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Negativ-PreisRelax-Rente ist das schlechteste Versicherungsprodukt

Zum zweiten Mal hat der Bund der Versicherten das schlechteste Versicherungsprodukt des Jahres gekürt. Der Preisträger: die Axa-Relax-Rente. Auch eine Rechtsschutzversicherung für Teufel-Lautsprecher war preiswürdig. 22.04.2016 - 16:13 Uhr

Der Bund der Versicherten hat Axa für das schlechteste Versicherungsprodukt ausgezeichnet.

Foto: dpa

Police mit Indexpartizipation? Oder doch reine Fondspolice? Da sind selbst Branchenexperten ratlos, wenn sie beurteilen müssen, um welches Produkt es sich bei der "Relax Rente" des Versicherers Axa handelt.

Genau deshalb hat der Bund der Versicherten (BdV) die "Relax Rente" zum "Versicherungskäse des Jahres" gekürt. "Es ist ärgerlich, dass in der Darstellung und in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Policen mit Indexpartizipation und die echten Fondspolicen durcheinandergehen", sagt Jury-Mitglied und BdV-Aufsichtsratschefin Edda Castelló.

Neben der Intransparenz kritisiert die Jury die Kosten der Versicherung. Ein kleines Rechenbeispiel: Wer 37 Jahre monatlich 100 Euro Prämie zahlt, spart einen Betrag in Höhe von 44.400 Euro. Von diesem Betrag gehen während der Laufzeit Verwaltungskosten ab, die in den ersten sieben Jahren 14 Prozent der jährlichen Prämienzahlungen ausmachen (175 von 1200 Euro) und in den darauf folgenden Jahren satte 20 Prozent. Hinzu kommen noch Abschlusskosten auf die Beitragssumme: 2,5 Prozent – macht 1100 Euro.

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Neben den hohen Kosten bleibt laut Jury unklar, wie hoch die Rendite ausfällt. Gewinne und Verluste des Index werden zum Jahresende summiert. Anhand des Ergebnisses wird eine Gewinnobergrenze festgelegt, die für die folgenden zwölf Monate gilt. Fällt das Jahresergebnis positiv aus, so wird dem Vertragsvermögen die nach oben begrenzte Jahresrendite gutgeschrieben. Ist das Ergebnis negativ, dann erhält der Versicherte im schlimmsten Fall nichts – das Vertragsvermögen bleibt erhalten.

Axa wirbt damit, seine Kunden möglichst effektiv an den Ertragschancen zu beteiligen – dabei gibt es eine Obergrenze. "Das Versprechen ist ein bisschen dünn dafür, dass man 37 Jahre lang brav jeden Monat 100 Euro einzahlt", sagt Castelló.

Auch wenn die Relax-Rente den Negativ-Preis erhalten hat, war Castellós heimlicher Favorit die "Rockster Rechtsschutzversicherung" der ARAG. Voraussetzung dafür: ein Rockstar-Lautsprecher der Marke Teufel.

Und die kommt so zum Einsatz: Der Versicherte dreht das Gerät auf. Die Nachbarn zeigen sich genervt und verständigen die Polizei – die wegen Ruhestörung ein Bußgeldbescheid verhängt. Falls der Versicherte sich dazu entscheidet, sich rechtlich gegen das Bußgeld-Bescheid zur Wehr zu setzen, dann übernimmt die Rechtsschutzversicherung die Verfahrenskosten – nicht das Bußgeld. Nach Ansicht von Castelló ist die Rechtsschutzversicherung überflüssig: "Brauchen wir Rechtsschutz für einen Versicherungsfall, den man durch eine leichte Drehung eines Knopfes definitiv vermeiden kann?"

loe
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