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Antworten auf Leserfragen „Wieso zahlen nicht einfach alle in die gesetzliche Rente ein?“

Eine jüngere und eine ältere Arbeitnehmerin sitzen im Büro nebeneinander. Quelle: imago images

Wir werden immer älter. Dass die junge Generation die alte finanziert, funktioniert in Deutschland eigentlich schon jetzt nicht mehr. Wir beantworten Ihre Nachfragen, die Sie auf Instagram zum WiWo-Titel gestellt haben.

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Die meisten Deutschen müssen wohl bald länger arbeiten. Die Rente ist nur deshalb halbwegs sicher, weil der Bund jedes Jahr rund 100 Milliarden Euro aus Steuermitteln zuschießt. Das System steht vor dem Kollaps. Und die Politik? Wartet erstmal die Bundestagswahl ab. Unternehmen sind da teilweise schon viel weiter. Darüber haben wir in der aktuellen WirtschaftsWoche berichtet. In unserer Story auf dem Instagram-Kanal der WiWo haben wir Sie gefragt, welche Nachfragen Sie zu unserer Titelgeschichte haben. Schauen Sie sich in unserer Instagram-Story an, was WiWo-Redakteurin Sophie Crocoll im Video antwortet oder lesen Sie es hier:

Ist es sinnvoll, freiwillig mehr in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen anstatt sein Geld auf ein Sparbuch zu legen?
Freiwillige Extra-Beiträge für die gesetzliche Rente können sich auszahlen, vor allem, wenn man angestellt, 50 Jahre alt oder älter ist und früher in den Ruhestand gehen will. Dann könnte man so eine Rentenkürzung kompensieren. Es kann sich auch lohnen, wenn man selbstständig ist und bislang nicht fürs Alter vorsorgt hat.

Grundsätzlich gilt: Man sollte genau rechnen. Und: Die Rendite von Renten hängt natürlich immer davon ab, wie lange Versicherte sie beziehen – also, wie lange sie leben.

Wie sehen Rentensysteme anderer europäischer Länder aus – von welchen Ländern könnten wir lernen?
In Rentenvergleichen stehen die Niederlande oft auf einem vorderen Platz. Dort gibt es eine umlagefinanzierte Grundrente, die für eine Einzelperson bei gut 1200 Euro im Monat liegt – fast 400 Euro mehr als der deutsche Durchschnittsrentner erhält. Für den Lebensstandard darüber hinaus setzt das System auf Betriebsrenten, also kapitalgedeckte Pensionsfonds. Manche Niederländer landen so insgesamt sogar bei einer Rente, die netto oberhalb des Gehalts liegt.

Wieso zahlen nicht einfach alle in die gesetzliche Rente ein, auch Beamte und Selbstständige?
Das ist historisch bedingt, heute aber tatsächlich kaum zu rechtfertigen – und erschwert im Übrigen auch, dass Menschen zwischen Privatwirtschaft und öffentlichem Sektor beruflich hin- und herwechseln.

Wie sieht es mit Generationengerechtigkeit bei der Rente aus?
Leider eher schlecht. Jüngere zahlen knapp 19 Prozent für die Rentenversicherung. Dazu kommen Steuersubventionen für die gesetzliche Rentenversicherung von knapp 100 Milliarden Euro. Das heißt, dass junge Menschen nicht nur über ihre Beiträge, sondern auch über ihre Steuern für die gesetzliche Rente bezahlen – über Steuern erwirbt man aber keine Ansprüche auf die eigene Rente.

Mehr zum Thema: OECD-Expertin Monika Queisser über mehr oder weniger sinnvolle Reformen – und die Vorteile von Betriebsrenten. Rentensysteme: „Das Wachstum ist spektakulär“

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