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Fußballclubs Super League erringt Etappensieg gegen Uefa vor spanischem Handelsgericht

Die Super League, ein geplanter neuer Wettbewerb europäischer Top-Clubs, stieß auf viel Widerstand, jetzt konnten die Initiatoren einen Sieg vor Gericht erringen. Quelle: Pool via REUTERS

Die Super League hat vor einem spanischen Gericht einen Etappensieg gegen den europäischen Fußballverband Uefa errungen. Real Madrid, Barça und Juventus Turin treiben die Konkurrenz zur Champions League weiter voran

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Die Super League hat vor einem spanischen Gericht einen Etappensieg gegen den europäischen Fußballverband Uefa errungen. Das Madrider Handelsgericht Nr. 17 hat auf Antrag der Fußballclubs eine einstweilige Verfügung erlassen, die der Uefa und ihren nationalen Mitgliedsverbänden vorerst verbietet, Strafmaßnahmen gegen die Gründungsclubs der Super League zu erlassen. Die einstweilige Verfügung liegt der WirtschaftsWoche vor.

Das Gericht untersagt der Uefa konkret, das angekündigte Disziplinarverfahren gegen die verbleibenden drei Clubs Real Madrid, Juventus Turin und FC Barcelona voranzutreiben. Außerdem darf die Uefa die zwölf Gründungsmitglieder der Super League nicht von ihren Wettbewerben ausschließen. Auch darf die Vereinbarung vorerst nicht durchgesetzt werden, die die Uefa mit den neun Clubs getroffen hat, die sich von der Super League abgekehrt haben. Darin hatten sich die Clubs verpflichtet, die Super League aufzulösen und andernfalls jeweils 100 Millionen Euro Strafe zu zahlen.

Das spanische Gericht fordert die englische Premier League und den italienischen Fußballverband auf, alles zu unterlassen, was das Projekt Super League behindern könnte. Die Teilnahme an den nationalen Ligen müsse ermöglicht werden.

Für die drei verbleibenden Clubs Real, Barça und Juventus Turin ist die einstweilige Verfügung aus Madrid ein wichtiger Schritt, der eine Neuauflage des Projekts wieder in Reichweite bringt. Die Super League war im April im ersten Anlauf spektakulär gescheitert, nachdem die Uefa umfassende Strafen angedroht hatte und die Fans das Projekt mehrheitlich ablehnten.

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    Neun der zwölf Gründungsclubs hatten sich damals schnell aus dem Projekt zurückgezogen, aus Angst aus den nationalen Ligen ausgeschlossen zu werden, wie von Uefa-Präsident Aleksander Ceferin im April angedroht. Die britische Premier League teilte am selben Tag mit, dass sie sich Strafmaßnahmen gegen die teilnehmenden Clubs vorbehalte. Die italienische Liga hatte Juventus Turin den Ausschluss aus der Serie A in Aussicht gestellt, falls der Club in der Super League spiele.

    Im Mai hatte die Uefa bekannt gegeben, dass sie sich mit den neun Clubs, die sich von dem Projekt losgesagt hatten, auf mehrere Punkte geeinigt habe. Die Uefa spricht von einer „Einigung“, das spanische Gericht versieht diesen Begriff jedoch mit Anführungszeichen, weil es ihn für einen „Euphemismus“ hält, der in Wirklichkeit auf Sanktionen hinauslaufe. So müssen die neun Clubs gemeinsam als „Geste des guten Willens“ insgesamt 15 Millionen Euro spenden für den Freizeitfußball in der EU und Großbritannien. Außerdem müssen sie fünf Prozent ihrer Einnahmen einer Saison quasi als Widergutmachung abführen. Außerdem müssen sie eine Strafe von 100 Millionen Euro akzeptieren, wenn sie doch noch an der Super League teilnehmen würden.

    Die britischen Clubs wurden von der Premier League zu einem tiefen Kniefall gezwungen. Im Juni veröffentlichte die britische Liga ein Communiqué, in dem sich die sechs Clubs dafür entschuldigten, an dem Projekt teilnehmen zu wollen. Jedem Club wurde eine Strafe von 25 Millionen Pfund auferlegt. Bei einer Teilnahme an der Super League droht der Abzug von 30 Punkten.

    Mit den angedrohten Maßnahmen schien die Super League am Ende. Die drei Clubs Real, Barça und Juventus sehen in der Uefa jedoch einen Verband, der seine Monopol-Position im Sport ausnutzt. Darüber muss der Europäische Gerichtshof entscheiden, nachdem dasselbe spanische Gericht den Fall im April nach Luxemburg verwiesen hat. In seiner jüngsten Entscheidung unterstreicht das spanische Gericht, dass die Serie an Drohungen und Sanktionen gegenüber den Clubs seiner früheren Entscheidung vom April zuwiderlaufe. Der Uefa bescheinigt das Gericht „rebellisches“ Verhalten.

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    Die Gerichtsentscheidung in Madrid zeigt, dass das Konkurrenz-Projekt zur Champions League der Uefa doch noch eine Zukunft haben könnte. Bei den drei Clubs, die als treibende Kraft verbleiben, mehrt sich die Überzeugung, dass das Projekt besser erklärt werden kann. Zahlreiche Politiker hatten die Super League als Elitenprojekt abgelehnt. Auch bei den Fans stieß die Idee einer abgeschotteten Liga auf große Skepsis. Die Investitionsbank JP Morgan, die vier Milliarden Euro als Brückenfinanzierung bereit stellen wollte, hatte sich für die Beteiligung an dem Deal sogar öffentlich entschuldigt und betonte, die Stimmung bei den Fans falsch eingeschätzt zu haben.

    Mehr zum Thema: Schon 1998 planten europäische Top-Clubs eine Superliga. Doch auch mehr als 20 Jahre später bleibt es nur eine Drohkulisse gegen die UEFA.

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