Gaza-Krieg: Ben & Jerry's-Gründer wegen Gaza-Protest festgenommen
Der Mitgründer der Eiscrememarke Ben & Jerry's, Ben Cohen, ist bei einer Protestaktion gegen den Gaza-Krieg im US-Kongress festgenommen worden. Der 74-Jährige hatte zusammen mit anderen eine Sitzung mit Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. unterbrochen und gerufen: „Der Kongress zahlt für Bomben, um Kinder in Gaza zu töten“, wie auf einem von der „New York Times“ veröffentlichten Video zu sehen und zu hören ist.
Zusammen mit anderen Demonstranten gegen die US-Militärhilfe für Israel und die humanitären Bedingungen im Gazastreifen. Andere Protestteilnehmer hielten Plakate hoch.
Später teilte Cohen auf dem sozialen Netzwerk X ein Video, auf dem der Protest zu sehen ist und er in Handschellen in den Gängen des Kongresses abgeführt wird. Er wiederholte seinen Vorwurf und stellte die Forderung auf, dass der Kongress sich dafür einsetzen müsse, dass wieder Lebensmittel in den Gazastreifen geliefert werden.
Nach Angaben der Capitol-Polizei wurde Cohen aufgrund eines Gesetzes des District of Columbia angeklagt, das es verbietet, Menschen zu bedrängen, zu behindern oder zu stören. Dieses Gesetz wird häufig in Fällen von zivilem Ungehorsam in der Hauptstadt verwendet. Sechs anderen Demonstranten, die bei der Anhörung verhaftet wurden, drohen schwerwiegendere Anklagen, unter anderem wegen Angriffs auf einen Polizeibeamten, so die Capitol-Polizei.
Streit zwischen Ben & Jerry's und Unilever
Cohen hatte zusammen mit Jerry Greenfield die Eiscrememarke gegründet. Ben & Jerry's ist bekannt dafür, sich aktiv für soziale Gerechtigkeit und politische Anliegen einzusetzen. So setze sich das Unternehmen immer wieder für politische Themen ein. In der Vergangenheit nahm der Eiscreme-Hersteller zu Themen wie LGBTQ-Rechten, sozialer Gerechtigkeit und Umweltschutz Stellung.
Zuletzt war das Unternehmen in einem Rechtsstreit mit seiner Muttergesellschaft Unilever. Seit 2000 gehört der Eiscreme-Hersteller zu dem britischen Konzern. Doch seit 2021 gibt es einen Konflikt zwischen den Parteien. Damals entschied Ben & Jerry's seine Produkte nicht mehr in besetzten palästinensischen Gebieten zu verkaufen. Daraufhin verkaufte Unilever das Ben & Jerry's-Geschäft in Israel an einen lokalen Lizenznehmer.
2022 wurde schließlich in einem Vergleich vereinbar, dass Unilever politische Statements des Eisherstellers zu respektieren hat. Mit der Amtsübernahme Donald Trumps als US-Präsident ging der Streit in die nächste Runde. Ben und Jerry's wirft seinem Mutterkonzern vor, eine für den Tag von Trumps Amtseinführung geplante Äußerung in den sozialen Medien zu Themen wie Abtreibung und Klimawandel untersagt zu haben. Es folgte eine Klage.
Bis Ende 2025 will Unilever nun sein Eiscreme-Geschäft in eine eigenständige Firma auslagern. Das beschloss der Konzern bereits im Frühjahr 2024. Als Grund für die Aufspaltung nannte Unilever die Fokussierung auf die vier Kernbereiche: Beauty and Wellbeing, Personal Care, Home Care und Nutrition. Zudem kam Anfang März das Gerücht auf, dass die Ben und Jerry's-Gründer Eiscreme-Marke angeblich zurück haben wollen.
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