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  4. Wärmepumpe installieren: Warum ein Experte sinkende Preise erwartet

Mängel bei der Installation einer Wärmepumpe können für Hauseigentümer teuer werden. Foto: picture alliance / imageBROKER

Heizen„Ich erwarte, dass die Preise für Wärmepumpen sinken werden“

Die Installation von Wärmepumpen ist komplex, dabei kann einiges schiefgehen. Ein Energieberater erklärt, wie sich folgenschwere Fehler vermeiden lassen.Martin Gerth 10.12.2025 - 10:25 Uhr aktualisiert

Bisher hat die schwarz-rote Koalition noch keine neuen Regeln für die Heizungsförderung vorgestellt. Sie sollten das Gebäudeenergiegesetz (GEG) der Ampelkoalition ersetzen. Das GEG, auch Heizungsgesetz genannt, ist politisch umstritten. Kritiker bemängeln, dass die Wärmepumpe als klimafreundliche Alternative zu Öl- und Gasheizungen bevorzugt würde. Viele Hauseigentümer fühlten sich daher bevormundet.

Auch abseits der Heizungsförderung gibt es bei der Wärmewende weiterhin Probleme. Dies gilt beispielsweise für die Installation von Wärmepumpen. Die Planung eines Heizungstausches ist komplex. Sie hängt von vielen einzelnen Faktoren ab: dem energetischen Zustand des Hauses, der Größe der vorhandenen Heizkörper oder dem Wärmebedarf.

Da es beim Heizungstausch viele Stellschrauben gibt, kann auch einiges schieflaufen. Damit genau das nicht passiert, sollten die beteiligten Installationsunternehmen qualifiziertes Personal beschäftigen, das sich ausreichend Zeit für jedes Heizungsprojekt nimmt. In der Praxis stehen die Installationsunternehmen jedoch unter großem Wettbewerbsdruck. Das kann Fehler begünstigen.

Die WirtschaftsWoche sprach daher mit Florian Bublies, Energieberater und Fachreferent für Heizungstechnik von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, über die häufigsten Mängel bei der Installation von Wärmepumpen.

Florian Bublies. Foto: PR
Zur Person
Florian Bublies ist Energieberater und Fachreferent für Heizungstechnik der Verbraucherzentrale NRW.

WirtschaftsWoche: Herr Bublies, viele Hauseigentümer sind mit ihrer Wärmepumpe unzufrieden. Oft muss die Heizungsanlage nachgerüstet werden. Warum?
Florian Bublies:
Häufig liegt das an Fehlern bei der Planung. Oft nehmen sich die Installationsunternehmen zu wenig Zeit, um alle wichtigen Faktoren vor Ort zu berücksichtigen. Das ist kein böser Wille. Aufgrund der hohen Nachfrage müssen die Unternehmen ihre Aufträge möglichst schnell erledigen.

Welche Folgen hat das für die Hauseigentümer?
Das kann dazu führen, dass die Räume nicht ausreichend beheizt werden. Ein Grund dafür ist häufig, dass die Heizkörperfläche nicht ausreichend ist. Oft hätte es genügt, vorher zwei oder drei Heizkörper in den Wohnräumen auszutauschen.

Sollte die Wärmepumpe lieber zu groß als zu klein dimensioniert sein?
Eine zu große Wärmepumpe arbeitet ineffizient, weil sie unter Umständen oft an- und ausgeht. Die wirtschaftliche Nutzungsdauer kann sich dadurch verkürzen. Zudem lässt sich die Größe der benötigten Heizungsanlage durch energetische Maßnahmen verringern. Je kleiner die Wärmepumpe ist, desto geringer können die Anschaffungskosten ausfallen. Bei zu klein dimensionierten Wärmepumpen kann die Heizleistung gegebenenfalls nicht ausreichen, um die notwendige Raumwärme zu liefern. Zudem springt der Heizstab zu oft an, was den Stromverbrauch erhöht.

Häufige Fehler bei der Installation von Wärmepumpen

Welche weiteren Planungsfehler bemängeln Hauseigentümer?
Es ist möglich, dass der ursprünglich geplante Standort der Wärmepumpe nicht infrage kommt, weil Abstandsflächen nicht eingehalten werden können. Zudem kommt es vor, dass Rohrleitungen durch Flächen und Räume gezogen werden, welche die Hauseigentümer nicht freigegeben haben.

Woran kann die Standortfrage scheitern?
Wenn das Außengerät einer Luft-Wasser-Wärmepumpe zu nah an Fenstern, Türen oder Kelleröffnungen steht. Die meisten Wärmepumpen arbeiten mit dem Kältemittel Propangas, das entzündlich und schwerer als Luft ist. Das Gas kann sich daher in Mulden und Kellern sammeln. Dann besteht Explosionsgefahr. Wärmepumpen müssen daher aus Sicherheitsgründen eine Reihe von Abständen einhalten.

Was bedeutet das für Grundstücke mit wenig Platz, beispielsweise bei Reihenmittelhäusern?
Oft lassen sich Abstände dann nicht einhalten. Das muss nicht das Aus für die Wärmepumpe sein. Mitunter lassen sich Kellerfenster oder andere Öffnungen mit wenig Aufwand so versiegeln, dass keine Gefahr durch austretendes Propangas besteht. Allerdings gibt es auch Fälle, bei denen das nicht möglich ist. Dann muss der Hauseigentümer eine andere Heizungsanlage einbauen lassen.

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Wenn die Gasheizung aus dem Keller verschwindet, gehen viele Hauseigentümer davon aus, dass Platz frei wird.
Das kann ein Fehlschluss sein. Zusammen mit einem Pufferspeicher nimmt die Wärmepumpe oft mehr Platz ein als eine Gastherme. Bei der Planung des Heizungstausches sollte dies berücksichtigt werden. Oft ist ein Pufferspeicher nötig, damit die Wärmepumpe kontinuierlich arbeiten kann. Muss die Pumpe öfter an- und abgeschaltet werden, verringert sich deren Lebensdauer.

Sollten Hauseigentümer jetzt noch schnell die alte Förderung für den Heizungstausch mitnehmen, weil demnächst die Zuschüsse gekürzt werden könnten?
Nein, auf keinen Fall. Besser ist es, den Heizungstausch gründlich zu planen. Denn Fehler nachträglich zu beheben, ist meist teurer als der Verlust von Zuschüssen. Zudem erwarte ich, dass die Preise für Wärmepumpen sinken werden, sobald die Förderung gekürzt wird. Die Großhandelspreise rechtfertigen jedenfalls nicht die aktuellen Kosten für Wärmepumpen.

Viele Installationsunternehmen werben damit, dass sie sich um die staatliche Förderung kümmern.
In den Verträgen stehen dazu oft nur schwammige Formulierungen. Die Hilfe kann in der Praxis sehr unterschiedlich ausfallen. Das reicht vom Weiterleiten eines Links zur KfW bis hin zum Vollservice. Hauseigentümer sollten daher darauf bestehen, dass im Vertrag mit dem Installationsunternehmen die Unterstützung bei den Förderanträgen genau geregelt ist, ebenso wie die Haftung dafür, für den Fall, dass es keine Fördergelder gibt.

Aufruf an unsere Leser: Wenn Sie als Hauseigentümer Probleme mit der Installation Ihrer Wärmepumpe haben, melden Sie sich gerne bei uns unter der E-Mail-Adresse finanzen@wiwo.de. Wir behandeln alle Informationen diskret.

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