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Israelkonflikt US-Vermittler rufen Hamas zu Gewaltverzicht und Akzeptanz Israels auf

In einem Zeitungsartikel fordern die Vermittler der USA die Hamas auf, Gewalt zu stoppen und Israel anzuerkennen. Der Versuch dürfte scheitern.

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Mit einem „Marsch der Rückkehr“ wollte die radikal-islamische Hamas den Anspruch palästinensischer Flüchtlinge auf eine Heimkehr in das Gebiet des heutigen Israels untermauern. Quelle: AP

Tel Aviv/Gaza Das US-Vermittlungsteam hat die im Gazastreifen herrschende Hamas dazu aufgerufen, der Gewalt abzuschwören und Israels Existenzrecht anzuerkennen. „Seit viel zu langer Zeit taumelt Gaza von einer Krise in die andere“, hieß es in einem Meinungsartikel der Vermittler Jared Kushner und Jason Greenblatt sowie des US-Botschafters in Israel, David Friedman, in der „Washington Post“.

Auch die gemäßigtere Palästinenserführung von Präsident Mahmud Abbas erkennt die USA allerdings wegen der Verlegung der Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem nicht mehr als ehrlichen Makler an.

„Die Hamas-Führung hält die Palästinenser in Gaza als Geiseln fest. Dieses Problem muss anerkannt und gelöst werden, oder wir werden eine weitere zerstörerischen Runde der Gewalt erleben“, schrieben die Autoren in dem Artikel. Der „Albtraum der Hamas-Führung“ verlängere grundlos das Leiden der Palästinenser.

„Internationale Sponsoren sind hin- und hergerissen: Sollen sie versuchen, den Menschen direkt zu helfen, mit dem Risiko, Terroristen zu bereichern, oder der Hamas Gelder vorenthalten und die Menschen leiden sehen?“ In der Vergangenheit seien Hilfsgelder von der Hamas immer wieder für den Kampf missbraucht worden.

70 Jahre nach der Gründung des Staates Israel „wäre es klug von Hamas, Israels Existenz als dauerhafte Realität anzuerkennen“. Stattdessen kämpfe die Hamas einen „moralisch bankrotten, Jahrzehnte alten Krieg, der schon verloren ist“.

Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri sagte am Freitag, die Äußerungen des Teams zeigten, „dass sie Israels Märchen Glauben schenken“. Dies zeige „die Dummheit der US-Regierung“, deren Repräsentanten „Sprecher der (israelischen) Besatzung“ geworden seien.

Israel hat vor mehr als zehn Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verhängt, die von Ägypten mitgetragen wird. Seit Ende März sind bei Protesten an der Gaza-Grenze mehr als 140 Palästinenser von israelischen Soldaten getötet worden. Aus dem Gazastreifen gab es Raketen- und Brandangriffe gegen Israel.

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