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Syrien und Irak Die Niederlage des IS ist nur eine Frage der Zeit

Seit über einem Jahr verliert der Islamische Staat im Irak und in Syrien an Boden. Warum die Anti-IS-Koalition militärisch und finanziell gegen die Terrororganisation gewinnt, ein Sieg aber noch keinen Frieden bringt.

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Wie stark ist der IS noch? Quelle: imago images

Der Kampf gegen den Islamischen Staat verläuft erfolgreich. Die westliche Koalition unter US-amerikanischer Führung konnte die Terrororganisation in den vergangenen eineinhalb Jahren immer weiter zurückdrängen. Laut „IHS Conflict Monitor“, einem Informationsdienst für militärische Fragen, hat der IS seit Anfang 2015 etwa ein Viertel des von ihm besetzten Gebietes verloren.

Kenneth M. Pollack von der US-Denkfabrik Brookings führt die Erfolge gegen den IS auf die verbesserte Zusammenarbeit zwischen Washington und Bagdad zurück. „Die Koalition hat sechs irakische Brigaden trainiert“, erklärt Pollack in einer Brookings-Analyse. Diese irakischen Brigaden seien für die Bodenoffensive gegen den Islamischen Staat von großer Bedeutung und kooperierten erfolgreich mit den Luftoperationen von Amerikanern, Franzosen und anderen. Auch die Bundesrepublik ist an den Militäraktionen beteiligt und unterstützt die internationalen Partner mit Aufklärungsflügen und militärischem Material.

Die gefährlichsten Krisengebiete der Welt
Syrien und IrakIn den Konflikten in Syrien und im Irak gehört die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu den stärksten Kriegsparteien. Sie beherrscht in beiden Ländern große Gebiete, in denen sie ein „Kalifat“ errichtet hat. Im syrischen Bürgerkrieg bekämpfen sich zudem das Regime und seine Gegner. Die Armee ist mit starker Hilfe von Kämpfern aus dem Iran, von der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah sowie von der russischen Luftwaffe auf dem Vormarsch. Die moderate Opposition wird vom Westen unterstützt. Quelle: AP
Ukraine Quelle: dpa
Nigeria Quelle: dpa
Libyen Quelle: dpa
Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer Quelle: dpa
Nordkorea Quelle: dpa
Afghanistan Quelle: dpa

Der Mainzer Nahostexperte Günter Meyer hält einen vollständigen militärischen Sieg gegen den IS in den nächsten zwei bis drei Jahren zwar für unwahrscheinlich. „Der IS hat in Syrien und im Irak aber den Höhepunkt seiner Machtentfaltung überschritten“, sagt der Wissenschaftler. Es sei unausweichlich, dass das IS-Gebiet weiter schrumpft. „Die sinkende Moral, gerade auch von ausländischen Kämpfern, zeigt sich in der wachsenden Zahl der Deserteure.“ Der Zerfall des selbst ausgerufenen Kalifats sei angesichts der militärischen Überlegenheit der Gegner nur eine Frage der Zeit.

Wichtigstes militärisches Ziel für die Anti-IS-Koalition ist derzeit die Rückeroberung der Stadt Mosul im Norden des Irak. Die zweitgrößte Metropole des Landes gilt als Hauptstadt des IS, hier hat die Terrororganisation ihr Machtzentrum. Pollack, der sich Anfang März vor Ort selbst ein Bild über die militärische Lage machen konnte, hält es für möglich, dass Mosul in den nächsten sechs bis zwölf Monaten zurückerobert werden kann. Die „endgültige Niederlage“ wäre dann absehbar.

Nahostexperte Meyer ist allerdings weniger optimistisch. „Die irakischen Truppen kommen nicht so schnell voran wie geplant. Das Ziel, die Millionenstadt bis Ende des Jahres zu befreien, ist kaum noch zu erreichen“ warnt Meyer. Er hält intensivere Militäraktionen der westlichen Koalition für notwendig. „Der Einsatz ihrer Kampfflugzeuge wird noch lange erforderlich sein.“

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