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Bettina Röhl direkt

Das wahre Gesicht des Populismus

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Der breit grinsende Populismus einer Andrea Nahles

Der jüngste, größte und teuerste Populismus der bundesrepublikanischen Geschichte ist die Rente mit 63, die bei der nächsten Bundestagswahl der SPD nutzen und der CDU schaden wird.

Die Baby-Boomer-Generationen sind die letzten Generationen, die, so sie nicht Beamte sind, unter dem perfekten Schutzschild des deutschen Arbeitsrechtes gelebt haben oder mindestens unter diesem Schutzschild ihre berufliche Sozialisation erfahren haben. Diese Sicherheitsdenker-Generationen, aufgewachsen im frühen Wohlstand der Republik, haben ein enormes Anspruchsdenken und sie machen zudem eine große Zahl an Wählern aus. Diese Generationen haben eine eisern unterdrückte Angst noch älter zu werden als ihre Vorfahren und, anders als ihre Vorfahren, von einer in Parallelgesellschaften zerfallende Gesellschaft irgendwann ausgesteuert oder als lästige Altlast an den Rand gedrängt zu werden.

Da ist der breit grinsende Populismus einer etwas armselig daher kommenden Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles geradezu Balsam auf die Seelen allzu vieler Babyboomer, die sich nicht zu den Gewinnern ihrer Generation zählen. Das Rentenpaket und insbesondere die Rente mit 63 ist das Wunschpaket der gigantisch großen Wählergruppe der heutigen Endvierziger bis Sechzigjährigen. Alle Phänomene, die die heutige Gesellschaft zunehmend zum Entgleisen bringen, halten sich die Baby-Boomer nach Kräften vom Leib. Sie leben privilegiert in ihren imaginären Luftschlössern. Und sie leben (noch) in der Illusion einen gigantischen Rentenanspruch der Höhe und der Empfangsdauer nach zu besitzen.

Das völlig verzerrte Bild der Rente

Tatsächlich ist das Rentensystem schon heute eine einzige Ungerechtigkeit in sich. Die Rentenempfänger überbelasten die heutige arbeitende Bevölkerung in einem nie dagewesenen Ausmaß und dies auch noch mit einer weit verbreiteten Ignoranz gegenüber der Rentenrealität.

Aber diese Ignoranz der heutigen Nutznießer des schief liegenden Rentensystems, welches ohnehin mit jedem Tag unbezahlbarer und damit auch irrealer wird und die Illusionen der Baby-Boomer, die jetzt erst ins Rentensystem drängen, wird durch den Populismus der GroKo in Gestalt der Rente mit 63 gehätschelt, gestreichelt und gebauchpinselt; und ist damit ein Paradebeispiel für populistischen Stimmenfang.

Der wahre Populist

Das Wort "Populismus" insinuiert fälschlicherweise, dass es um das Volk geht, deren Sympathien der Populist zu erheischen sucht. Tatsächlich könnte man natürlich auch den Schleimer selbst einen "Populisten" nennen und realiter muss man ihn auch so nennen.

Wer zur Nomen Klatura gehört und reale Minderheiten, die die GroKo-Politik hinterfragen, "Populisten" nennt, produziert in populistischer Weise einen populären Denkfehler. Er nennt eine oppositionelle Minderheit, die mit der Mainstreammeinung nicht kongruent ist, "populistisch", was bereits ein Widerspruch in sich selbst ist, während sich sein eigener "Populismus" (der allerdings ausgeblendet wird) in der Tatsache manifestiert, dass er sich bei einer, allerdings  die Mehrheit beherrschenden Führungsminderheit beliebt zu machen bemüht und damit mittelbar hofft, auch zum Darling der Mehrheit zu avancieren.

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