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BYD SE01Der ewige Konkurrent Tesla: Jetzt greift BYD auch bei humanoiden Robotern an

Als größter Hersteller von E-Autos ist der chinesische Konzern BYD an Tesla vorbeigezogen. Dasselbe könnte auch bei humanoiden Robotern passieren. Chinesische Firmen wollen den Markt beherrschen.Jörn Petring 27.01.2025 - 13:35 Uhr

Immer mehr Anbieter arbeiten an humanoiden Robotern.

Foto: imago images (4)

Der SE01 sorgt für erstaunte Blicke in Chinas sozialen Netzwerken. Auf vielfach geteilten Videos ist zu sehen, wie der etwa 1,70 Meter große humanoide Roboter durch die südchinesische Tech-Metropole Shenzhen spaziert. Sein relativ flüssiger Gang erinnert an den Optimus-Roboter von Tesla, der für den US-Konzern eines der bedeutendsten Produkte der Zukunft werden soll.

Ähnlich wie zuvor bei E-Autos gilt jedoch auch für den gerade entstehenden Markt für menschenähnliche Roboter: Chinesische Hersteller sind früh dabei und wollen sich mit guten Produkten zu unschlagbaren Preisen an die Spitze setzen. Peking sieht die Roboter als Teil seiner High-Tech-Strategie und fördert die Branche aktiv.

Engine AI, das Unternehmen hinter dem SE01, ist nur einer von vielen Anbietern, der in der Volksrepublik an humanoiden Robotern arbeitet. Zu den bekanntesten Namen in der Branche gehören Unitree Robotics aus Hangzhou in der Nähe von Shanghai, dessen Roboter G1 sowohl industriell als auch privat nutzbar werden soll. Ebenfalls in aller Munde ist UBTech Robotics, das ebenfalls in Shenzhen sitzt und dessen wichtigstes Produkt der Roboter Walker ist. Dieser ist bereits bei einigen Autofirmen in China in der Fabrik im Einsatz, so auch beim Shenzhener E-Auto-Giganten BYD.

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Der größte E-Autobauer der Welt bringt sich derzeit laut chinesischen Berichten in Stellung, um Tesla auch selbst mit der Produktion humanisierter Roboter anzugreifen. Wie unter anderem die chinesische Staatszeitung „China Daily“ berichtet, arbeite BYD daran, in das Geschäft mit Robotern einzusteigen. Demnach baue der Konzern derzeit „ein hochmodernes Labor“ auf, um „den Grundstein für den nächsten großen Sprung in der humanoiden Robotik zu legen“.

Auch die chinesische Wirtschaftsplattform Yicai berichtet, dass BYD eine Einstellungsinitiative vorantreibe, um eine Abteilung auszubauen, die sich auf die Entwicklung humanoider und zweibeiniger Roboter sowie verwandter Technologien konzentrieren soll.

Xpeng arbeitet an Roboter namens Iron

Ganz offiziell hat bereits im November der chinesische E-Autohersteller und VW-Partner Xpeng verkündet, ebenfalls an einem eigenen humanoiden Roboter namens Iron zu arbeiten. Der staatliche Autohersteller Guangzhou Automobile Group (GAC) stellte im Dezember seinen humanoiden Roboter GoMate vor. Das Unternehmen plant, diese Roboter ab 2026 in kleiner Stückzahl für den internen Gebrauch zu produzieren und sie in seinen Autofabriken einzusetzen.

Als Elon Musk seine Optimus-Roboter zuletzt im Oktober 2024 auf dem „We, Robot“-Event in Los Angeles zeigte, brachte er einen Preis von 20.000 bis 30.000 Dollar pro Exemplar ins Spiel. Hersteller in China sehen diese Preise eher als Höchstmarke und hoffen, die Roboter günstiger anbieten zu können.

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Die chinesische Politik schenkt dem Thema bereits seit geraumer Zeit große Aufmerksamkeit. So war die Robotik Bestandteil des aktuellen Fünfjahresplans, der im März 2021 verabschiedet wurde. Im November 2023 veröffentlichte das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie dann konkrete neue Leitlinien zur Förderung der Entwicklung humanoider Roboter. Bis 2027 sollen sie so zu einem wichtigen neuen Wirtschaftszweig in China werden. Mindestens zwei bis drei weltweit führende Unternehmen sollen demnach etabliert werden.

Nach Computern, Smartphones und E-Autos würden humanoide Roboter voraussichtlich das nächste „disruptive Produkt“ werden, wurde Xu Xiaolan, eine ehemalige stellvertretende Ministerin für Industrie und Informationstechnologie, kürzlich von chinesischen Staatsmedien zitiert. Sowohl humanoide Roboter als auch KI würden zu neuen Motoren für das Wirtschaftswachstum werden.

„Humanoide Roboter haben sich von Laborprototypen zu greifbaren Produkten entwickelt und treten in diesem Jahr in eine Phase erhöhter Intelligenz und Vielseitigkeit ein“, sagte auch Hong Shaodun, ein Branchenbeobachter, der chinesischen Staatszeitung Global Times.

Vieles erinnert in Chinas Rennen um humanoide Roboter an die Anfänge der E-Auto-Revolution im Land. Neue Start-ups mischten sich unter die etablierten Konzerne und buhlten mit ihren Fahrzeugen um Kundschaft. Es entbrannte ein intensiver Konkurrenzkampf, der dazu führte, dass chinesische E-Autos heute zur Weltspitze gehören. Der Nebeneffekt dieses Wettbewerbs mit aggressiven Preiskämpfen ist jedoch, dass bis heute kaum einer der Hersteller Profite einfahren kann.

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