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Präsidentin der Kultusminister "Wir brauchen keine weiteren Schulreformen"

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"Technik folgt Pädagogik"

Die Digitalisierung wird künftig Jobs schaffen, von denen wir heute noch nichts wissen. Wie muss sich Schule verändern, damit die Jugendlichen fit für die Jobs der Zukunft sind?
Die Grundfertigkeiten – lesen, schreiben und rechnen brauchen wir auch in der Ära der Digitalisierung. Trotzdem haben wir in Deutschland Nachholbedarf. Wir können und müssen mobile Endgeräte stärker im Unterricht einsetzen. Dabei gilt ganz klar: Technik folgt Pädagogik. In Baden-Württemberg haben wir 15 „Lernfabriken 4.0“ aufgebaut. Das sind Labore, in denen Berufsschüler den Umgang mit industriellen Automatisierungslösungen lernen können – mit den Geräten, die heute auf dem Markt sind. Vor allem in den Berufsschulen müssen wir uns noch viel stärker am Bedarf der Unternehmen orientieren.

Lassen Sie uns über G8 und G9 sprechen. Niedersachsen kehrt zum alten System zurück, Bayern ebenfalls. Sie wollen bei G8 bleiben, lassen aber Ausnahmen zu – ein ganz schönes Durcheinander.
Die Länder haben die Bildungshoheit und entscheiden selbständig, auf welchem Weg sie das Abitur anbieten. In Baden-Württemberg haben wir 44 Modellstandorte, an denen das Abitur nach neun Jahren möglich ist. An den rund 330 anderen Gymnasien bleiben wir bei G8. Hinzu kommt, dass 37 Prozent der Abiturienten ihr Abitur bei uns ohnehin über ein berufliches Gymnasium erlangen. Die sind und bleiben beim Abitur nach neun Jahren. Wir brauchen jetzt nicht eine weitere Reform, sondern vor allem Ruhe und Verlässlichkeit im Schulsystem. 

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Studien zeigen, dass die Qualität durch G8 nicht leidet. Auch das Stressniveau ist unverändert. Ärgert es Sie, dass viele ihrer Kollegin hektisch und ohne Not zum alten System zurückkehren?
Jedes Land muss entscheiden, ob ein permanenter Wechsel sinnvoll ist. Das ist ja auch die Chance des Föderalismus, dass verschiedene Wege möglich sind. In Baden-Württemberg halten wir eine flächendeckende Rückkehr zum G9 nicht für sinnvoll.

Die Verkürzung des Gymnasiums hat fast überall in Deutschland die Ganztagsschule etabliert. Warum haben sich CDU und CSU damit so schwergetan?
Die Nachfrage unterscheidet sich zwischen Stadt und Land. Viele Eltern sind auf dieses Angebot angewiesen. Dabei kommt es mir entscheidend darauf an, dass wir keine staatliche Ganztags-Zwangsbeglückung installieren, sondern Flexibilität zulassen. Ich schaue bei dieser Thematik insgesamt lieber nach vorne. Wir sind daher in sehr intensivem Dialog mit den einschlägigen Partnern.

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