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Gipfeltreffen Entwurf: G20 bekennen sich zu Klimaziel „in Reichweite“ von 1,5 Grad

Die G20-Länder wollen ihr Klimaziel offenbar schärfen. Strittig bleibt jedoch, bis wann die Nationen Klimaneutralität erreicht haben wollen.

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An diesem Wochenende treffen sich die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in Rom. Quelle: imago images/Nicolaj Zownir

Die wichtigsten Industrie- und Schwellenländern wollen sich auf dem G20-Gipfel in Rom zu ehrgeizigeren Klimazielen bekennen als bisher. „Wir erkennen an, dass die Auswirkungen des Klimawandels bei 1,5 Grad viel geringer sind als bei zwei Grad und dass sofortige Maßnahmen ergriffen werden müssen, um 1,5 Grad in Reichweite zu halten“, heißt es in einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Entwurf der Gipfelerklärung. „Wir verpflichten uns, die existenzielle Herausforderung des Klimawandels zu bewältigen“.

Allerdings gilt weiter als strittig, bis zu welchem Jahr die Länder Klimaneutralität erreicht haben wollen. Dabei gehen die Meinungen bei so unterschiedlichen G20-Ländern wie Japan, China, Saudi-Arabien und den EU-Staaten weit auseinander. Auch der Hinweis in der Erklärung, dass die G20-Staaten für mindestens 75 Prozent der Treibhausgas-Ausstoßes verantwortlich sind, gilt noch als strittig.

Zuvor hatte es etwa in der Bundesregierung geheißen, dass von Rom ein Signal für ehrgeizige Klimaziele ausgehen solle, man aber wegen der folgenden Weltklimakonferenz in Glasgow keine weitreichende Beschlüsse erwarte. Ölproduzenten-Länder wie Saudi-Arabien galten zudem bei den G20 als Bremser.

Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hält eine stärkere internationale Zusammenarbeit beim Klimaschutz für notwendig und hat vor Wettbewerbsnachteilen für deutsche Firmen gewarnt. „Deutschland und Europa können die globale Klimakrise nicht allein lösen“, sagte DIHK-Präsident Peter Adrian der Deutschen Presse-Agentur vor Beginn der Weltklimakonferenz. „Die deutsche Politik sollte die anstehende Weltklimakonferenz daher nutzen, deutlich mehr Schwung in den internationalen Klimaschutz zu bringen.“

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    Bislang bleibe es außerhalb der Europäischen Union meist bei eher unverbindlichen Zielversprechungen und wenig konkreten Maßnahmen, so Adrian. „Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen zu erhalten, sind globale Ansätze nötig. Notwendig sind international wirkungsvolle Vereinbarungen insbesondere mit den anderen großen Wirtschaftsregionen über wirksame Klimaschutzmaßnahmen, die zugleich einen fairen Wettbewerb für deutsche Unternehmen sicherstellen.“

    Das gelte insbesondere für Wirtschaftsräume, mit denen deutsche Firmen in direkter Konkurrenz stehen, wie die USA und China. „So würden beispielsweise internationale Abmachungen über die CO2-Bepreisung Wettbewerbsnachteile für deutschen Unternehmen vermeiden.“ Glasgow sei eine gute Gelegenheit, um internationale Abstimmungsprozesse und globale Standards voranzutreiben.

    Mehr: Die kommende Weltklimakonferenz soll für die globale Wirtschaft zum Wendepunkt werden. Was die Industriestaaten planen.

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