1. Startseite
  2. Politik
  3. Ausland
  4. Russland: Wladimir Putin steht vor einem Triumph

Duma-WahlenPutin steht vor einem Triumph

Die russischen Duma-Wahlen am Sonntag werden zu einem Triumphzug für Präsident Wladimir Putin – dank Wahlhilfe aus dem Westen. Denn die Sanktionen haben seine Macht nur noch gefestigt.Florian Willershausen 18.09.2016 - 08:00 Uhr

In Sotschi ließ sich Sportfan Wladimir Putin nicht nur auf den Tribünen blicken. Hier posiert er mit Teilnehmern der Paralympischen Spiele.

Foto: dpa

Mit schicker Sonnenbrille...

Foto: rtr

...verfolgte er die Wettkämpfe auf den Pisten von Krasnaya Polyana. An seiner Seite: der russische Sportminister Vitaly Mutko.

Foto: dpa

Hier geht es im Sessellift mit Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew (Mitte) auf den Berg – zur nächsten Abfahrt.

Foto: rtr

Um ein wenig Muskeln aufzubauen, hat Wladimir Putin als schmächtiger Junge den Nutzen von Judo erlebt. 2005 stieg er zu Showzwecken noch einmal auf die Matte.

Foto: AP

Mit seinen Kampfsportkenntnissen – die er hier bei einer Trainingsstunde in St. Peterburg noch einmal vorführte – konnte sich der als schwächlich beschriebene „Wolodja“ in seiner Heimatstadt gegen stärkere Nachbarjungs verteidigen.

Foto: REUTERS

Legendär sind die Aufnahmen, die Putin in freier Wildbahn zeigen. Hier als Indiana-Jones-Double in Sibirien...

Foto: AP

... und beim Schwimmtraining, ebenfalls in Ost-Sibirien.

Foto: AP

Hoch zu Ross: Seinen freien Oberkörper präsentiert Wladimir Putin auch, wenn er nicht im Wasser ist, sondern wie hier auf dem Rücken eines Pferdes sitzt...

Foto: rtr

...oder am Fluss angelt.

Foto: dpa

Wladimir Putin bei einem seiner Streifzüge durch die russische Natur, bei denen er gerne auch mal...

Foto: dpa

...eine Waffe bei sich trägt.

Foto: rtr

Wobei er hin und wieder auch angezogen auf die Jagd geht.

Foto: AP

Wladimir Putin beim Schießtraining in der Halle.

Foto: rtr

Wladimir Putin testet Waffen und Fahrzeuge eben gerne selbst aus. Hier besteigt Putin im Ural gerade einen Panzer.

Foto: rtr

Und hier lässt er sich auf eine Fahrt in einem Mini-U-Boot ein.

Foto: dpa

Eine Sportart, der Putin wie viele andere Russen auch zugetan ist, ist Eishockey.

Foto: AP

Hin und wieder wagt er sich auch selbst aufs Eis – wie hier im Januar 2014.

Foto: AP

In seinem Team: der Präsident Weißrusslands Alexander Lukashenko (l.).

Foto: rtr

Wenn Wahlen sind in Russland, bleibt nichts dem Zufall überlassen. Also sendet die Personalchefin eines großen Moskauer Baukonzerns eine Rundmail an alle Mitarbeiter. Sie mögen doch bitte ihre „patriotische Pflicht“ erfüllen und am Sonntag zur Duma-Wahl gehen.

Mehr noch: Die Angestellten sollen bei der Stimmabgabe ein Selfie machen und an ihre Vorgesetzten schicken. Unter allen Wählern, so heißt es, würden Kinogutscheine verlost. Neben so viel Zuckerbrot droht aber auch die Peitsche. Wer nicht wählen gehe, so ist aus dem Konzern zu vernehmen, könne bei anstehenden Bonuszahlungen leer ausgehen.

Der doppelte Druck hat Methode: Kreml-Strategen plagt die Sorge, dass es bei den Unterhaus-Wahlen zu einer peinlich niedrigen Wahlbeteiligung kommen könnte. Also treiben vor allem staatliche Arbeitgeber ihre Mitarbeiter an die Urnen, oft mit konkreten Wahlempfehlungen für „Einiges Russland“, die Partei von Präsident Wladimir Putin.

