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Gerry Adams Sinn-Fein-Chef gibt Parteivorsitz ab

Mehr als drei Jahrzehnte hat Gerry Adams die Sinn-Fein-Partei in Irland angeführt. Nun gibt er den Posten ab. Er gilt als umstritten - die einen nennen ihn einen Terroristen, die anderen loben ihn als Friedensbringer.

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Gerry Adams, Chef der irischen Sinn-Fein-Partei, räumt 2018 seinen Posten. Quelle: Reuters

Dublin Der Chef der irischen Sinn-Fein-Partei will sich im kommenden Jahr nach mehr als 30 Jahren von seinem Posten zurückziehen. Er werde nicht mehr bei der kommenden Parlamentswahl antreten, erklärte Gerry Adams am Samstag bei einem Parteitag in Dublin. Führung bedeute, zu wissen, wann es Zeit für einen Wechsel sei, sagte Adams. „Und diese Zeit ist jetzt.“ Der 69-Jährige war seit 1983 der Vorsitzende der katholischen Sinn-Fein-Partei, der zweitgrößten Partei in Nordirland.

Adams galt als umstritten - Kritiker nannten ihn einen Terroristen, Unterstützer lobten ihn als Friedensbringer. Er war eine Schlüsselfigur der irischen republikanischen Bewegung, in der es darum ging, ob Nordirland Teil von Großbritannien sein soll oder sich mit Irland zusammenschließt. Den Vorwurf, er sei ein hochrangiges Mitglied der Irisch-Republikanischen Armee (IRA), stritt Adams stets ab. Später war er treibende Kraft bei ihrer Entwaffnung.

Er wurde mehrfach ins britische Unterhaus gewählt, nahm den Sitz aber aus Protest nie ein. Zuletzt saß er im irischen Parlament. Adams war einer der maßgeblichen Architekten des Karfreitagsabkommens, das 1998 eine Machtteilung zwischen Katholiken und Protestanten festlegte und den Nordirland-Konflikt damit weitgehend beendete. Hauptziel von Sinn Fein ist es, die Teilung Irlands zu beenden.

Die Partei soll im kommenden Jahr einen Nachfolger bestimmen. Die derzeitige Vize-Chefin der Partei, Mary Lou McDonald, gilt als Favoritin für den Posten.

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