BGA-Umfrage: „Näher an der Stagnation, als am Aufschwung“
Deutschlands Großhandel zeigt sich aktuell unzufrieden mit der Bundesregierung. Das geht aus einer neuen Umfrage hervor, die der Interessenverband der Groß- und Außenhändler (BGA) am Dienstag veröffentlicht hat. Das Zwischenergebnis für Schwarz-Rot in Form einer Schulnote? Gerade einmal ausreichend.
Der Grund für das magere Ergebnis liegt laut BGA-Präsident Dirk Jandura vor allem in enttäuschten Erwartungen. Die Stimmung sei das letzte Mal zu Coronazeiten so schlecht gewesen.
Das hat Gründe: Bei über der Hälfte der befragten Unternehmen sind die Umsätze zurückgegangen, nur 13 Prozent konnten überhaupt Gewinne verzeichnen. Immerhin erwartet jede zehnte Firma eine Steigerung ihrer Erträge im kommenden Halbjahr. Auch der BGA geht für das Jahr 2026 von einem Wachstum von 0,7 Prozent aus. Dennoch bewege sich der deutsche Großhandel laut Jandura „näher an der Stagnation als am Aufschwung“.
Laut BGA hat der von der Bundesregierung gestartete Investitionsbooster bislang nicht die erhoffte Wirkung gezeigt, um die Lage zu verbessern. Jenes steuerliche Investitionssofortprogramm also, das Schwarz-Rot bereits im vergangenen Sommer verabschiedete und das unter anderem Abschreibungen von bis zu 30 Prozent pro Jahr für Ausrüstungsinvestitionen und ab 2028 auch eine schrittweise Verringerung der Körperschaftssteuer vorsieht.
Klingt zwar gut, hat bei 89 Prozent der vom BGA befragten Großhändler aber offenbar bislang keine Investitionsanreize ausgelöst.
Stattdessen beklagen fast die Hälfte der befragten Unternehmen einen Mangel an Aufträgen und 22 Prozent halten „die wirtschaftspolitische Lage für nicht attraktiv genug“, um mehr zu investieren. Gleichzeitig bemängelt der BGA eine zu aufwendige Bürokratie, zu hohe Arbeitskosten, Steuern und Energiekosten für den Mittelstand, die jeglichen Booster abzuwürgen drohen.
Anders ausgedrückt: Die Regierung hat mit ihrer Note knapp bestanden, sollte aber vielleicht trotzdem noch einmal zur Nachhilfe.