prozent zulegte und dabei fünf Jahre mit einem Minus abschloss, rutschte der NCREIF nur in einem Jahr in die Verlustzone. Aber natürlich lässt eine Vergangenheitsbetrachtung keine validen Prognosen für die Zukunft zu. 2009 etwa rutschte der NCREIF-Index deutlich ins Minus und kämpft sich seitdem nur mit Mini-Zuwachsraten wieder nach oben. Das Niveau von Ende 2008 hat er noch nicht wieder erreicht. So bleibt dem Index über die vergangenen 20 Jahre betrachtet noch ein jährliches Plus von rund zehn Prozent.

Aber die Story von Holz-Investments ist dennoch in vielerlei Hinsicht verlockend. Wer einen Teil seines Geldes in Anlagevehikel für Forst- und Waldwirtschaft investieren will, tut dies nicht selten auch aus einem ökologischen Anspruch heraus. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Ein Investment in Holz und Wald bietet als Gewinn also nicht nur eine materielle Rendite, sondern auch das gute Gefühl, ökologisch Verantwortung übernommen zu haben. Warum also nicht ein Stück Wald kaufen oder noch besser aufforsten? Selbst Anleger ohne Öko-Idealismus brauchen da nicht mit dem Kopf schütteln. Denn auch sie können durchaus ihren Spaß an solch einem Investment haben – wenn die Renditeprognosen aufgehen.

So lesen Sie die Tabellen:

Boston Consulting ermittelt die besten zehn Aktien jeder Branche. Der Gesamtertrag (Tabelle, linke Spalte) zeigt, wie viel Prozent Anleger aus Kursgewinn und Dividenden seit Ende 2006 im Schnitt pro Jahr verdienten. Aus der Analyse der Quellen, aus denen der Erfolg sich speist, lässt sich ableiten, ob eine Aktie günstig ist. Beruht der Ertrag auf Umsatzwachstum, Gewinnmargen und Schuldenabbau, ist dies positiv.

Wankelmütige Anleger

Ein Unternehmen, das unter sonst gleichen Bedingungen seine Gewinnmarge verdoppelt, etwa von 20 auf 40 Cent Gewinn je Dollar Umsatz, müsste auch seinen Börsenwert verdoppeln. In der Realität passiert das nie, weil Anleger
Zahlen je nach Börsenstimmung anders bewerten. Ist eine Aktie stark gestiegen, obwohl sich die fundamentalen Daten eher schwach entwickelt haben, muss sich die Haltung der Anleger verändert haben: Sie gestehen dem Unternehmen etwa pro erwirtschafteten Dollar Gewinn einen höheren Börsenwert zu. Je mehr eine Aktie vom Faktor Börsenbewertung (vorletzte Spalte) profitiert hat, desto riskanter. Denn ebenso schnell, wie Aktien an der Börse beliebt werden, können sie in Ungnade fallen. Bei der Berechnung gilt: Höherer Umsatz und höhere Gewinnmargen sind wertsteigernd, ebenso Dividenden, Schuldenabbau und Aktienrückkäufe. Kapitalerhöhungen sind wertmindernd, da der Gewinn sich danach auf mehr Aktien verteilt. Der Erfolg von Kia Motors (Zeile 2) berechnet sich so: 17 Prozentpunkte aus Umsatzwachstum, 39 Prozentpunkte aus höheren Gewinnmargen, ein Punkt Dividende. 33 Punkte hat die Geringerbewertung der Kia-Gewinne (Anleger gestehen Kia für einen Dollar Gewinn relativ weniger Börsenwert zu) zunichte gemacht, drei Punkte gingen durch Ausgabe neuer Aktien verloren, 18 Prozentpunkte plus wiederum schuf Kia aus Schuldenabbau. In Summe sind dies 17+39+1–33–3+18 = 39 Prozent Gesamtertrag pro Jahr.

