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Aserbaidschan-Affäre Europarat-Abgeordnete sollen wegen Korruptionsverdacht Mandat ruhen lassen

Die Ergebnisse zur Aserbaidschan-Affäre werden einigen Abgeordneten des Europarats zum Verhängnis. Auch ein Bundestagsmitglied ist betroffen.

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Die CDU-Bundestagsabgeordnete steht im Verdacht, Gelder aus Aserbaidschan angenommen zu haben. Quelle: dpa

Straßburg Nach der Veröffentlichung eines vernichtenden Berichts über Korruption im Europarat zieht die Organisation erste Konsequenzen. Mitglieder der Parlamentarischen Versammlung, die sich unethisch verhalten oder nicht an der Aufklärung der Korruptionsvorwürfe mitgewirkt hätten, sollten ihr Mandat vorerst ruhen lassen, sagte der Präsident der Parlamentarischen Versammlung, Michele Nicoletti, am Montag in Straßburg. Dazu gehört unter anderem der ehemalige Präsident des Gremiums, der Spanier Pedro Agramunt.

Am Sonntagabend hatten drei externe Ermittler ihre Ergebnisse zur sogenannten Aserbaidschan-Affäre im Europarat präsentiert. In ihrem Abschlussbericht heißt es, es gebe innerhalb der Parlamentarischen Versammlung eine Gruppe von Personen, die für das autoritär regierte Aserbaidschan arbeiteten – und es in einem positiven Licht darstellten. Im Gegenzug soll Geld aus dem Südkaukasusland geflossen sein.

Auch die deutsche CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Strenz, die früher in dem Straßburger Gremium saß, wird in dem Text namentlich erwähnt – wegen Interessenskonflikten, die sie nicht offengelegt haben soll. Strenz soll über Umwege Geld aus Aserbaidschan erhalten haben. Sie fiel in ihrer Zeit in Straßburg häufig als Unterstützerin Aserbaidschans auf. Die Transparenz-Initiative LobbyControl forderte Strenz am Montag auf, ihr Bundestagsmandat niederzulegen.

Der Europarat hat unter anderem zur Aufgabe, über die Einhaltung der Menschenrechte in seinen 47 Mitgliedstaaten zu wachen. Der Organisation mit Sitz in Straßburg gehören alle EU-Staaten an, daneben aber auch Länder wie die Türkei, Russland oder Aserbaidschan.

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