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Brasilien Bolsonaro soll illegale Wahlkampfpraktiken genutzt haben

Der linksgerichtete Kandidat für die brasilianische Präsidentschaftswahl hat seinem ultrarechten Gegner Bolsonaro illegale Wahlkampfpraktiken vorgeworfen. , wettert dieser zurück.

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Der linke Politiker wirft dem Favoriten Jair Bolsonaro vor, dass Falschnachrichten zu seinen Gunsten verbreitet wurden. Quelle: AP

São Paulo Vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien sind Vorwürfe illegaler Wahlkampfpraktiken gegen den ultrarechten Favoriten Jair Bolsonaro laut geworden. Der linksgerichtete Kandidat Fernando Haddad erklärte, Bolsonaro nahestehende Geschäftsmänner hätten Geld für die Verbreitung von Falschnachrichten auf dem Messaging-Dienst WhatsApp bereitgestellt, um dessen Kampagne zu fördern.

Dies hätten sie bereits in der ersten Wahlrunde am 7. Oktober getan und hätten es nun auch bei der Stichwahl vor. Sein Team gehe davon aus, dass schon Hunderttausende Fake-Nachrichten an Wähler gesandt worden seien. Haddad sprach auch von Hinweisen, denen die Bundespolizei folgen könnte. Namen nannte der Kandidat der Arbeiterpartei nicht.

Später bat Haddad das höchste brasilianische Gericht aber um Einleitung von Ermittlungen. Er erwäge auch, die Organisation Amerikanischer Staaten einzuschalten. Zuvor hatte die Zeitung „Folha de S. Paulo“ über die angeblichen Praktiken berichtet. In der letzten Woche vor der Stichwahl am 28. Oktober soll demnach eine WhatsApp-Nachrichtenoffensive zugunsten von Bolsonaro geplant sein.

Der ultrarechte Umfragen-Spitzenreiter warf Haddad via Twitter ein Ablenkungsmanöver vor. Die Arbeiterpartei sei nicht von Fake News betroffen, sondern von der Wahrheit, schrieb er. Deren Vertreter hätten Geld der Bevölkerung gestohlen, seien festgenommen und mit der Justiz konfrontiert worden und hätten das Land in Gewalt und Chaos versinken lassen. Ein ranghohes Mitglied seiner rechtsgerichteten Partei PSL, Gustavo Bebbiano, wies eine Annahme illegaler Spenden zurück.

Sollten die Vorwürfe gegen Bolsonaro wahr sein, könnte dies einen Verstoß gegen die brasilianischen Wahlkampfgesetze darstellen. Diese untersagten es Firmen, Kandidaten Geld zu geben, sagte Rechtsanwalt Erick Pereira. „Es müsste aber robuste Beweise geben, was momentan nicht der Fall ist.“

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