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Rohstoffe Kohlepreis ist auf Talfahrt

Der Ölpreis ist schon seit Monaten auf Talfahrten, jetzt verlieren auch andere Rohstoffe an Wert. Besonders stark büßt derzeit Braunkohle ein.

Blick auf eine Förderbrücke und riesige Abraumhalden im Jänschwalder Braunkohletagebau der Vattenfall AG Quelle: dpa

Der US-Baumaschinenhersteller Caterpillar hat seinen Investoren einen gehörigen Schrecken eingejagt. „Wir erwarten für 2015 nur bescheidenes Wachstum“, heißt es im Ausblick des Unternehmens. Der Konzern geht davon aus, dass sein Umsatz 2015 von 55 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 50 Milliarden sinkt. „Wir stehen ohne Zweifel vor einem harten Jahr“, sagte Vorstandschef Doug Oberhelman.

Die schwache Weltwirtschaft und die niedrigen Rohstoffpreise, insbesondere für Öl, Kupfer, Kohle und Eisenerz, belasten die Geschäfte. Caterpillar stellt schweres Gerät wie Radlader oder Muldenkipper her und gilt wegen seiner weltweiten Präsenz als eine Art globaler Konjunkturindikator.

So groß ist Chinas Hunger nach Rohstoffen

Denn nicht nur der Preis für Erdöl ist auf Talfahrt, auch andere Rohstoffe leiden. So ist beispielsweise in China zum ersten Mal seit 14 Jahren die Fördermenge von Kohle gesunken. Das Land produzierte in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres 3,5 Milliarden Tonnen Kohle, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf den nationalen Kohleverband berichtete.

Das seien 2,1 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2013. Zurückzuführen sei die Entwicklung auch auf die veränderte Politik der Regierung, nach der künftig vermehrt auf sauberere Energien gesetzt und weniger fossile Brennstoffe genutzt werden sollen. Die Gewinne der großen chinesischen Kohleunternehmen seien in dieser Periode um 44 Prozent auf 110,5 Milliarden Yuan (15,8 Milliarden Euro) gefallen, berichtete Xinhua.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

Hinzu kommt, dass in den USA die Produktion von Erdgas stetig zunimmt und der Rohstoff entsprechend billiger wird. Gas ist für die Energieerzeugung also die günstigere Wahl. Das drückt den Kohlepreis weiter: In Europa kostete die Tonne im Jahr 2013 noch knapp 120 Dollar, derzeit sind es weniger als 60 Dollar. Beim Kohlekonzern Peabody geht man davon aus, dass die Nachfrage im Laufe des Jahres um weiter fünf bis sechs Prozent nachgeben wird.

Da Rohstoffe in Dollar abgerechnet werden, ist Kohle in Europa zwar wegen des schwachen Geschäfts vergleichsweise teuer, Firmen wie Caterpillar hilft das jedoch nicht. Auch die Aktienkurse großer Bergbaukonzerne wie Rio Tinto oder Glencore machen sich zusammen mit den Preisen für Energierohstoffe auf den Weg in den Keller.

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De Rohstoffkonzern ExxonMobil ist jedoch überzeugt, dass Öl und Gas auch in 25 Jahren weltweit die wichtigsten Energieträger sein werden. Das schreibt das Unternehmen in einer Energieprognose bis zum Jahr 2040. Demnach nimmt der globale Energieverbrauch um etwa 35 Prozent zu, ausgehend vom Basisjahr 2010. Das lässt - wenn auch nicht für die CO2-Emissionen - zumindest für den Ölpreis hoffen.

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