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Hedgefonds US-Justizministerium nimmt Archegos-Pleite unter die Lupe

Die US-Justiz will den Zusammenbruch des Hedgefonds im März genauer prüfen. Banken in Europa, Asien und den USA hatten Verluste in Milliardenhöhe erlitten.

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Die Pleite des US-Hedgefonds hat öffentliche Kritik von Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt heraufbeschworen. Quelle: Reuters

Der Kollaps des Hedgefonds von Bill Hwang, Archegos Capital Management, im März interessiert jetzt auch die Staatsanwälte. Die Implosion des Hedgefonds sorgte bei der Schweizer Credit Suisse und anderen globalen Banken für Verluste in Höhe von mehr als zehn Milliarden Dollar.

Die Staatsanwaltschaft in Manhattan habe an einige Banken, die mit Archegos im Geschäft waren, Informationsgesuche versendet, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg und beruft sich auf Insider, die darum baten, nicht identifiziert zu werden. Noch ist nicht klar, gegen welche potenziellen Gesetzesverstöße und welche Firmen sich die Ermittlungen richten.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft lehnte eine Stellungnahme ab, ein Sprecher der Archegos reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme.

Archegos geriet im März ins Trudeln, nachdem massive, hoch gehebelte Wetten, die das Family Office auf Unternehmen wie ViacomCBS Inc. gemacht hatte, schiefgingen. Das löste Margin Calls aus, die Archegos nicht bedienen konnte, und die Banken warfen die Sicherheiten binnen weniger Tage auf den Markt. Die Episode brockte den Banken, deren Prime Brokerage-Einheiten die Wetten finanziert hatten, massive Verluste ein - angeführt von der Credit Suisse, Nomura Holdings Inc. und Morgan Stanley.

Die Behörden haben bislang weder Archegos oder seinen Banken vorgeworfen, gegen Gesetze verstoßen zu haben. Dennoch haben die Ereignisse öffentliche Kritik von den Aufsichtsbehörden heraufbeschworen.

Hinter den Kulissen gibt es darüber hinaus Anfragen von Behörden auf der ganzen Welt. Die Implosion zeigt, dass die Wall Street zu selbstgefällig geworden ist angesichts möglicher Bedrohungen für die Wirtschaft, sagte vergangenen Woche Michael Hsu, der neue Chef des Office of the Comptroller of the Currency.

Die Securities and Exchange Commission hatte im März eine Voruntersuchung gegen Hwang eingeleitet, so eine Person, die mit der damaligen Angelegenheit vertraut war. Die Behörde untersucht seitdem, wie sie die Transparenz für die Arten von Derivaten, die Archegos zum Einsturz brachten, verbessern kann.

In Großbritannien hat die Prudential Regulation Authority bereits Unternehmen wie die Credit Suisse, Nomura und die UBS Group AG aufgefordert, Informationen über ihre Kreditvergabe an Archegos preiszugeben, so die Personen. Die größten Verluste fielen bei der Credit Suisse an und der größte Teil der von der Bank ermöglichten Hebel wurde in London gebucht.

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