Sahra Wagenknecht Keine Zukunft für Rot-Rot-Grün

Spitzenkandidatin Wagenknecht sieht kaum noch Chancen für ein Linksbündnis im Bund. Verantwortlich dafür sei das Desinteresse von SPD und Grüne. Auch kritisiert sie die Tatenarmut der SPD bei sozialer Gerechtigkeit.

„Es sieht so aus, als sei Rot-Rot-Grün tot.“ Quelle: dpa

Berlin Die Spitzenkandidatin der Linkspartei, Sahra Wagenknecht, sieht kaum noch Chancen für eine rot-rot-grüne Regierung im Bund. Auf die Frage, ob diese Bündnisoption tot sei, sagte sie dem Berliner „Tagesspiegel“ (Sonntag): „Es sieht so aus, aber der Killer wurde nicht von der Linken beauftragt.“

Sie höre aus den Reihen von SPD und Grünen „nur Stimmen, die Rot-Rot-Grün ausschließen“. Im privaten wie im politischen Leben sei es nicht ratsam, jemanden als Partner zu umwerben, der erkennbar gar kein Interesse zeige. „Stalking ist nicht meine Sache.“ Die Fraktionschefin der Linken im Bundestag gilt allerdings vielen von SPD und Grünen wegen ihrer Positionen in der Außen- und Verteidigungspolitik selbst als Hindernis für Rot-Rot-Grün.

Wagenknecht warf der SPD und ihrem Kanzlerkandidaten Martin Schulz vor, lediglich von sozialer Gerechtigkeit zu reden. Die Sozialdemokraten hätten ein „mutloses Wahlprogramm“ vorgelegt, das selbst hinter den Forderungen aus dem Wahlkampf von 2013 zurückbleibe.

Schulz habe zunächst „die Hoffnung geweckt, er würde die SPD wieder zu einem sozialeren Kurs führen. Das fanden wir gut. Aber nach kurzer Zeit ist er leider schon wieder eingeknickt.“

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