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Gesundheitspolitik Bund will bis Ende 2021 Nationale Gesundheitsreserve aufbauen

An 19 Standorten in Deutschland will die Bundesregierung laut einem Bericht künftig medizinisches Material lagern. So sollen Engpässe vermieden werden.

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Behandlung eines Corona-Patienten in einem Krankenhaus in Berlin. Quelle: dpa

Als Konsequenz aus der Corona-Pandemie will die Bundesregierung bis Ende 2021 eine Nationale Gesundheitsreserve mit medizinischer Schutzausrüstung aufbauen. Hierzu will der Bund an 19 Standorten in Deutschland Bestände lagern, um Engpässe zu vermeiden, wie aus einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Konzept des Gesundheitsministeriums für das Corona-Kabinett der Bundesregierung hervorgeht.

Die Vorräte etwa an Masken und anderer Schutzausrüstung sollen die ebenfalls von den Ländern aufgebauten Lager ergänzen. „Reserven sind auch weiterhin in den medizinischen Einrichtungen und bei den Ländern vorzuhalten.

Der Rückgriff auf die Bestände des Bundes stellt eine 'Last-resort-Lösung' dar“, wird in dem Konzept betont. Als Standorte für den Aufbau der Reserven werden Apfelstädt, Augsburg, Bergkamen, Biblis, Crailsheim, Dortmund, Emmerich, Euskirchen, Halle, Hamburg, Ibbenbüren, Kabelsketal, Krefeld, Langenhagen, Neuss und Unna genannt.

Hinzu kämen die vom Beschaffungsamt des Bundesinnenministerium angemieteten Lagerflächen für Hand-Desinfektionsmittel in Neustadt, Muggensturm und Krefeld. Nach Ende des Kalten Krieges waren in Deutschland viele Lager mit Material für Krisenzeiten geschlossen worden.

Die nationale Gesundheitsreserve soll vorrangig das Gesundheitswesen unterstützen und „bestmöglich den Bedarf von Bund und weiteren Beteiligten decken“. Geplant ist, künftig zumindest einen Monat Reserve an Material vorzuhalten.

Ab 2022 sollen die Bestände verstärkt mit in Deutschland produzierten Produkten wie etwa Masken aufgefüllt werden. Über die Kosten will der Bund mit den Ländern verhandeln.

Die Lager sollen auch Teil des Aufbaus einer Europäischen Reserve sein. Deutschland und Frankreich hatten am 18. Mai 2020 dafür ein System der „Strategischen Gesundheitssouveränität“ vorgeschlagen.

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