Illustrationen: Kristina Düllmann

Foto: WirtschaftsWoche

* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

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* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

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* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

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* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

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* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

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* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

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* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

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* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

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* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

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* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

Foto: WirtschaftsWoche

* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

Foto: WirtschaftsWoche

Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +88,8 Prozent (ohne Dividenden)Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.888 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +52,7 ProzentWas aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.527 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +31,3 ProzentWas aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.313 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,1 ProzentWas aus 1.000 Euro geworden wäre: 1101 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,3 ProzentWas aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.103 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +228 ProzentWas aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.285 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +314 ProzentWas aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.142 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +428 ProzentWas aus 1.000 Euro geworden wäre: 5.275 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +221 ProzentWas aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.205 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +92 ProzentWas aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.916 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +151 ProzentWas aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.509 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +67 ProzentWas aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.666 Euro
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +56 ProzentWas aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.559 Euro
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.092 Euro**bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,92 Prozent (Spareckzins)
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.192 Euro**bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,92 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.239 Euro**bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,39 Prozent

Einzelne Werbeanzeigen für ein Waldinvestment sprechen allerdings von einer garantierten und absolut sicheren Rendite. Aber das ist Blendwerk, schließlich bergen auch Holzinvestments eine Reihe von Marktrisiken und sind zudem mitunter der Willkür von staatlicher Verwaltung, Unwettern und Schädlingsbefall ausgeliefert – vor allem, wenn die Manager nicht professionell und fachkundig vorsorgen und gegensteuern. Und ohnehin gilt: Kein Investment ist vor Missmanagement sicher. Genau wie das einzelne Aktiendepot kann auch eine Geldanlage in ein einzelnes Wald- oder Forstinvestment schiefgehen.

Die Chancen, dass die Holzpreise langfristig immer weiter steigen, sind angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung und einem fortschreitenden Rückgang der Waldflächen insgesamt nicht schlecht. Es wirkt sich bei der Langfristigkeit der Anlageobjekte jedoch dramatisch auf das Endergebnis aus, ob der Anbieter mit einem durchschnittlichen Anstieg der Holzpreise von jährlich drei oder eher sechs Prozent kalkuliert. Die Wahl des richtigen Anlageobjektes bestimmt auch hier die Renditechancen für den Anleger – sowohl unter ökonomischen wie ökologischen Aspekten.

Für Harry Assenmacher, Geschäftsführer bei der Bonner ForestFinance, sind Umweltschutz und Rendite beim Thema Wald ein harmonisches Duo. „Es ist eine Kombination. Bei diesen Investments stützt die Ökologie die Ökonomie“, sagt der ehemalige Journalist und BUND-Geschäftsführer. „Wir schaffen mit unseren Investments Mischwälder, die nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Vorteile bieten, etwa weil sie widerstandsfähiger gegen Feuer, Sturm und Schädlingsbefall sind als Monokulturen.“ Die Holzproduktion aus Mischwäldern würde zudem für mehr Flexibilität beim Verkauf sorgen. „Mit einem Holzinvestment will ich Holz produzieren und hänge damit auch an den entsprechenden Märkten. Mit Monokulturen hängt der Investor meist von einem einzelnen Markt ab, der seine eigene Konjunktur hat“, so Assenmacher. Bricht zum Beispiel der Häuserbau in den USA ein – die ja überwiegend aus Holz gebaut werden – schlägt sich das unmittelbar auf die Nachfrage nach Douglasien nieder – und damit auch beim Verkaufserlös. Zieht der US-Baumarkt nun wie von einigen Beobachtern erwartet wieder an, dürfte das den Holzpreisen deutlichen Auftrieb geben.

Modell: Messerschmidt "Tiger" 500

Bauzeit: 1957-1961

Stückzahl: 320

Neuwagenpreis: 1.800

Zeitwert: 80.000

Foto: Creative Commons-Lizenz

Modell: Fiat Dino Coupe

Bauzeit: 1966-1972

Stückzahl: 7.651

Neuwagenpreis: 13.000

Zeitwert: 20.000

Foto: Presse

Modell: Toyota 2000 GT

Bauzeit: 1967-1970

Stückzahl: 351

Neuwagenpreis: 10.000

Zeitwert: 250.000

Foto: wikipedia - gnsin

Modell: Peugeot 404 Cabriolet

Bauzeit: 1962-1968

Stückzahl: 10.398

Neuwagenpreis: 8.000

Zeitwert: 25.000

Foto: Creative Commons-Lizenz

Modell: Bentley Azure

Bauzeit: 1995-2003

Stückzahl: 1.321

Neuwagenpreis: 347.000

Zeitwert: 70.000

Foto: Presse

Modell: Ferrari 512 Berlinetta Boxer (BB)

