WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Euro-Krise Kommt die D-Mark zurück?

Seite 3/4

Gesamtverschuldung

In der Übergangsphase bis zur Ausgabe von D-Mark-Scheinen und Münzen könnte das in Deutschland hergestellte Euro-Bargeld als nationales Zahlungsmittel dienen. So lassen sich die in Deutschland geprägten Münzen durch den Bundesadler leicht von anderen Euro-Münzen unterscheiden. Die hier gedruckten Scheine besitzen ein X vor der Seriennummer.

Träte Deutschland aus der Währungsunion aus, käme es zu massiven Kapitalzuflüssen, die D-Mark würde aufwerten. Das würde die Wettbewerbsfähigkeit der Exporteure verschlechtern. Zugleich aber verbilligten sich die Importe. Da knapp 42 Prozent der Ausfuhren aus importierten Vorleistungen bestehen, sänken die Produktionskosten der Exporteure. Damit könnten sie die Aufwertung durch Preiskonzessionen ausgleichen.

Führt die Schuldenkrise zum erneuten Absturz der Konjunktur?

Der Bundesminister für Wirtschaft gab sich optimistisch: Die Regierung erwarte von der Krise „keine negativen Einflüsse auf das robuste Wirtschaftswachstum“. Es war August 2007, die Finanzkrise in den USA hatte gerade richtig Fahrt aufgenommen, der Minister hieß Michael Glos. Wenige Monate später nahm die schlimmste Rezession der Nachkriegsgeschichte ihren Lauf.

Knapp drei Jahre später ist die Lage ähnlich. Die Währungsunion steht auf der Kippe, die Finanzmärkte spielen verrückt – und die deutsche Wirtschaft präsentiert blendende Zahlen. Industrieproduktion und Auftragseingänge steigen wieder, die Exporte sind im März um 10,7 Prozent gegenüber dem Vormonat in die Höhe geschossen (Lesen Sie mehr dazu hier). Aus dem befürchteten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal ist ein Plus von 0,2 Prozent geworden. Die Weltwirtschaft dürfte 2010 um rund drei Prozent zulegen, in den wieder boomenden Schwellenländern sind sogar über sechs Prozent möglich.

Davon profitieren deutsche Unternehmen ganz besonders: Die „Exportelastizität“, wie es Ökonomen nennen, liegt hierzulande bei etwa 2,1. Das bedeutet: Legt das weltweite BIP um ein Prozent zu, erhöhen sich die deutschen Ausfuhren um 2,1 Prozent. „Der Aufschwung ist robust, daran ändert auch die Krise um Griechenland und Währungsunion nichts“, sagt Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Doch Vorsicht! Die Risiken für den Aufschwung sind noch immens. Niemand weiß, welche Folgen die ausufernde Vertrauenskrise rund um Euro und Währungsunion auf das künftige Verhalten der Marktakteure hat. Und so viel ist klar: Die Europäische Zentralbank muss, so sie sich einen Rest von Selbstachtung bewahrt hat, spätestens 2011 die Leitzinsen anheben, was die Konjunktur tendenziell bremst.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%