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Als Gegengewicht zu China EU will mit Indien wieder über Abkommen zum Freihandel beraten

Exklusiv
Die EU-Kommission will die seit 2013 ausgesetzten Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit Indien wieder aufnehmen. Quelle: imago images

Auf dem EU-Indiengipfel am Samstag sollen die lange brach liegenden Gespräche wieder angestoßen werden. Doch beide Partner gehen mit höchst unterschiedlichen Erwartungen in die Gespräche.

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Die EU-Kommission will die seit 2013 ausgesetzten Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit Indien wieder aufnehmen. „Das Thema steht auf dem EU-Indien-Gipfel am Samstag auf der Tagesordnung“, heißt es in EU-Kreisen, wie die WirtschaftsWoche berichtet. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte am Montagvormittag mit Indiens Premierminister Narendra Modi telefoniert. „Ich bin zuversichtlich, dass unser Treffen unserer strategischen Partnerschaft neues Momentum verschafft“, schrieb Modi anschließend auf Twitter.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will mit den Verhandlungen klar ein Signal an China senden, dass Europa andere strategische Partner in Asien sucht. Indien will ebenfalls den Einfluss China eindämmen.

Fachleute erwarten höchst schwierige Verhandlungen, weil beide Seiten mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen in die Gespräche gehen. „Die EU-Kommission will als ersten Schritt einen umfassendes Investitionsabkommen analog zu dem Deal, der mit China ausgehandelt wurde“, sagt Hosuk Lee-Makiyama, Direktor der Brüsseler Denkfabrik Ecipe. „Gleichzeitig erwarten die Inder zunächst einmal Zollsenkungen von den Europäern, um später tiefer in die Verhandlungen einzusteigen.“



Modi wird wegen der Pandemie nicht wie geplant nach Porto reisen und sich – wie Bundeskanzlerin Angela Merkel – per Videokonferenz zuschalten.

Mehr zum Thema: Die Coronalage in Indien gerät außer Kontrolle. Der Chef der Deutsch-Indischen Handelskammer, Stefan Halusa, warnt aber davor, das Land ökonomisch und geostrategisch abzuschreiben – auch wegen der Konflikte des Westens mit China. Deutsche Firmen in Indien: „Nur noch wenige Branchen dürfen arbeiten“

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