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Analyse der Grünen-Bundestagsfraktion Trinkwasserpreise ziehen drastisch an

Trinkwasser wird immer teurer: Innerhalb von elf Jahren sind die Preise in Deutschland im Schnitt um ein Viertel gestiegen. Der Verbrauch geht jedoch zurück.

Trinkwasserpreise ziehen drastisch an Quelle: dpa

DüsseldorfWenn man die Preise von 2016 und 2005 vergleicht, könnte man meinen, das Trinkwasser schon bald zum Luxusgut wird: In diesem Zeitraum sind die Preise hierzulande im Mittel um 25 Prozent gestiegen. Das geht aus einer Analyse der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die Zahlen des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden ausgewertet hat. Die „Saarbrücker Zeitung“ hatte zuerst über die Auswertung berichtet.

Für einen Zwei-Personen-Haushalt erhöhten sich die Trinkwasserkosten demnach im vergangenen Jahr um etwa 50 Euro. Insbesondere zwischen 2014 und 2016 verschärfte sich der Kostenanstieg: Deutschlandweit stiegen die Trinkwasserpreise um 3,6 Prozent – die Inflationsrate betrug in dieser Zeit weniger als die Hälfte, und zwar 1,7 Prozent. Ein Ende des Anstiegs ist den Politikern zufolge nicht in Sicht.

Mit einer höherer Nachfrage ist der Preisanstieg nicht zu begründen: Laut Bundesumweltministerium geht der Wasserverbrauch in Deutschland seit 15 Jahren zurück. In den vergangenen drei Jahren benötigten die Deutschen pro Tag zwischen 120 und 123 Liter Trinkwasser.

Grund für das immer teurer werdende Trinkwasser sind die Reinigungskosten. Gülle, Pestizide und Medikamente, die insbesondere durch die Landwirtschaft ins Grundwasser gelangen, müssen aufwendig aus dem Wasser herausgefiltert werden, bevor es verzehrbar ist.

Grünen-Verbraucherexperte Markus Tressel findet es falsch, dass die Mehrkosten auf die Verbraucher abgewälzt werden. „Die Bundesregierung setzt die Scheuklappen auf und lässt die Verbraucher mit den steigenden Trinkwasserkosten vollkommen alleine“, sagte er der „Saarbrücker Zeitung“. Tressel fordert striktere gesetzliche Regelungen in der Agrarindustrie.

Genauso wie Karsten Specht, Vizepräsident des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU). Er vertritt die Interessen kommunaler Wasserversorger. „Die übermäßigen Einträge von Nitrat in unsere Gewässer müssen endlich konsequent reduziert werden, um unsere Trinkwasserressourcen zu schützen.“

Der Gehalt von Nitrat im Trinkwasser wird vor allem deswegen streng kontrolliert, weil hohe Konzentrationen für Säuglinge gefährlich werden können. Das Nitrat kann bei ihnen zu Nitrit umgewandelt werden, was dann letztlich die Sauerstoffaufnahme beeinträchtigen kann.

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