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Geldpolitik EZB-Vertreter warnen vor Unsicherheit bei Inflationsprognosen

Für das zu Ende gehende Jahr wird im Schnitt eine Inflationsrate von 2,6 erwartet. 2023 soll die Teuerungsrate dann auf 1,8 fallen und 2024 auf diesem Niveau bleiben. Quelle: dpa

Die EZB ist sich unsicher, in welchem Maß der Inflationsdruck im Laufe des nächsten Jahres sinken wird. Die Vertreter der EZB senden erneut Warnungen.

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In den Reihen der Europäischen Zentralbank werden erneut Warnungen vor einer länger anhaltenden hohen Inflation laut. Die EZB-Prognose, dass die Teuerungsrate 2023 wieder unter zwei Prozent fallen werde, könne etwas zu rosig sein, sagte der niederländische Notenbankchef Klaas Knot in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der Zeitung „Trouw“. „Ich habe eine andere Meinung, ich denke, die Chance, dass wir über zwei Prozent bleiben, ist genauso groß.“ Nicht weit über zwei Prozent, aber dennoch darüber“, sagte der EZB-Ratsvertreter.

Sein italienischer Kollege Ignazio Visco verwies ebenfalls auf Unsicherheiten bei den Inflationsprognosen. Allerdings sei die Erwartung, dass die Inflation in der Eurozone 2023 und 2024 wieder unter der EZB-Zielmarke von zwei Prozent liege, nicht nur mit Aufwärts- sondern auch mit Abwärtsrisiken behaftet, sagte er der italienischen Zeitung „La Stampa“. So seien die wirtschaftlichen Auswirkungen der neuen Coronavirus-Variante Omikron noch unklar.

Unter anderem die deutsche EZB-Direktorin Isabel Schnabel und der spanische EZB-Vizechef Luis de Guindos hatten zuletzt auf Unsicherheiten bei den Inflationsprognosen verwiesen. Die EZB hat kürzlich ihre Inflationsprognose für das kommende Jahr auf im Durchschnitt 3,2 Prozent angehoben und damit fast verdoppelt. Sie soll sich aber sich im Laufe des Jahres abschwächen. Für das zu Ende gehende Jahr wird im Schnitt eine Inflationsrate von 2,6 erwartet. 2023 soll die Teuerungsrate dann auf 1,8 fallen und 2024 auf diesem Niveau bleiben.

Mehr zum Thema: Corona, Kontaktbeschränkungen und Lieferengpässe würgen die Konjunktur im Winterhalbjahr ab. Doch mit dem Rückzug des Virus im Frühling könnte ein kräftiger Aufschwung einsetzen. Das Problem: Er dürfte kurz ausfallen – und teuer werden.

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