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WhatsApp Wie es mit dem Messenger-Giganten weitergeht

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WhatsApp als zentrale Kommunikationsstelle

Mit WhatsApp haben die Gründer Jan Koum und Brian Acton die klassische SMS überflüssig gemacht. 2012 verschickten die Menschen weltweit mehr als 160 Millionen SMS pro Tag – drei Jahre später nur noch ein Viertel. Im Februar 2009 gründeten die beiden ehemaligen Yahoo-Mitarbeiter WhatsApp Inc. Einen vergleichbaren Nachrichtendienst gab es bis zu diesem Zeitpunkt nicht. Ausschließlich Instant-Messenger wie ICQ auf den Computern.

Das Motto der Gründer: keine Werbung, keine Spiele, kein Schnickschnack. "Wir betrachten WhatsApp als etwas Praktisches, was einfach zu nutzen bleiben soll. Was wir machen, ist nicht sexy", sagte Koum einst.

Zu diesem Zeitpunkt waren Smartphones weniger verbreitetet, weltweit wurden laut Statista im Jahr 2009 173 Millionen Smartphones verkauft. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es fast zehnmal so viele. Zum damaligen Zeitpunkt war das Risiko für die Gründer hoch, aufgrund der verhältnismäßig geringen Smartphone-Verbreitung mit ihrer Idee zu scheitern.

Wie Nutzer der Datenweitergabe widersprechen
WhatsApp Facebook Datenweitergabe widersprechen Quelle: AP
WhatsApp Freunde stummschalten Quelle: REUTERS
Whatsapp führt zukünftig Statistiken zum Chat-Verhalten Quelle: Screenshot
Logo von Whatsapp Quelle: dpa
Screenshot der whatsapp-Homepage Quelle: Screenshot
Screenshot Whatsapp Quelle: Screenshot
Handy mit Whatsapp-Symbol Quelle: dpa

Doch ihre Risikobereitschaft zahlte sich aus: Vier Jahre später hatte der Dienst weltweit 200 Millionen aktive Nutzer. Im April 2015 knackte WhatsApp die 800-Millionen-Marke – und wurde somit zum am rasantesten wachsenden Internetdienst der Welt. "WhatsApp ist es gelungen, eine kritische Masse an Nutzern zu erreichen, um sich das Monopol zu sichern", sagt Moussavi-Amin.

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    Facebook ist laut dem Experten die einzige Plattform, die eine ähnliche Erfolgsgeschichte wie WhatsApp geschrieben hat. Mit ihrem Start im Jahr 2004 machte sie fast alle anderen Netzwerke überflüssig: MySpace, Friendster, Studi- und SchülerVZ. Mit WhatsApp hat Facebook zumindest im Messenger-Bereich diesmal einen ernsthaften Konkurrenten.

    Kein Wunder also, dass Mark Zuckerberg das Start-up von Koum und Acton 2014 kaufte. "Die Übernahme stellt für WhatsApp langfristig eine Bedrohung dar", sagt Moussavi-Amin. "Die Frage ist doch, wie lange zwei Messenger nebeneinander existieren können." 800.000 Nutzer hat der Facebook-Messenger. Im Mai soll auch er die eine-Milliarde-Grenze knacken. Ob die beiden irgendwann fusionieren oder einer verschwindet – darüber mag der Experte keine Prognose abgeben. Das Online-Magazin "Heise" berichtet, dass Nutzer der WhatsApp-Beta-Version bereits eine Funktion entdeckt hätten, mit der sie Daten von Facebook und dem Messenger zusammenführen können.

    Neben der Bedrohung durch Facebook muss es WhatsApp gelingen, seine Nutzer auch mit seinem neuen Geschäftsmodell bei Laune zu halten. Viel hat Koum noch nicht über die geplante Umstrukturierung des Messengers verraten, es zeichnet sich aber ein Trend unter den Nachrichtendiensten ab. "Plausibel erscheint, dass Messenger-Dienste künftig ihren Funktionsumfang erweitern, etwa indem sie noch mehr Möglichkeiten zur nahtlosen Einbindung von Fotos und Videos bieten, sowie Angebote für Telefonie und Videoübertragungen in Real-Time", sagt Johannes Weicksel, Leiter des Bereichs Telekommunikation beim Branchenverband Bitkom.

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    Moussavi-Amin hält es sogar für möglich, dass sich WhatsApp zu einer zentralen Kommunikationsstelle auf dem Smartphone entwickeln wird. "So schön es auch ist, viele Apps zu haben – irgendwann verlieren Nutzer den Überblick." Er vermutet, dass WhatsApp einen Button in seine Anwendung integrieren wird, worüber die Nutzer auf verschiedene Tools zugreifen werden.

    Oberstes Gebot: Der User muss die Funktionen schnell und einfach nutzen können. "Auch wenn WhatsApp wegen seiner hohen Nutzerzahl in Zukunft nicht so enorme Wachstumsschübe vorlegen wird wie in der Vergangenheit, wird der Messenger weiter wachsen und seine Monopolstellung verteidigen", ist sich Moussavi-Amin sicher.

    Auch dann, wenn der Dienst offensichtlich weiß, welche Pläne der Nutzer für den Tag hat, was er frühstückt und wie seine Zukunftspläne aussehen.

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