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Geldpolitik Japans Notenbank plant keinen radikalen Kurswechsel bei Fondskäufen

Die Bank von Japan hat ihrem Gouverneur Kuroda zufolge vorerst keine Pläne, die Käufe börsennotierter Fonds dauerhaft zu drosseln oder gar zu stoppen.

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Japans Notenbank wird bei ihrem Strategiecheck zunächst keine radikale Veränderung ihrer großangelegten Wertpapierkäufe einleiten. Die Bank von Japan habe vorerst keine Pläne, ihre Käufe von börsennotierten Fonds (ETF) dauerhaft zu drosseln oder gar zu stoppen, sagte Zentralbankchef Haruhiko Kuroda am Dienstag im japanischen Parlament.

„Wir sind uns verschiedener Probleme bewusst, auf die bei unseren ETF-Käufen hingewiesen wurde. Aber diese Politik hatte einen positiven Effekt auf die Wirtschaft und die Preise gehabt“, sagte er.

Japans Währungshüter wollen im März die Ergebnisse ihrer Prüfung des geldpolitischen Rahmenwerks bekanntgeben. Wie Kuroda im Januar gesagt hatte, soll dabei auch der Kauf von Vermögenswerten auf den Prüfstand kommen. Die Bank von Japan hatte während der Corona-Krise ihre Geldpolitik weiter gelockert und dabei auch ihre Wertpapierkäufe ausgebaut.

Mit steigenden Kaufbeständen nahm allerdings auch die Kritik zu, dass sie damit immer stärker in den Markt eingreife und die Preisfindung verzerre. Zudem erhöhe sich durch die aufgeblähte Bilanz das Verlustrisiko. Manche Währungshüter hatten sich aufgrund solcher Sorgen bereits für eine flexiblere Handhabung der Käufe ausgesprochen.

„Wir werden uns Wege anschauen, um die Nebenwirkungen bei unserer Überprüfung im März zu behandeln“, sagte Kuroda. Japans Notenbank orientiert sich bei ihrer utralockeren Ausrichtung an einer Politik der Zinskurvenkontrolle.

Dabei wird für die kurzfristigen Zinsen ein Niveau von minus 0,1 Prozent angesteuert und für die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen ein Zielwert von Null Prozent. Hinzu kommt der Erwerb von Staatsanleihen sowie riskanterer Vermögenswerte wie ETFs. All dies soll dazu dienen, die Wirtschaft in Zeiten der Pandemie zu stützen und die Inflationsrate in Richtung des Zielwertes von zwei Prozent anzuschieben.

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