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Nahost-Konflikt Israels Botschafter sieht in Maas-Reise Solidaritätsbeweis

Außenminister Maas hofft mit seinem Besuch eine Waffenruhe im Nahen Osten voranzutreiben. Israel sieht seinen Besuch nicht nur als Geste an.

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Der Außenminister will nach Israel und in die palästinensischen Gebiete reisen. Quelle: AP

Israels Botschafter in Berlin, Jeremy Issacharoff, sieht in der Reise von Außenminister Heiko Maas nach Israel und in die Palästinensischen Gebiete mehr als nur eine symbolische Geste. „Er ist der Außenminister Deutschlands, und Deutschland wird als traditionell enger Verbündeter angesehen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Der deutschen Position werde deshalb auch Gewicht beigemessen. „Es ist nicht nur eine symbolische Geste, es ist eine Botschaft der Solidarität“, fügte Issacharoff hinzu.

Maas will in der Nacht zu Donnerstag zu einem eintägigen Besuch in Israel und den Palästinensischen Gebieten aufbrechen um auszuloten, was die internationale Gemeinschaft zu einer Waffenruhe im Gaza-Konflikt beitragen kann.

Ein hochrangiges Mitglied der im Gazastreifen herrschenden Hamas hat eine baldige Waffenruhe mit Israel nicht ausgeschlossen. „Ich denke, dass es in den nächsten zwei Tagen wahrscheinlich eine Waffenruhe geben wird. Gott weiß, wann die Vermittler eine Einigung erzielen können“, zitierten israelische Medien das Hamas-Führungsmitglied Mussa Abu Marzuk in der Nacht zu Donnerstag.

Jedoch forderte er, dass Israel den ersten Schritt tun müsse. „Wenn Israel aufhört, Gaza zu beschießen, werden wir aufhören, auf Tel Aviv zu feuern“, zitierte ihn die israelische Nachrichtenseite „ynet“.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu fordert hingegen, dass zuerst der Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen aufhören müsse. Einen Aufruf von US-Präsident Joe Biden zu einer „deutlichen Deeskalation (...) auf dem Weg zu einer Waffenruhe“ wies Netanjahu am Mittwoch zurück. „Ich bin entschlossen, diese Operation fortzusetzen, bis ihr Ziel erreicht ist“, teilte er via Twitter mit.

In der Nacht zu Donnerstag gab es in Gemeinden in der Nähe des Gazastreifens und auch im 40 Kilometer entfernten Beerscheva wieder Luftalarm. Zehntausende Israelis mussten in die Schutzräume. Über Raketeneinschläge wurde zunächst nichts bekannt. Die israelische Luftwaffe griff in der Nacht wieder Ziele in dem Küstenstreifen an. Über neue Opfer gab es zunächst keine Angaben.

Bei dem gegenseitigen Beschuss starben bisher im Gazastreifen nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums 219 Menschen, rund 1530 wurden verletzt. In Israel gab es nach offiziellen Angaben zwölf Tote und Hunderte Verletzte.

Botschafter Issacharoff würdigte auch nochmals die Unterstützung Deutschlands für Israel in den vergangenen Tagen. „Die Bundesregierung hat auch verstanden, dass es nicht nur darum geht, sich zu verteidigen, sondern auch darum, das Raketenfeuer nicht nur für heute oder nächsten Monat, sondern für einen längeren Zeitraum zu verhindern“, sagte er.

Mehr: Der wieder aufgeflammte Nahost-Konflikt bedroht nicht nur den äußeren Frieden Israels. Auch die innere Stabilität des Landes ist dadurch gefährdet.

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