Bauzeit: 1976-1984

Stückzahl: 2.323

Neuwagenpreis: 22.000

Zeitwert: 130.000

Foto: Creative Commons-Lizenz

Modell: VW Samba-Bus T1

Bauzeit: 1951-1959

Stückzahl: 6241

Neuwagenpreis: 4.300

Zeitwert: 80.000

Foto: wikipedia - kieft

Modell: Audi Sport quattro

Bauzeit: 1980-1982

Stückzahl: 140

Neuwagenpreis: 100.000

Zeitwert: 150.000

Foto: wikipedia -timmäää

Modell: Lamborghini 400 GT

Bauzeit: 1965-1968

Stückzahl: 273

Neuwagenpreis: 28.000

Zeitwert: 180.000

Foto: wikipedia - jagvar

Modell: BMW Z8 Alpina

Bauzeit: 2000-2003

Stückzahl: 555

Neuwagenpreis: 130.000

Zeitwert: 160.000

Foto: Creative Commons-Lizenz

Modell: Bentley R-Type Continental

Bauzeit: 1952-1955

Stückzahl: 207

Neuwagenpreis: 10.000

Zeitwert: 500.000

Foto: wikipedia - Maciej Dembie

Modell: Maserati Ghibli

Bauzeit: 1967-1973

Stückzahl: 1.100

Neuwagenpreis: 37.000

Zeitwert: 120.000

Foto: Creative Commons-Lizenz

Modell: Jaguar Xj220

Bauzeit: 1993-1994

Stückzahl: 275

Neuwagenpreis: 512.000

Zeitwert: 200.000

Foto: wikipedia - jagvar

Modell: Lancia Flaminia Super Sport Zagato

Bauzeit: 1964-1967

Stückzahl: 187

Neuwagenpreis: 22.000

Zeitwert: 220.000

Foto: Creative Commons-Lizenz

Modell: Mercedes SL 500

Bauzeit: 1999-2002

Stückzahl: 300

Neuwagenpreis: 95.000

Zeitwert: 25.000

Foto: REUTERS

Modell: Porsche 911 Carrera Speedster 3.2

Bauzeit: 1989

Stückzahl: 2.102

Neuwagenpreis: 50.000

Zeitwert: 80.000

Foto: Creative Commons-Lizenz

Modell: Alfa Romeo 8C

Bauzeit: 2007-2010

Stückzahl: 500

Neuwagenpreis: 160.000

Zeitwert: 190.000

Foto: REUTERS

Der Standort ist entscheidend

Die richtige Wahl von Standort und gepflanzten Baumarten ist für die Waldmacher und Plantagenförster ebenso wie für die Investoren die Grundvoraussetzung für den Erfolg des Projektes. „Wir sind immer auf der Suche nach interessanten Objekten“, sagt auch Carsten Herzog, Waldexperte bei Aquila Capital. Die Hamburger Investmentgesellschaft hat bereits drei geschlossene Fonds in diesem Segment ins Leben gerufen, davon zwei für Privatanleger. Nicht überall lassen sich zweistellige Renditen erreichen. Die Expertise für das Forstmanagement holt sich Aquila Capital deshalb von der International Woodland Company (IWC). Das dänische Unternehmen ist der führende europäische Forstmanager. Von Kopenhagen aus betreut IWC Waldflächen rund um den Globus.

Der Kassenschlager

Erst im November startete der Zweitligist FC St. Pauli die Zeichnungsphase seiner Fan-Anleihe. Papiere zu 100, 500 oder – in Bezug auf das Gründungsjahr – 1910 Euro gab der Kiezclub seither aus.  Vier bis fünf Millionen Euro wollte er damit einsammeln, am Ende wurden es acht. Der Verein musste wegen des Ansturms sogar noch mal nachlegen. Die Anleihe läuft bis 2018.

Foto: dpa

Die Fan-Anleihe ist offenbar auch ein Erfolgsmodell für die Rheinländer: Als deutschlandweit erster Klub zahlte der 1. FC Köln 2011 das komplette Anleihevolumen an seine Gläubiger zurück.

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Schlechter läuft es für St. Paulis Erzrivalen: Hansa Rostock hatte im Juli 2011 ebenfalls eine Anleihe auf den Markt gebracht und im November erst 300.000 der angepeilten 5 Millionen Euro eingenommen. Eine ähnlich durchwachsene Bilanz hatten die Hauptstädter: 2011 nahm Hertha BSC statt den erwarteten sechs Millionen Euro nur 3,5 Millionen mit den Anleihen ein.

