G20-Gipfel: Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner

Krieg und Frieden: Beim G20-Gipfel in Indonesien wurden Mangroven gepflanzt – und der russische Angriff auf die Ukraine verurteilt.
Foto: via REUTERSDer nächtliche Raketeneinschlag auf dem Territorium des Nato-Mitglieds Polen hat nicht nur die ganze Welt, sondern auch die zeitgleich auf Bali versammelten Führer der wichtigsten Staaten aufgeschreckt. Zwar ist Russland offenbar nicht unmittelbar verantwortlich, aber der Vorfall zeigt auf bedrückende Weise, wie nah der Krieg und wie fragil der Frieden in Europa ist.
Vor diesem Hintergrund ist eine Verurteilung der russischen Aggression und damit eine internationale Isolierung des Kriegspräsidenten Wladimir Putin durch die G20 von großer Bedeutung. China und andere wichtige G20-Nationen wie Indien, die nach wie vor Handel mit Russland treiben und sich zu Beginn des Krieges in der Vollversammlung der Uno noch der Stimme enthalten haben, gehen jetzt auf spürbare Distanz.
Ohne echten Fortschritt blieben andere Themen des G20-Gipfels. Man sprach über „globale Ernährungssicherung“ und Weltgesundheit. Aber weder gab es einen Durchbruch bei der Bekämpfung des Hungers noch bei Impfung und Pandemieschutz. Auch die Signale von der parallel laufenden Weltklimakonferenz sind wenig ermutigend. Bei der Lösung der drängendsten globalen Probleme treten die Führer der mächtigsten Länder immer noch auf der Stelle.
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