Feindbild Tourist Wut statt Willkommen

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Feindbild Tourist: Rund um den Globus wächst der Widerstand gegen die Touristenflut. Die klassischen Reisekonzerne fürchten um ihr Geschäft – und geben Plattformen wie Airbnb die Schuld. Quelle: Illustration: Francesco Ciccolella

Der Tourismus stößt an seine Grenzen. Früher wurden Strand- und Stadtbesucher als spendable Fremde angesehen, heute als Vandalen verachtet und angefeindet. Die Reiseindustrie ist alarmiert. Und fängt an, umzudenken.

Wenn der Bürgermeister von Palma de Mallorca, Antoni Noguera, sein größtes Problem sehen will, muss er nur aus dem Fenster seines Rathauses schauen. Auf der Plaça de Cort drängen sich die Touristen, viel Haut, wenig Geschmack. Sie alle wollen hier den Olivera de Cort sehen, den berühmtesten Olivenbaum Mallorcas, 600 Jahre alt. Ein schnelles Selfie, danach geht’s rüber zum Starbucks auf einen Red Velvet Cake Creme Frappuccino, anschließend 300 Meter südlich, in die Kathedrale, muss man gesehen haben. Es ist ein Montag im Juli, 30 Grad, Hochsaison. Und Noguera, der 38-jährige Grünenpolitiker, sagt nur ein Wort: „Obergrenze.“

 
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