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Arbeitgeberpräsident Kramer "Brexit-Verhandlungsergebnis muss für beide Seiten fair sein"

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Die BDA fordert, dass alle vier Grundfreiheiten des EU-Binnenmarkts trotz des Brexits erhalten werden müssen. Nur dann kann der EU-Binnenmarkt den Wohlstand in Europa wirklich mehren.

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Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Quelle: REUTERS

Am Tag, an dem die Briten ihren Austritt aus der EU ganz offiziell beantragen, warnt der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer, davor, die Briten in den Austrittsgesprächen für ihre Abkehr von der EU bestrafen zu wollen.

„Wir brauchen Verhandlungen, die ein faires Ergebnis für beide Seiten bringen“, sagte Kramer der WirtschaftsWoche. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass Großbritannien auch nach seinem Ausscheiden aus der EU für die deutsche Wirtschaft eine bedeutende Rolle spielen werde: „Großbritannien ist und bleibt für uns ein wichtiger Partner.“

Kramer fordert, dass sich der Rest der EU nicht auseinanderdividieren lassen darf. „Entscheidend ist jetzt, dass der Zusammenhalt der verbleibenden 27 EU-Mitgliedsstaaten gestärkt wird.“ Damit meint Kramer vor allem, dass die 27 EU-Mitgliedsstaaten die vier Grundfreiheiten des Binnenmarkts verteidigen sollen.

Fünf Krisen, die die EU schon überlebt hat

In einem Papier zum Brexit betont die BDA, dass keine der vier Grundfreiheiten als Konsequenz des Brexit eingeschränkt werden soll: „Nur im gemeinsamen Zusammenspiel entfalten sie ihre volle Kraft.“ In der EU dürfen sich Personen, Waren, Kapital und Dienstleistungen frei bewegen.

Großbritannien möchte auch nach einem Austritt aus der Union den Zugang zum EU-Binnenmarkt erhalten, gleichzeitig aber über Einwanderung in Eigenregie entscheiden. Diese Einschränkung der Personenfreiheit lehnen die anderen 27 EU-Staaten bisher strikt ab. Sollte Großbritannien auf Einschränkungen bei der Migration pochen, so wollen die anderen 27 EU-Staaten dem Land künftig keinen Zugang zum Binnenmarkt zugestehen.

Das wäre bitter für Großbritannien, denn der EU-Binnenmarkt ist, wie es in dem BDA-Papier heißt, mit einer Wirtschaftsleistung von rund 11 Billionen Euro der größte einheitliche Markt der Welt. Die BDA zitiert eine Untersuchung, wonach der Binnenmarkt in Europa 2,5 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze geschafft hat.

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