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Hauptversammlung Stimmrechtsberater ISS stellt sich hinter Aufsichtsrat der Aareal Bank

Im Konflikt mit dem Finanzinvestor Petrus Advisers stärkt ISS den Aufsichtsrat der Bank. Zum Zünglein an der Waage könnte nun die Deka werden.

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Petrus Advisers hält inzwischen fast zehn Prozent der Anteile. Quelle: dpa

Die Aareal Bank bekommt im Konflikt mit ihrem Großaktionär Petrus Advisers Rückendeckung des einflussreichen Stimmrechtsberaters ISS. Den Aktionären werde empfohlen, bei der Hauptversammlung am 18. Mai gegen die Vorschläge von Petrus zu stimmen, drei neue Kandidaten in den Aufsichtsrat zu wählen, hieß es in einem Bericht von Institutional Shareholder Services (ISS), der der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorlag. Zum aktuellen Zeitpunkt gebe es keinen Anlass für eine Veränderung.

Die Bank habe Maßnahmen ergriffen, um die Leistungsfähigkeit sowie die Kapitalstruktur zu verbessern, erklärte ISS. Zudem treibe die Bank, wie von Petrus gefordert, eine Verkleinerung des Vorstands voran. ISS lehnt allerdings die Vergütungspläne für das Managementteam ab. Es bestünden Bedenken hinsichtlich der Höhe des vorgeschlagenen Gehalts für den Vorstandschef.

Petrus Advisers hat seine Anteile an dem Wiesbadener Immobilienfinanzierer auf knapp zehn Prozent aufgestockt und fordert neben einer Strategieänderung eine Neubesetzung des Aufsichtsrats mit drei neuen Kandidaten. Unter anderem will er die Chefin des Gremiums, Marija Korsch, durch den ehemaligen HVB-Banker Theodor Heinz Laber ersetzen.

Die Empfehlung von ISS komme nicht überraschend angesichts der Richtlinien des Stimmrechtsberaters, sagte Petrus-Partner Till Hufnagel zu Reuters. Es sei aber ebenfalls überraschend, wie deutlich sich ISS gegen die Vergütungspläne stelle.

Zum Zünglein an der Waage könnte die Deka werden. Die Fondsgesellschaft der Sparkassen hält insgesamt 9,6 Prozent an der Aareal Bank, den Großteil davon für die Pensionskasse des Bundes VBL. Sie will sich nicht dazu äußern, wie sie sich bei der Hauptversammlung positionieren wird.

Weiterer Großaktionär ist mit gut fünf Prozent der Hedgefonds Teleios, der sich in der Vergangenheit mit deutlichen Worten gegen die Strategie des Managements gestellt hatte und insbesondere die Abtrennung der IT-Tochter Aareon gefordert hatte. Im Sommer 2020 hatte die Bank 30 Prozent an Aareon an den Finanzinvestor Advent verkauft.

Chefsuche bei der Aareal Bank

Die Aareal Bank hat es derzeit nicht leicht: Zusätzlich zum Druck des Großinvestors Petrus muss sie einen neuen Chef suchen, nachdem der langjährige Vorstandsvorsitzende Hermann Merkens im November letzten Jahres aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden war.

Zudem rutschte sie 2020 in Folge der Coronakrise in die roten Zahlen. Für dieses Jahr stellte Finanzchef Marc Heß, der die Bank interimsmäßig leitet, einen Betriebsgewinn in einer Spanne von 100 Millionen bis 175 Millionen Euro in Aussicht.

Vor der am 18. Mai anstehenden Hauptversammlung der Commerzbank spricht sich ISS auch regulär für die Neubesetzung des Aufsichtsrats aus. Man empfehle den Aktionären, für die Ernennung der vorgeschlagenen fünf neuen Mitglieder, darunter Aufsichtsratschef Helmut Gottschalk, zu stimmen.

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