Steueroasen: Französische Steuerfahnder nehmen McDonald's unter die Lupe
Wie McDonald's die größte Fast-Food-Kette der Welt wurde
1940 eröffnen die Brüder Richard und Maurice McDonald die erste Filiale in Kalifornien, USA - zunächst mit überschaubarem Erfolg. Das ändert sich als sie 1948 auf Selbstbedienung umstellen. Mit dem großen goldenen "M", den sogenannten "Golden Arches" werben sie zum ersten Mal 1953.
Foto: dapdRauchverbot
Hier können Familien durchatmen. Seit März 2007 sind alle deutschen McDonald's Restaurants rauchfrei. McDonald's unterstreicht damit auch weiterhin, dass es sich um ein Familienrestaurant handelt.
Foto: CLARK/obsDer McDonalds-Clown
Kinder sind eine wichtige Zielgruppe für McDonalds. Um sie gezielt anzusprechen, führt das Unternehmen 1966 die Clown-Figuer "Ronald McDonald" ein. Sie ist auch Pate für die gleichnamige Mc Donald's Kinderhilfe.
Foto: APAus den USA nach Europa
Expansion lautet das Zauberwort des Erfolgs: 1971 eröffnet das erste McDonald's Restaurant in Europa, am Ende des selben Jahres folgte die erste deutsche Filiale in München. Damals kostete der Hamburger nur 98 Pfennig - mittlerweile liegt der einfache Burger ohne Käse mindestens bei einem Euro.
Foto: WirtschaftsWocheInnovation McDrive
Das schnelle Essen nimmt wortwörtlich Fahrt auf: 1975 eröffnet der erste McDrive in Arizona. Jetzt muss die Kundschaft nicht einmal mehr aussteigen, um an Burger und Fritten zu kommen. Mittlerweile hat sich das Erfolgskonzept auch in Europa etabliert und auch bei Burger King, Kentucky Fried Chicken und anderen Fast Food Ketten wird die bequeme Art der Bestellung und Mitnahme mittlerweile erfolgreich angeboten. Vorreitwer war die amerikanische Kette Wendy's im Jahr 1971.
Foto: APMcDonald's springt auf den Kaffee-Trend auf
Die Fast-Food-Kette profitiert mit seines McCafés von der neuen Kaffee-Kultur in und erweitert das Konzept. 1993 eröffnet das erste McCafé in Australien, erst zehn Jahre später folgte die Eröffnung in Deutschland. Mittlerweile gibt es über 700 McCafés in Deutschland.
Foto: REUTERSDer Super-Size-Me-Skandal
2004 muss sich McDonalds harsche Kritik vom amerikanischem Regisseur Morgan Spurlock gefallen lassen. Er isst 30 Tage lang nur McDonalds-Produkte und bewegt sich absichtlich maximal nur 2000 Schritte am Tag. Ärzte und Ernährungsberater begleiten und kommentieren seinen Selbstversuch. Nach einem Monat hat Spurlock 11,1 Kilogramm zugenommen und damit 13 Prozent seines bisherigen Körpergewichts zugelegt. Er beschreibt sich selbst als zunehmend depressiv und impotent.
Spurlock löst mit seinem Film in den USA eine öffentliche Debatte um die mangelhafte Ernährung und die Folgen des übermäßigen Fastfood-Konsums aus. Der Film erhält zahlreiche Auszeichnungen und wird 2005 für den Oscar nominiert.
Foto: ScreenshotWeg vom Dick-Macher-Image
McDonalds will sich gesünder präsentieren. 2004 startete das Unternehmen mit "salads plus", der Linie mit Salaten, Frucht Tüte und Yoghurts. 2005 wurde Top-Model Heidi Klum als neuer Werbepartner vorgestellt. Seit 2006 können sich die Kunden über die Anzahl der Kalorien auf den jeweiligen Verpackungen informieren.
Foto: dpa/dpawebDie Aktie McDonald's
Der Ausbruch des Rinderwahnsinns (BSE) macht der Burger-Kette zu Beginn des neuen Jahrtausends schwer zu schaffen, der Umsatz bricht ein. Dazu kommen die Klagen zweier adipöser Mädchen, die die Fastfood-Kette für ihre Fettleibigkeit verantwortlich machen. Im vierten Quartal 2005 muss das Unternehmen einen Verlust ausweisen. Aktionäre können sich allerdings keinesfalls beklagen: Seit Jahrzehnten hebt McDonald's die Dividendenzahlungen stetig an.
Foto: dpaMcDonald's ist Medienberichten zufolge ins Visier der französischen Steuerfahnder geraten. Die Fast-Food-Kette bestätigte Untersuchungen der Steuerbehörde am Landeshauptsitz in der Nähe von Paris. Zugleich wies McDonald's jedes Fehlverhalten zurück und widersprach Berichten, wonach das Unternehmen seit 2009 mehr als 2,2 Milliarden Euro ins Ausland geschafft habe, um Steuerzahlungen zu umgehen. Die Beamten hätten den Konzern im Oktober im Rahmen regelmäßiger Prüfungen besucht.
Die Internet-Wirtschaftsdienst "L'Expansion" berichtete dagegen, dass die Finanzbehörden Untersuchungen eingeleitet und deshalb die Unternehmenszentrale aufgesucht hätten. Demnach gehen die Fahnder dem Verdacht nach, McDonald's habe seit 2009 von den jährlichen Einnahmen zwischen 330 und 650 Millionen Euro in die Schweiz und nach Luxemburg transferiert. McDonald's Frankreich betonte indes, die Gruppe und ihre 314 lokalen Franchise-Partner hätten seit 2009 rund eine Milliarde Euro an Unternehmenssteuern gezahlt. Haushaltsminister Bernard Cazeneuve wollte sich nicht dazu äußern.
Die Tricks von US-Konzernen, in mehreren EU-Ländern legale Steuerschlupflöcher zu nutzen, hatte eine Welle der Empörung ausgelöst. Trotz Umsätzen in Milliardenhöhe zahlen Unternehmen wie Starbucks, Apple und Google dank einer ausgefeilten Buchführung zum Teil nur extrem niedrige Steuern an den Fiskus.