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Der Vorreiter

Den Anfang in der deutschen Liga hat 2005 Hertha BSC gemacht. In anderen Ländern, wie Großbritannien, sind Vereinsanleihen bereits seit Jahrzehnten Gang und Gäbe, um neben Krediten und dem Einstieg von Investoren an frisches Geld zu kommen.

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Die Zinsen

Die meisten Vereine wählen einen Zinssatz, der deutlich über dem eines klassischen Sparbuchs liegt: fünf bis sechs Prozent. Über die Anleihen ist der Fan an seinem Lieblingsverein beteiligt und kann sich wie im Fall des 1. FC St. Pauli (mit Vereins- oder Totenkopfemblem) oder Arminia Bielefeld auch die „Schmuckurkunden“, die ihren Besitzer als Financier adeln, ins eigene Wohnzimmer hängen.

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Die Erfolgsboni

Einige Vereine locken ihre potentiellen Investoren noch mit besseren Ertragsaussichten. So hätte es auch Hansa Rostock gelingen können: Wäre der Klub in die erste Liga aufgestiegen, hätte der Ost-Verein einen zusätzlichen Ertrag von zwei Prozent zum jährlichen Basiszins von fünf Prozent auszahlen wollen.

Foto: dapd

Die Profiteure

Die Vereine erschließen zunehmend das Anleihe-Modell als Finanzierungsquelle. Auch Schalke 04, 1. FC Nürnberg, der 1. FC Köln, 1860 München und Arminia Bielefeld gaben bereits Anleihen aus.

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Die Rendite

Der Ertrag ist eng mit dem sportlichen Erfolg des Vereins verknüpft, weil davon abhängt, wie viel Geld Sponsoren zahlen, wie viel Geld erspielt wird etc. Ausgefallen ist bislang auch noch keine Vereins-Anleihe.  Bei Schalke 04 schlug in der Saison 2009/2010 das Verpassen der internationalen Wettbewerbe gleich mit einem Minus von 20 Millionen Euro zu Buche.

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Bei Alemania Aachen ging das Aneleihegeschäft nur deshalb nicht nach hinten los, weil die Stadt mit einer 5,5-Millionen-Euro-Bürgschaft 2011 einsprang als der Verein vor der Insolvenz stand. Nur so konnten die Aachener die Rückzahlung ihrer  „Tivoli-Anleihen“ garantieren, die sie 2008 herausgegeben hatten, um ihr neues Stadion zu finanzieren.

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Generell sind die Aussichten auf hohe Renditen gering. „Für rationale Anleger sind Investments in Fußballclubs im Allgemeinen nicht besonders interessant, da die entsprechende Renditephase fehlt“, sagte Christian Keller, Professor für Sportmanagement an der SRH Hochschule Heidelberg, der Wiwo.

Foto: REUTERS

Die Anleger

Die meisten Vereine setzen bei ihren Anleihen auf Fans, die sich mit kleineren Beträgen am Verein beteiligen. Das ist bei St. Pauli der Fall, wo die Anleihen im Schnitt für 1400 Euro gezeichnet wurden. Vereinzelt waren nach Vereinsangaben auch Anleger dabei, die einen höheren fünfstelligen Betrag investiert haben.

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Schalke hatte dagegen auf Großinvestoren gesetzt, um von seinem Schuldenberg herunter zu kommen. Der Londoner Finanzvermittler Stephan Schechter hatte ein Konsortium von Investoren vor einigen Jahren vermittelt, das dem Klub 85 Millionen Euro lieh. Nach Vereinsangaben werden die noch offenen 65 Millionen Euro durch Umschuldung abgelöst. Neuer Kreditgeber ist laut der FAZ eine „international operierende Bank“. Was 2010 nur wie ein Gläubigerwechsel schien, war aber mehr: Denn offenbar hatte Schechter versucht, Einfluss auf die Personalpolitik des Vereins zu nehmen. Doch geben auch die Schalker ihre Anleihe heraus.

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Das „Liebhaber-Risiko“

Für die Fans ist meist die Beteiligung am eigenen Klub wichtiger als es rosige Rendite-Aussichten sind. Denn haben die Anleihen zwar ein relativ geringes Ausfallrisiko – nicht zuletzt, weil bei vielen Vereinen die öffentliche Hand einspringen könnte - , ist auch die Rendite eher gering.