Deutsch-russischer Handel: Export- und Importvolumina
deutsche Exporte nach Russland: 38,1 Milliarden Eurodeutsche Importe aus Russland: 42,8 Milliarden EuroQuelle: Stat. Bundesamt; Prognose: Ost-Ausschuss
deutsche Exporte nach Russland: 35,8 Milliarden Euro (- 6,0 Prozent)deutsche Importe aus Russland: 41,2 Milliarden Euro (- 3,7 Prozent)
deutsche Exporte nach Russland: 29,2 Milliarden Euro (- 18,4 Prozent)deutsche Importe aus Russland: 38,3 Milliarden Euro (- 7,0 Prozent)
deutsche Exporte nach Russland: 21,8 Milliarden Euro (- 25,3 Prozent)deutsche Importe aus Russland: 29,8 Milliarden Euro (- 22,2 Prozent)
deutsche Exporte nach Russland: 20,5 Milliarden Euro (- 6,0 Prozent)deutsche Importe aus Russland: 26,0 Milliarden Euro (- 12,8 Prozent)

So ein Vorgehen erscheint ihnen offenbar sicherer als klassische Wahlwerbung. Die ist in den Tagen vor dem Urnengang nirgendwo in Moskaus Straßen zu sehen, stattdessen flattern dort russische Trikoloren zu Ehren des Stadtgeburtstages.

Auch auf mangelnde Konkurrenz haben die PR-Leute des Kreml geachtet. Zwar stehen Kommunisten, Sozialliberale oder (nationalistische) Liberaldemokraten auf dem Wahlzettel, aber: Im Zweifel stimmen sie alle für Putin. Die Jabloko-Bewegung ist als Oppositionspartei zugelassen, doch nur, weil ihr lediglich Splitterergebnisse winken.

Ziemlich sicher wird die Parlamentswahl also zu einem Triumphzug für Putin. Das liegt an besagten Tricks. Aber seit der Krim-Annexion schwebt der Präsident auch auf der Höhe seiner Popularität – und das nicht zuletzt wegen der westlichen Sanktionen, die die Russen zusammenrücken lassen.

Deutsch-russischer Handel: Die wichtigsten Warengruppen
Deutscher Import:Chemische Erzeugnisse: 374,7 Millionen EuroDeutscher Export: Elektrische Ausrüstungen: 640,1 Millionen EuroQuelle: Ost-Ausschuss 9/2016, bezogen auf 1. Halbjahr 2016
Deutscher Import:Kohle: 531,8 Millionen EuroDeutscher Export:Pharmazeutische und ähnliche Erzeugnisse: 679,3
Deutscher Import:Metalle: 1446,6 Millionen EuroDeutscher Export:Chemische Erzeugnisse: 1231,8 Millionen Euro
Deutscher Import:Kokerei- und Mineralölerzeugnisse: 1819,4 Millionen EuroDeutscher Export:Kraftwagen und -teile: 1734,3 Millionen Euro
Deutscher Import:Erdöl und –Gas: 7200,5 Millionen EuroDeutscher Export:Maschinen: 2279,9 Millionen Euro

Rund um die Parlamentswahlen vor fünf Jahren gingen noch Zehntausende Russen aus Frust über Reformstau und Vetternwirtschaft auf die Straße. Heute dreht sich am Demonstrationsort in der Nähe des Kreml ein Kinderkarussell im Wind. Dabei geht es den Bürgern heute schlechter.

Die Realeinkommen sind binnen drei Jahren um mehr als ein Fünftel gesunken, die Wirtschaft schrumpft. Mittelschichtsangehörige aus den Städten, das bürgerliche Rückgrat der Proteste vor fünf Jahren, können sich einen Auslandsurlaub wegen des schwachen Rubel kaum noch leisten.

Gerate der Lebensstandard der Russen in Gefahr, so lautete das Kalkül hinter den Sanktionen des Westens, wendeten diese sich gegen Putin. Wahr ist das Gegenteil, sagt der Politologe Dmitrij Trenin von der Denkfabrik Carnegie in Moskau. Die Bürger litten zwar unter höheren Preisen, doch hielten sie Putin zugute, die Armut der Jelzin-Jahre beseitigt zu haben – und machen den Westen statt ihn für die aktuelle Misere verantwortlich. Das liege auch an einem neuen Nationalgefühl, so Trenin: „Viele Russen sind stolz, dass sie dank Putins Außenpolitik in der Welt wieder aufrecht gehen.“

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick