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Bekämpfung der InflationLagarde: EZB kann Fed nicht einfach nachahmen

Die EZB-Chefin verweist auf die Unterschiede in der konjunkturellen Lage. Sowohl EZB als auch Fed hatten den Leitzins zuletzt um 0,75 Prozent erhöht. 03.11.2022 - 10:01 Uhr

Lagarde stellte zuletzt weitere Zinserhöhungen in Aussicht.

Foto: dpa

Die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed sind laut EZB-Chefin Christine Lagarde keine Richtschnur für die Geldpolitik in der Euro-Zone. Zwar beeinflusse die Federal Reserve mit ihrer geldpolitischen Linie die globalen Märkte, sagte die Französin am Donnerstag auf einer Konferenz der lettischen Notenbank in Riga. Doch könne die EZB die Entscheidungen der US-Notenbank nicht einfach nachahmen.

Die konjunkturelle Lage auf beiden Seiten des Atlantiks sei nicht gleichartig. Daher könne die EZB nicht „im gleichen Tempo“ wie die Fed im Kampf gegen die ausufernde Inflation vorgehen.

Die Federal Reserve schraubte den Leitzins am Mittwoch zum vierten Mal in Folge um einen Dreiviertel-Prozentpunkt nach oben – auf die neue Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Fed-Chef Jerome Powell signalisierte zugleich, dass die Notenbank im Dezember oder im Februar das Tempo bei den Zinserhöhungen etwas herausnehmen könnte.

Auch die EZB hatte jüngst mit einem weiteren großen Schritt die Schlüsselzinsen um 0,75 Prozentpunkte erhöht. Der an den Finanzmärkten maßgebliche Einlagensatz liegt damit inzwischen bei 1,50 Prozent. Lagarde stellte zudem weitere Anhebungen in Aussicht. Sie betonte nun in Riga, eine Rezession werde nicht ausreichen, um die Inflation im Zaum zu halten.

Bundesbankchef Joachim Nagel plädiert im Kampf gegen die hohe Inflation für weitere Zinserhöhungen. Die EZB sollte nicht auf weitere Zinsanhebungen verzichten, damit die Teuerungsrate auf das mittelfristige Ziel gesenkt werden könne, sagte er am Donnerstag bei einer Gesprächsrunde in Madrid. Nagel hatte jüngst in einem Zeitungsinterview gesagt, die Inflation sei hartnäckig, daher müsse die Geldpolitik noch hartnäckiger sein. Es gelte, entschlossen zu handeln.

EZB-Direktor Fabio Panetta hat indes vor einem zu kräftigen geldpolitischen Straffungskurs gewarnt. Es gelte zu vermeiden, die Zinssätze zu schnell zu erhöhen, sagte der Italiener am Donnerstag. Denn dies könnte aus seiner Sicht das Wirtschaftswachstum, die Immobilienpreise und die Finanzmärkte übermäßig beeinträchtigen.

rtr
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