Streit um Adlon-Hotel Gericht schlägt 20-Millionen-Vergleich vor

Der Adlon-Investor Anno August Jagdfeld hat die Signal Iduna-Versicherung auf 500 Millionen Euro Schadensersatz verklagt. Das zuständige Dortmunder Landgericht hat nun einen Vergleich vorgeschlagen.

Das Hotel Adlon in Berlin. Quelle: dpa

Im Rechtsstreit um das Berliner Adlon-Hotel hat das Dortmunder Landgericht am Donnerstag einen Vergleich vorgeschlagen: Die Signal Iduna-Versicherung soll danach dem Investor des Hotels, Anno August Jagdfeld, 20 Millionen Euro zahlen und sich außerdem von ihren Anteilen an dem Hotelfonds trennen. Jagdfeld hatte die Versicherung auf mehr als 500 Millionen Euro Schadenersatz verklagt und wirft ihr rufschädigende Äußerungen vor, die die Geschäfte seiner Immobiliengruppe schwer belastet hätten. Die Versicherung bezeichnet die Klage als „haltlos“ und unberechtigt.

Jagdfeld hatte 1994 einen Fonds zur Finanzierung des historischen Luxus-Hotels über 223 Millionen Euro aufgelegt. Die Ausschüttungen blieben aber deutlich hinter den Erwartungen zurück. Daraufhin bildete sich eine Schutzgemeinschaft von Anlegern, für die ein Berliner Rechtsanwalt sprach und Jagdfeld scharf öffentlich kritisierte. Der Anwalt zeigte Jagdfeld später im Auftrag der Signal Iduna wegen Untreue an. Jagdfeld sieht in der Arbeit des Anwalts eine „Rufmordkampagne“, die von der Signal Iduna beauftragt worden sei.

Dafür fehle aber jeder Beweis, sagte der Vorsitzende Richter Willi Pawel. Auch die Höhe des von Jagdfeld behaupteten Schadens sei schwer zu beweisen. Andererseits gebe es unterschiedliche rechtliche Auffassungen zur Rolle von Anwälten und damit zur Verantwortung des Auftraggebers, in diesem Fall der Versicherung. Deshalb könne ein Vergleich den Konflikt abkürzen.

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