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Proteste im Iran Warum deutsche Unternehmen nicht im Iran investieren

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Schwierigkeiten bei Investitionen

Eine Produktion im Iran aufzubauen, steht allerdings für den Mittelständler nicht zur Debatte. So gut wie kein deutsches Unternehmen möchte im Iran dauerhaft investieren oder gar ein Werk aufbauen - und selbst wer wollte, stünde vor großen Schwierigkeiten.

„Die Probleme haben sich durch die Proteste nicht geändert“, sagt Alizadeh von der AHK in Teheran. Das betrifft vor allem den Zahlungsverkehr. Mit dem Atomabkommen nämlich fielen nicht alle internationalen Sanktionen. Die amerikanischen Strafmaßnahmen, die gegen das Land wegen terroristischer Aktivitäten verhängt wurden, bleiben bestehen.

Das macht Investitionen schwer, denn das Land ist noch immer weitgehend vom internationalen Zahlungsverkehr abgeschnitten. Eine Bank, die Iran-Geschäfte finanziert, läuft Gefahr, dafür in den USA bestraft zu werden. So wagen sich nur wenige, kleine europäische Banken ohne US-Geschäft an solche Deals.

Dabei sind es gerade ausländische Direktinvestitionen, die die iranische Wirtschaft dringend bräuchte. Sie könnten nämlich das drückendste Problem des Landes, die hohe Jugendarbeitslosigkeit, beseitigen helfen. Sie liegt bei knapp 30 Prozent und sorgt für viel Unmut in einem Land, in dem 55 Prozent jünger als 30 Jahre alt sind. Gerade diese Generation hatte sich von Reformer Rohani und dem Atomdeal Besserung erhofft.

Die konservativen Hardliner, insbesondere die Revolutionsgarden, profitierten indirekt von der Isolation des Landes. Sie hielten die Hand überall dort auf, wo wichtige Güter in den Iran herein oder aus ihm heraus geschmuggelt wurden, und kontrollierten die vom internationalen Wettbewerb abgeschirmte Wirtschaft.

Ob die Proteste weitergehen werden, dürfte also nicht zuletzt davon abhängen, was in den USA geschehen wird. Im Dezember verweigerte der Kongress entgegen Trumps Empfehlung weitere Sanktionen gegen den Iran. Am 12. Januar wird Präsident Trump wieder eine Meldung an den Kongress machen - und höchst wahrscheinlich abermals neue Sanktionen fordern. Diese Unsicherheit wird bis auf weiteres bestehen bleiben. „Und sie genügt, um dem Wirtschaftsstandort Iran zu schaden“, sagt Alizadeh.

 

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