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Generell gilt: Investiert der Verein das frische Fremdkapital in Beine statt in Steine, kauft also neue Spieler, ist das Risiko höher. Wird aber, wie es etwa der Kiezclub St. Pauli plant, das Geld in die Infrastruktur – in diesem Fall in den Ausbau von Stadion und Trainingsgelände – gesteckt, sinkt das Risiko für den „Fan-Anleger“.

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Steht ein Verein grundsätzlich finanziell solide da, sind auch die Risiken für die „Klein-Investoren“ naturgemäß geringer. Beispiel: Wieder der FC St. Pauli. Trotz des Abstiegs machte der Klub in der abgelaufenen Saison einen Rekord-Gewinn von 5,3 Millionen Euro. Andersherum: Steigt ein Verein zum Beispiel ab, hat das nicht nur fatale Konsequenzen für die Finanzen des Vereins, sondern eben auch für die Rendite der Anleihen: Oftmals, so sagen Finanzmarktexperten, ist die angebotene Verzinsung im Verhältnis zum Risiko daher zu niedrig.

Foto: dpa/dpaweb

Einen aus Sicht von Finanzanlegern solch fatalen Ausfall gab’s bei Arminia Bielefeld. Als der Verein 2006 seine fünfjährigen Anleihen ausgab, um den Umbau des Stadions zu finanzieren, spielte er noch in der ersten Liga. Zum Ablauf der Anleihe ist der Klub überschuldet und kickt in der Drittklassigkeit. Doch die Fans ließen ihren Klub nicht in die drohende Insolvenz schliddern: Auf Bitten des Vereins verlängerten mehr als 40 Prozent der knapp 2500 Gläubiger im Herbst ihre Anleihen bis 2016. Einige verzichteten komplett auf ausstehende Forderungen und mehr als 1.000 Fans investierten gar nochmals in eine neue „Zukunfts-Anleihe". 

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Herzog schätzt, dass zum Beispiel in Brasilien bis zu zehn Prozent Rendite gerechnet in der brasilianischen Reales drin sind – allerdings vor Kosten und Steuern. In Uruguay sieht er Potenzial für maximal acht Prozent Rendite. Auch für Wälder in Rumänien sind nach seiner Einschätzung sieben bis zehn Prozent Gewinnsteigerung drin – allerdings zum Teil getrieben durch die dortige Wertsteigerung von Grund und Boden. Höhere Renditen seien schwieriger zu erreichen. Immerhin: „Bei Waldinvestments haben wir bisher nur sehr wenige Jahre mit Verlusten erlebt“, so Herzog. „Die Schwankungen dieser Geldanlage sind vergleichsweise gering.“

