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Ölkartell Gespräche zwischen Opec und Russland über Ölförderkürzung gescheitert

Alexander Nowak (M), Energieminister von Russland, trifft zu einem Treffen der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und der Nicht-OPEC-Mitglieder in ihrem Hauptsitz ein. Quelle: dpa

Das Ölkartell Opec will die Produktion kürzen, ein Drittel davon sollten die Nichtmitglieder beitragen. Sein Partner Russland bleibt aber außerordentlich skeptisch.

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Die Gespräche der Organisation erdölexportierender Staaten mit Nichtmitgliedern wie Russland über eine Kürzung der Fördermenge sind ohne Einigung vertagt worden. Das teilte Opec-Generalsekretär Mohammed Barkindo am Freitag mit. Eine Erklärung gab es nicht. Die Minister verließen das Opec-Hauptquartier in Wien.

Die Opec wollte die Erdölförderung um 1,5 Millionen Barrel pro Tag kürzen, um die wegen der Epidemie des neuen Coronavirus fallenden Ölpreise zu stützen. Das wären 1,5 Prozent weltweiten Fördermenge gewesen. Nach Vorstellungen von Opec-Mitgliedern wie Saudi-Arabien und Iran sollten Nichtmitgliedstaaten zu er Kürzung mit 500.000 Barrel täglich beitragen. Der russische Energieminister Alexander Nowak ging am Freitag zu Verhandlungen in die Wiener Opec-Zentrale, ohne Fragen von Journalisten zu beantworten.

Schon während der Gespräche hatte es Zweifel an einer Einigung gegeben. Der internationale Richtpreis für ein Barrel fiel um sieben Prozent auf 46,45 Dollar und gab nach dem Scheitern des Treffens weiter nach. Vor dem Virusausbruch im Januar hatte er noch bei 69 Dollar gelegen.

Seit Beginn des Ausbruchs in China ist der Flugverkehr in die Volksrepublik eingebrochen. Die Nachfrage nach Treibstoff in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt ging dramatisch zurück, und vielerorts wurde die Produktion stillgelegt, während Millionenstädte abgeriegelt wurden. Weltweit haben große Unternehmen Geschäftsreisen und Zusammenkünfte abgesagt.

Analysten sagten, Russland sei besser in der Lage, einen Preisverfall durchzustehen, als Opec-Staaten wie Saudi-Arabien. Dazu kommt, dass die USA in der Vergangenheit ihre Produktion hochgefahren haben, wenn die Opec ihre Förderung gekürzt hat.

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