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erfolg.reich - Money Master #3 Vorsicht vor faulen Eiern

Podcast Money Master Quelle: WirtschaftsWoche

Was Italien mit meinen Zinsen zu tun hat und warum sich Ausdauer lohnt, habe ich an der Börse Frankfurt erfahren.



Kolumne Tina Zeinlinger

Ich hasse es, mich dumm zu fühlen. Nimmt mich ein Kapitalmarktanalyst ernst, wenn ich von meinen Minisparsummen erzähle? Verstehe ich die Tipps eines Börsenstrategen überhaupt? Oder sollte ich am besten schnell wieder aus Frankfurt verschwinden, um meine Karriere als angehende Wirtschaftsjournalistin nicht zu gefährden? Ich bin geblieben – und habe gelernt, dass auch Banker Humor haben. An der alten Börse habe ich unter anderem Robert Halver von der Baader Bank getroffen. „Dein Sparbuch ist so attraktiv wie Fußpilz“ – eine überraschend klare Aussage. Aber wer garantiert mir, dass wir in zehn Jahren noch immer bei 0,01 Prozent Zinsen herumdümpeln? „Die Refinanzierung von Staaten“ – die Staaten können sich keine höheren Zinsen leisten. Ob das Grund genug ist, mein Sparbuch zu verbrennen, erklären wir im MoneyMaster-Podcast.

Einfach erklärt: Was ist ein ETF?

Einzelne Aktien habe ich trotzdem noch nicht gekauft. Denn Aktiensparen heißt nicht unbedingt, in Einzelwerte zu investieren. Wer, wie ich, sein Risiko breiter streuen möchte, der kann einen Fonds oder ETF kaufen. Halver nennt den Aktienindex MSCI World, der die nach Börsenwert 1600 größten Unternehmen der Industriestaaten bündelt. Auch Börsenstratege Ulrich W. Hanke empfiehlt mir das Aktiensparen. Bei ETFs warnt er aber vor „faulen Eiern“ – schlecht laufenden Unternehmen im Index, die ein Fondsmanager für mich aussortieren würde. Gerade in dynamischen Branchen, wie dem Hightechsektor, sei ein Fonds oft profitabler. Fallende Kurse sollten mich beim regelmäßigen Sparen nicht verunsichern. „Aktien haben sich durch alle Krisen hindurch positiv entwickelt“, so Halver. Laut Vermögensverwalter Markus C. Zschaber profitiere ich bei einem Fonds- oder ETF-Sparplan sogar von fallenden Kursen. Wie im Sale kaufe ich Aktienanteile dann billiger ein. „Langfristig kannst du nur gewinnen.“ Optimismus pur. Die Bedingung: „Laufen lassen, laufen lassen, laufen lassen.“ Nur wer lang genug aushält und Krisen aussitzt, könne Vermögen aufbauen. Ausdauer traue ich mir als leidenschaftliche Läuferin zu, aber in Finanzfragen? Ein (Wert-)Papier habe ich aus Frankfurt dann doch mitgenommen: Eine Aktie der Schwälbchen Molkerei, auf Papier, anno 1983. Umsonst.

Podcast: Money Master

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