Diese Anlagestrategien empfehlen die Finanzmarkt-Kenner
Die Pimco-Manager haben es nicht leicht. Einerseits arbeiten sie für den größten Anleihemanager der Welt, andererseits hält ihr Chef nichts mehr von US- und Euro-Land-Staatsanleihen, wie Pimco-Boss Bill Gross wiederholt betonte. Also legt auch Pimco möglichst schnell neue Aktienfonds auf und investiert in Rohstoffe, zu denen Pimco auch Öl und Gold zählt. Unter dem Strich packt Bosomworth die Hälfte des Anlegergeldes in Aktien. Schwellenländer hält er sowohl bei Aktien als auch bei Anleihen für attraktiv. Als Länder nennt er Brasilien, Russland – dessen politische Stabilität ihm allerdings zunehmend Sorgen bereitet –, Indonesien, Südafrika. Die 15 Prozent Liquidität parkt er in kurzlaufenden Unternehmensanleihen. Einzelne Aktien empfiehlt Bosomworth nicht. Bei Anleihen bleibt Anlegern oft gar nichts anderes übrig, als Fonds zu kaufen: Viele attraktive Anleiheemissionen sind erst in Stückelungen zu 50.000 oder gar 100.000 Euro zu haben.
Mayer gibt als Volkswirt keine Anlageempfehlungen, lässt aber keinen Zweifel daran, wohin die Reise geht: in die finanzielle Repression. Die Zentralbanken halten die Zinsen im Zusammenspiel mit den Regulierungsbehörden niedrig, sie „legen den Zins einfach flach, wie ein Surfbrett im Wasser“. Gleichzeitig weiten sie die Geldmenge gigantisch aus, sodass höhere Inflation kommen wird. Ihr entgehen können Anleger mit Gold und Aktien. Ein Anleger sollte Gold als Währung sehen, rät Mayer, verfällt dann aber doch in ein Plädoyer für die Aktie. Das Wachstum in den Emerging Markets rät er über globale Unternehmen, die dort besonders exponiert seien, zu kaufen. Wer sich nicht mit Einzeltiteln beschäftigen wolle, solle in Misch- und Aktienfonds investieren. Klar sollten Anleger sich über ihre Vorstellung von Risiko sein. Für Mayer ist „Risiko nicht Volatilität, also heftige Kursschwankungen, sondern Risiko ist Verlust. Volatilität dazwischen kann ich nehmen.“ Soll heißen: Aktien können schwanken, dürften aber auf Dauer sicherer sein als viele Anleihen. Goldene Regel: Je jünger ein Anleger ist, desto länger kann er Schwankungen aussitzen.
Die 20 Prozent Anleiheanteil des Depots hat Flossbach in sichere Unternehmensanleihen gepackt und in Staatsanleihen von Staaten außerhalb des Euro-Raums, zuletzt etwa in kanadischen, neuseeländischen und australischen Dollar sowie in Polen und Chile. Ganz bewusst geht er raus aus den Gelddruck-Währungen Dollar, Euro, Yen und Pfund Sterling. Von Immobilien rät er ab: Für Normalanleger sei die eigene Wohnung okay, darüber hinaus hätten aber nur Millionäre die Chance, vernünftig Risiken zu streuen: „Ein Mietnomade, und dann hat sich das tolle Apartment in München oder Hamburg nicht rentiert.“ Offene Immobilienfonds seien eindrucksvoll gescheitert und Immobilienaktien eben keine Immobilien, sondern Aktien: „Mit denen investieren Sie in Unternehmen, nicht in Immobilien.“ Skeptisch ist er auch bei Schwellenländeraktien. Bei denen stören ihn Korruption und der Einfluss der Regierungen auf Großunternehmen. „Wer die empfiehlt, macht sich selten die Mühe, die Firmen anzusehen.“
Von Anleihen hält Ehrhardt angesichts global weiter niedrig erwarteter Zinsen wenig. Der Fondsmanager würde Rentenfonds nur kaufen, um Geld zu parken; dazu allenfalls Fremdwährungsanleihen entwickelter Staaten wie jene des Rohstofflandes Kanada oder Papiere aus Singapur und dem ölreichen Norwegen. Bei höher verzinslichen Schwellenländeranleihen schreckt den Anlageprofi das Währungsrisiko. Unternehmensanleihen, die noch drei bis vier Prozent bringen, seien, wenn man kein hohes Ausfallrisiko auf sich nehme, schwer zu finden. Abseits seiner Liquiditätsreserve favorisiert Ehrhardt Aktien und Gold. Bei der Auswahl der Märkte schaut er zuerst auf die Entwicklung der Geldmengen – starke Geldschöpfung der Zentralbanken spricht dafür, dass Liquidität an die Börsen fließt und Aktienkurse steigen. Sein Geldmengenindikator spricht folglich primär für die USA sowie Deutschland, etwas weniger für Europa – und gegen China. Entsprechend ist Ehrhardt in einem seiner Fonds mit einer kleinen Position short auf China, wettet also auf fallende Indexstände, auch zur Absicherung preiswerter China-Aktien.
Roelli ist der typisch genaue Schweizer, der Wert darauf legt, dass seine Anlageverteilung ein „ausgewogenes Portfolio“ sei, also nichts für spekulative Investoren. 24 Prozent Bargeld ist viel, so viel hielt Pictet zuletzt im Dezember des Katastrophenjahrs 2008. Das Anleiheportfolio besteht aus soliden Unternehmensanleihen und einigen hochverzinslichen Junk-Bonds. Euro-Anlegern packt Pictet 30 Prozent des Vermögens in Fremdwährungen, „weil der Euro eher abwerten wird als aufwerten“. Anders als andere Teilnehmer der Runde vertraut er auf Hedgefonds, da gebe es einige sehr gute. Hinter „Alternativen Investments“ verbergen sich außerdem Rohstoffe und Immobilien. Bei Aktien sind die defensiven globalen Player stark vertreten, zehn Prozent nennt er „taktische Investments“, also Aktien, die nicht unbedingt über Jahre gehalten werden – zuletzt europäische Werte. Schwellenländeraktien mag er nicht, in China seien die letzten Gewinne enttäuschend ausgefallen. Das Schwellenländerthema spielt er lieber über europäische oder globale Aktien, etwa Swatch, die viel Umsatz in Asien machen. Neben Markenartiklern favorisiert er Technologiewerte, viele seien „so billig wie Anfang der Neunzigerjahre“.

