Smartphone-Hacks Wie man den Feind in der Tasche bekämpft

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Nichtnutzung ist der beste Schutz

Schritt 5: Was lasse ich besser bleiben?

Trotz vieler Sicherheitsmaßnahmen und Bemühungen bleibt ein erhebliches Restrisiko, das sowohl den fortbestehenden Lücken als auch dem Verhalten der Nutzer geschuldet ist. Es gilt im Zweifel: nicht alles, was getan werden kann, muss auch getan werden. Sicherheitslücken in der Betrachtung von Multimedia-Nachrichten (MMS) lassen sich durch Verwendung eines alternativen Messaging-Apps (siehe oben) verlässlich beseitigen. Angriffsmöglichkeiten durch aktive Inhalte wie Videos, TV-Streaming und bewegliche Elemente auf Webseiten neutralisiert man schlicht durch Nichtnutzung, sprich durch Verbot solcher Inhalte im Web-Browser. Selbst eingefleischten Auenländern sollte plausibel sein, dass das Betrachten eines Länderspiels vielleicht am Laptop doch etwas bequemer (und sicherer) ist. Tragische Helden neigen ohnehin zur Lesebrille, womit sich die Frage seltener stellen sollte.

Unterlassen sollte man auch den raschen Klick auf externe Links in Mails oder SMS-Nachrichten, da Mobilgeräte hier noch weniger Schutzmechanismen als herkömmliche Rechner bieten.

Benimmregeln für das Smartphone
In Meetings hat das Smartphone PauseViele Handynutzer haben auch in beruflichen Konferenzen ihr Smartphone im Blick, wie eine Umfrage des IT-Verbands Bitkom zeigt. Demnach schaut gut ein Drittel (36 Prozent) der berufstätigen Smartphone-Besitzer auch während Meetings auf das Handy. Viele pflegen während des Meetings ihre private Kommunikation: Gut jeder vierte Smartphone-Besitzer (27 Prozent) gab an, in Konferenzen private E-Mails, Facebook- oder WhatsApp-Nachrichten zu lesen. 11 Prozent spielen Handyspiele wie Quizduell und 6 Prozent schauen Sportergebnisse nach. Für den Bitkom ist das ein Zeichen, dass die sozialen Normen rund um den Smartphone-Gebrauch noch nicht festgelegt sind. Bei den meisten Kollegen kommt die Handynutzung während Konferenzen nicht gut an, viele finden es einfach unhöflich. Quelle: gewitterkind-Fotolia
Eine reale Person hat immer VorrangDie Regel ist ebenso banal, wie sie im Surf-Eifer schnell in Vergessenheit gerät. In dem Moment, in dem zwei oder mehrere Menschen beisammen sitzen, gehört das Smartphone ausgeschaltet. Der Einzelne sollte realen Personen mehr Aufmerksamkeit schenken als dem Gadget in der eigenen Hand. Quelle: dpa
Klingeltöne machen LeuteDer richtige, DEZENTE Klingelton ist ebenso wichtig wie die passende Email-Adresse. Bitte max.mustermann@gmx.de statt Schnurzelpurzel78@t-online.de. Und keine nervigen Technobeats oder "Du bist mein Schnuffel"-Songs als Klingelton. Quelle: dpa
Mit dem Smartphone im RestaurantEgal ob bei einem privaten Abendessen oder einem Businesslunch, manchmal möchte man das Smartphone einfach in Reichweite haben. Stellen Sie es in diesem Fällen aber auf Vibrationsalarm um und legen Sie den Display nach unten auf den Tisch. Bei einem eingehenden Anruf gehört es sich laut Knigge den Raum zu verlassen. Allerdings sollte das Telefonat dann nicht länger als ein Toilettengang dauern, um die andere Person nicht unnötig lange warten zu lassen. Quelle: dpa/dpaweb
Das Smartphone im SchlafzimmerEigentlich spricht nichts dagegen, das Smartphone auch im Schlafzimmer liegen zu haben. Wer sich den Raum jedoch mit seinem Partner teilt, sollte das Telefon nachts auf den Flugmodus umschalten, um nicht durch das Empfangen von Nachrichten zu stören. Auch sollte die nächtliche Daddelei am Smartphone unterlassen werden. Schließlich ist die Displaybeleuchtung sehr hell und kann einen durchaus aus dem Schlaf reißen. Quelle: dpa
Das Smartphone sollte zu Hause bleiben, …… wenn man die Kirche, ein Theater, einen Konzertsaal, ein Kino oder eine Beerdigung besucht. Bei derartigen Veranstaltungen stören Klingelgeräusche, der Vibrationsalarm oder auch das grelle Licht des Displays andere, die eine Veranstaltung ungestört besuchen wollen. Quelle: dpa
Smartphones und Handys haben an Tankstellen nichts zu suchenWährend die erste Regel noch nachvollziehbar ist, scheint diese Forderung auf den ersten Blick absurd. Tatsächlich wird sie nicht mit Pietät begründet, sondern ist schlicht und ergreifend eine Frage der Sicherheit. Wenn ein Handy herunterfällt und der Akku dabei herausspringt, ist es theoretisch denkbar, dass ein entstehender Funke Benzindämpfe entzündet, begründet der TÜV Nord. Ein solcher Fall sei allerdings bislang nicht bekannt. Quelle: dpa

Schritt 6: Verlorene Schäfchen

Mobilgeräte sind angesichts ihrer geringen Baugröße leicht zu verlieren oder zu verlegen. Auch Diebstähle kommen immer wieder vor. In der Praxis empfiehlt sich deshalb die Installation einer – kostenfrei erhältlichen – Applikation, die nach Geräteverlust sehr komfortabel die Ortung, Fernsperrung, Foto- und Videoaufzeichnung des Finders sowie gegebenenfalls auch die Fernlöschung vornimmt. Ehrlichen Findern ermöglicht dies eine bequeme Kontaktmöglichkeit; in anderen Fällen verbleiben zumindest keine sensiblen Daten auf dem Gerät.

Fünf Tipps, wie Sie Ihr Smartphone vor Schadsoftware schützen

Unabhängig von diesen einfachen Schritten muss klar sein, dass die notwendige Eigensicherung nur Widerstandszeit, aber keine vollständige Sicherheit schafft. Wer wirklich sensible und kritische Daten auf einem Mobilgerät verwalten muss – dies dürfte nur für sehr wenige Nutzer wirklich der Fall sein – sollte eher zu speziellen Lösungen wie dem Blackphone greifen, dessen Konfiguration und dahinterliegende Infrastruktur auf die Belange eines hohen Schutzbedarfs abgestimmt sind. Eine solche Lösung hat ihren Preis und richtet sich an sehr spezielle Nutzergruppen; herkömmliche Mobilgeräte großer Hersteller und Inverkehrbringer können und sollen dieses Segment nicht abdecken.

Zusammenfassend lässt sich praktisch sagen, dass bis zu 80 Prozent der bekannten Sicherheitsschwächen durch einige wenige Arbeitsschritte behoben werden können, in Einzelfällen sogar mehr. Dennoch empfiehlt sich stets die Zusammenarbeit mit Experten, um Geräte weiterhin regelmäßig auf Lücken und Schwächen testen zu lassen. Die Häufigkeit und Gründlichkeit solcher Tests bleibt entscheidend für den Erfolg bei der Gefahren- und Risikoabwehr.

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