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Unternehmer über den Brexit „Es geht ans Eingemachte“

Brexit: Wie sich Unternehmen auf den EU-Austritt vorbereiten Quelle: REUTERS

Norbert Mensing führt einen Mittelständler, der ein Drittel seines Geschäfts mit Großbritannien macht. Während in London um den „Plan B“ für den Brexit gerungen wird, muss er mit größtmöglicher Unsicherheit klarkommen.

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WirtschaftsWoche: Herr Mensing, Ihr Unternehmen Tornado macht rund 30 Prozent des Umsatzes in Großbritannien. Was bedeutet der Brexit für Ihre Firma?
Norbert Mensing: Die größtmögliche Unsicherheit. Ich würde mich gerne vorbereiten, auf das was kommt - aber dazu müsste ich ja wissen, was kommt. Sollen wir uns wieder auf Zölle einstellen? Habe ich künftig Scherereien mit langwierigen Visa-Anträgen, wenn meine Mitarbeiter oder ich auf die Insel möchten? Gibt es vielleicht sogar neue Produktprüfungen bei der Einfuhr? Niemand weiß es.

Wie reagieren Ihre Kunden?
Ich reise in zwei Wochen nach Großbritannien, um mit denen das weitere Vorgehen zu besprechen. Fest steht nur, dass unsere wichtigsten britischen Kunden noch im März, also vor dem Austrittstermin am 29. März, eine deutlich größere Menge an Ware von uns bekommen werden, damit sie im Fall der Fälle eine Zeit lang weiter produzieren können.

Zur Person

Und dann?
Wenn ich das schon wüsste! Vielleicht werden wir Lager in Großbritannien einrichten müssen, um die Verfügbarkeit unserer Antriebe jederzeit zu gewährleisten. Das ist eine Option.

Haben Sie noch Hoffnung, dass es am Ende nicht so heftig kommt?
Natürlich, ich hoffe sehr, dass es glimpflich ausgeht. Eine Übergangsfrist mit Verbleib der Briten in der Zollunion wäre doch das Mindeste.

Und was wäre, wenn der ungeregelte Ausstieg, der hard brexit, Wirklichkeit würde?
Das will ich mir lieber nicht vorstellen. Wir arbeiten mit einigen unserer Kunden seit mehr als 40 Jahren zusammen. Da ist viel Vertrauen entstanden. Dass diese Beziehungen quasi über Nacht gekappt würden – nein, das darf nicht passieren. Da ginge es ans Eingemachte.

Wenn Sie der britischen Politik einen Wunsch übermitteln könnten, welcher wäre das?
Dass endlich Bewusstsein für die historische Verantwortung entsteht. Die Politiker dürfen ihre Machtspiele weder auf dem Rücken der nachfolgenden Generation austragen, noch auf dem der Wirtschaft.

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