Ein weiteres Plus der hölzernen Sachwert-Investition: Ein Inflationsschutz ist quasi eingebaut. Auf dem Holzmarkt ziehen die Preise in aller Regel zügig an, wenn die Inflationsrate steigt. Dafür muss der Anleger mit einem gewissen Währungsrisiko leben – denn die meisten der angebotenen Forstprojekte befinden sich in Süd- und Mittelamerika oder Asien. Große Teile des Handels werden allerdings in Dollar oder Euro abgewickelt.

Wer sein Geld in der Holzproduktion anlegen möchte, braucht in jedem Fall einen langen Atem. Bei neubepflanzten Forstprojekten in tropischen Regionen ist frühestens nach fünf bis zehn Jahren die erste wesentliche Ernte möglich, oftmals auch erst später. „Ein Anlagehorizont von weniger als zehn Jahren ist nicht sinnvoll“, sagt Herzog. Soll statt in einen Forst, bei dem nach der langen Wachstumszeit die Bäume abgeholzt und anschließend neu angepflanzt werden, in ein langsamer wachsendes Mischwaldgebiet investiert werden, können bis zur Haupternte leicht 20 bis 30 Jahre vergehen. Dafür haben Anleger dann aber die Chance, über die selektive Baumentnahme in der Zwischenzeit schon ein paar Gewinne einzufahren. In beiden Fällen gilt: Einmal erworbene Anteile wieder zu verkaufen, ist schwierig, wenn nicht sogar unmöglich.

Daher ist es für Anleger wichtig, sich vor allem jene Angebote anzusehen, die bereits Ausschüttungen an ihre Anleger vorgenommen haben. Dazu müssen die Investmentgesellschaften jedoch schon lang genug am Markt sein, um erste Baumbestände zu ernten. So wie zum Beispiel ForestFinance. Im November 2010 meldete das Unternehmen nach 15 Jahren Investitionstätigkeit die ersten Ausschüttungen an seine Kunden. Eine realistische Rendite verortet ForestFinance nach Abzug aller Kosten seitdem im Mittel bei rund 7,5 Prozent.

Entscheidende Parameter beim Holzinvestment

Um eine Rendite über einen solchen Zeitraum halbwegs solide zu prognostizieren, müssen sehr viele Parameter genau passen. Investoren müssen sich deshalb genau darüber informieren, wo der Wald ist, welche Wachstumsprognosen unterstellt werden und ob diese realistisch sind. Und nicht zuletzt entscheidet dann der erzielte Holzpreis über die Abschlussrendite. Die Holzpreise sind aber alles andere als einfach zu prognostizieren, weil sie sich je nach Baumart, Qualität des Holzes und der Entwicklung der regionalen Märkte deutlich unterscheiden. So wenig homogen das gewonnene Holz aus einer Waldfläche ist, so unterschiedlich sind auch die Märkte, auf den Produzenten und Abnehmer aufeinandertreffen.

Deshalb ist vielen Anlegern eine Sicherheit wichtig und sie legen Wert darauf, dass die Waldgebiete von der Gesellschaft gekauft und nicht nur gepachtet werden. Zum Teil erwerben die Geldgeber auch selbst den Grund und Boden, die Investmentgesellschaft sorgt dann für eine entsprechende Grundbucheintragung. Offenbar empfinden viele Anleger den Erwerb als wichtige Sicherheit zum Schutz ihres Vermögens – auch wenn sie selbst die Grundstücke vielleicht niemals zu sehen bekommen.

Die angebotenen Finanzprodukte ähneln grundsätzlich jenen, die Anleger aus anderen Märkten bereits kennen. Direktinvestments etwa sind vergleichbar mit einer Lebensversicherung, die mit einer Einmalzahlung am Anfang für eine lange Laufzeit angespart wird. Andere sind in der Anspar- und Auszahlungsphase vergleichbar mit Fondssparplänen oder Rentenversicherungen mit monatlichen Einzahlungen  – nur dass die Erträge nicht am Kapitalmarkt, sondern durch eine natürlich nachwachsende Ressource erzielt werden.

Wer jedoch glaubt, die zweistelligen Renditen seien sicher und garantiert, begibt sich mit einem Waldinvestment auf den Holzweg.

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