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Studie Druck auf deutsche Unternehmen zu sauberen Lieferketten steigt immens

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Die Erwartungen von Politik, Gesellschaft und Verbrauchern an deutsche Unternehmen, in ihren Lieferketten den Menschenrechten und ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden, hat in diesem Jahr deutlich zugenommen.

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Markus Löning, Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe. Quelle: dpa

Das ist das Ergebnis einer Studie des früheren Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Markus Löning, die der WirtschaftsWoche vorliegt und Ende dieser Woche veröffentlicht wird. Demnach steigen vor allem die Erwartungen der Verbraucher immens. Laut Studie denken drei Viertel der Konsumenten, dass Unternehmen nicht nur Gewinne erzielen, sondern auch die sozialen Bedingungen verbessern sollten. Zwei Drittel der Deutschen trauen es den Konzernleitungen demnach nicht zu, sich den Herausforderungen ihrer Standorte zu stellen. 27 Prozent der Menschen wären bereit, für ein Produkt mehr zu zahlen, wenn der Hersteller Haltung zeigt und fair produziert. 43 Prozent der Konsumenten würden laut Studie eine Marke dann aktiv weiter empfehlen.

Laut der Untersuchung zeigt sich der gestiegene Druck auch in neuen gesetzlichen Regelungen: Der normative Rahmen für die Lieferketten der Unternehmen wird in Europa immer strenger. So führen gerade nach Großbritannien, den Niederlanden und Frankreich nun auch auch Irland und Tschechien neue Regeln für transparente Lieferketten ein, sogenannte Nationale Aktionspläne. Auch die Erwartungen potenzieller Bewerber an die moralischen und ethischen Standards von Firmen hätten deutlich zugenommen, schreiben die Autoren. „Immer weniger junge Menschen wollen bei einem Unternehmen arbeiten, das keinen Wert auf die Einhaltung der Menschenrechte in seinen Lieferbeziehungen legt“, so Löning.

Die Bundesregierung hatte nachhaltige und saubere Lieferketten zu einem ihrer Kernanliegen der abgelaufenen Legislaturperiode erklärt. Sowohl in der Abschlusserklärung des G7-Gipfels in Elmau 2015 als auch des G20-Gipfels in Hamburg 2017 tauchten auf Betreiben von Kanzlerin Angela Merkel Passagen hierzu auf. Dennoch gibt es bis heute in Deutschland keine gesetzliche Pflicht für Unternehmen, Menschenrechts- und Umweltstandards entlang ihrer Lieferkette einzuhalten und zu kontrollieren. In anderen europäischen Ländern und den USA indes existieren solche Verpflichtungen.

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