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Hacker-Angriff So schützen Sie sich im Netz mit sicheren Passwörtern

IT-Sicherheit: Mit sicheren Passwörtern gegen Cyber-Angriffe Quelle: Getty Images

Beim Cyber-Angriff auf Politiker und Prominente stammen viele private Daten aus geknackten Konten, auch weil deren Passwörter nicht sicher waren. 10 Tipps, wie Sie sichere Codes finden und auch im Kopf behalten.

Noch sind nicht alle Quellen geklärt, aus denen Angreifer die seit Anfang Dezember veröffentlichten Daten von Politikern und Prominenten entwendet haben. Unstrittig aber ist, dass viele aus schlecht gesicherten Online-Konten stammten, deren Besitzer zwei entscheidende Fehler gemacht haben. Zum einen hatten sie bei der Wahl ihrer Passwörter geschludert und zum anderen eine der wichtigsten Regeln ignoriert, die zum Schutz digitaler Identitäten gelten: Für jedes Konto – egal ob Social-Media-Account oder Online-Shop – wo immer möglich die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren.

Bei dieser Funktion, die es unter anderem bei Facebook, Twitter, Google, WhatsApp und vielen E-Mail-Diensten gibt, kann der Nutzer voreinstellen, dass jeder Anmeldeversuch im Netz oder am Smartphone eine zusätzliche, zweite Freigabe erfordert. Das kann beispielsweise die Eingabe eines Codes sein, den der Kontoinhaber per SMS an eine vordefinierte Handynummer geschickt bekommt. Mit dieser Zwei-Faktor-Sicherheit lassen sich beispielsweise auch Benutzerdaten in den jeweiligen Diensten gegen Manipulation sichern, sollte doch mal ein Passwort in falsche Hände gelangen.

Ebenso wichtig aber ist, dass schon das Passwort selbst möglichst sicher ist. Das bedeutet, dass Zugangscodes, wie die erstaunlicherweise noch immer meistgenutzten Schlüssel „Password“, „12345“, „qwert“, „0000“ oder der eigene Name, unbedingt ersetzt werden müssen. Denn viel leichter kann man es Hackern kaum machen.

Wie aber sehen sichere und praktikable Strategien für Passwörter und PIN-Codes aus? Und vor allem: Wie gelingt es, sich die trotzdem zu merken? Die folgenden zehn Tipps helfen Ihnen dabei:

1. Vorsicht 

Man mag es kaum glauben, aber viele Menschen sichern weder PC noch Smartphone überhaupt mit einem Zugriffscode ab. Dabei ist selbst ein schwacher Schutz besser als gar keiner – speziell auf Mobiltelefonen, die längst zum Zweithirn vieler Nutzer avanciert und mit Adresslisten, Fotos und dergleichen eine wahre Fundgrube für Hacker sind. Aktivieren Sie deshalb am Handy neben der PIN-Abfrage der SIM-Karte auch den Passwortschutz des Gerätes selbst – am besten mit einer mindestens sechsstelligen PIN – die nicht ihrem Geburtsdatum entspricht. So wird nicht nur die SIM, sondern auch das Mobiltelefon für Diebe unbrauchbar und der simple Zugriff auf die in den Apps gespeicherten Daten verhindert. Prüfen Sie zudem, ob die Passwortabfrage in Ihrem heimischen schnurlosen Funknetz (WLAN) aktiv ist. Sonst surfen Fremde kostenlos mit.

2. Abwechslung

Vermeiden Sie es, identische Passwörter für mehrere Zwecke zu nutzen. Wer im WLAN-Netz eines Cafés den gleichen Zugangscode zur Abfrage der E-Mails verwendet wie daheim für Zugriffe auf das Online-Bankkonto, handelt fahrlässig. Denn die Codes werden über Funk meist unverschlüsselt übertragen. Sicherheitsexperten empfehlen, wenigstens drei unterschiedlich komplexe Schlüssel für unterschiedlich sensible Anwendungen einzusetzen. Wichtig: Wenn die Gefahr besteht, dass ein Passwort bekannt geworden ist oder gar geknackt oder bei einem Hackerangriff auf einen Online-Dienst gestohlen wurde, tauschen Sie es sofort aus. Und zwar nicht bloß im betroffenen Konto, sondern auch in allen anderen, bei denen der betroffene Code zum Einsatz kommt.

3. Komplexität

Auch bei Passwörtern gilt: „Viel hilft viel“. Je länger und komplexer die Codes sind, desto sicherer sind sie. Je weniger Systematik und Semantik in ihnen steckt, desto besser. Vor allem der Einsatz von Sonderzeichen wie §, &, $ oder @ steigert die Zahl der Passwortalternativen enorm. Leider sind diese Schlüssel auch schwerer zu merken – sofern man sich nicht eines intelligenten Kniffs bedient.

4. Codes mit Gefühl

Reine Zahlencodes wie Handy-, EC- oder Kreditkarten-PINs geraten im alltäglichen Informationswust allzu leicht in Vergessenheit. Sie lassen sich besser merken, wenn Sie diese mit emotional relevanten Fakten assoziieren – und die voreingestellten Codes der Karten entsprechend umprogrammieren. Vergessen Sie Ihr Geburtsdatum, das recherchieren Datendiebe im Zweifel auch. Wie wäre es aber mit dem Tag, an dem Ihr Lieblingsverein zum letzten Mal Meister wurde, Sie Ihr Diplom gemacht oder die Ausbildung abgeschlossen haben? Darauf kommt keiner – und Sie können es zur Not sogar nachschlagen.

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