Wirtschaftskrise: Unternehmer-Umfrage: Nur jeder Dritte hat noch Hoffnung
Nur etwa jeder vierte Unternehmer plant derzeit größere Investitionen im Land.
Foto: imago imagesTrübe Aussichten und kein Ende in Sicht: Eine neue Umfrage unter Unternehmern bestätigt die schlechte Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Demnach erwarten 58 Prozent der Firmenchefs und -chefinnen, dass sich das wirtschaftliche Umfeld in den kommenden fünf Jahren weiter verschlechtert. Nur 32 Prozent haben Hoffnung auf Verbesserung. Zu diesem Ergebnis kommen die Meinungsforscher von Civey im Auftrag der Lobbyorganisation „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM).
Die pessimistische Einschätzung zeigt sich vor allem in der fehlenden Bereitschaft, in Deutschland zu investieren. Nur etwa jeder vierte Unternehmer plant derzeit größere Investitionen im Land, jeder zweite will gar nicht investieren, zwölf Prozent weichen ins Ausland aus.
Thorsten Alsleben, Geschäftsführer der INSM, sieht darin Alarmzeichen, auf die eine künftige Bundesregierung reagieren muss: „Die Unternehmer sind frustriert und haben kaum Zukunftshoffnung. So kommen wir nicht aus der Stagnation raus.“ Vor allem Bürokratieabbau und Steuersenkungen würden den Unternehmern Mut geben, wieder zu investieren.
Tatsächlich nennen 64 Prozent der befragten Unternehmer die Bürokratie als größtes Ärgernis. Danach folgen mit 59 Prozent die Steuerlast, mit 39 Prozent die gestiegenen Energiekosten und mit 36 Prozent die Höhe der Sozialabgaben.
Den Fachkräftemangel zählen 30 Prozent zu den größten Problemen. All das hat Folgen: 19 Prozent der befragten Unternehmen haben 2024 Stellen abgebaut. 23 Prozent haben es in diesem Jahr vor.
Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent und mit 1,1 Prozent in 2026. Für die Umfrage hat Civey zwischen dem 7. und 21. Januar mehr als 500 Unternehmer mit fest angestellten Mitarbeitern befragt. Die INSM wird von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie finanziert.
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