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Begehrte Auszeichnung Das lange Warten auf den Nobelpreis

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Ruhig angehen lassen


Deshalb heißt es meist erst einmal: Ruhig angehen lassen, um später nichts bereuen zu müssen. Schließlich gab es in der Geschichte der Nobelpreise auch Vergaben, die heute nicht mehr unbedingt nachvollziehbar sind. Zum Beispiel die an den portugiesischen Neurologen Antonio Egas Moniz im Jahr 1949, der ein Verfahren entwickelt hatte, mit dem er psychisch Kranke heilen wollte. Der Eingriff veränderte ihre Persönlichkeit jedoch bisweilen drastisch, schreibt Heinrich Zankl in seinem 2005 erschienenen Buch „Nobelpreise“.

Ein anderes Beispiel: Der dänische Pathologe Grib Fibiger wurde für die Entdeckung eines krebserregenden Parasiten ausgezeichnet, die sich später als kompletter Irrtum erwies. „Mit den Jahren sind wir sehr vorsichtig geworden“, sagt Brink. „Man kann den Preis keiner theoretischen Entdeckung geben, die nicht belegt ist.“

Stephen Hawking wird wohl keinen Nobelpreis erhalten

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    Das gilt auch als ein Grund dafür, dass der berühmte Astrophysiker Stephen Hawking noch keinen Nobelpreis hat. „Er hat in der Theorie einige wichtige Entdeckungen gemacht, von denen wir alle glauben, dass sie richtig sind - aber wir müssen sicher sein, dass sie stimmen“, sagt Brink. Hawkings Theorien wie die, dass Schwarze Löcher unter bestimmten Umständen Energie verlieren, seien extrem schwierig zu überprüfen. „Das ist unglücklich, aber wir können nichts dagegen tun.“

    Forschung



    Für die drei wissenschaftlichen Nobelpreise, die in diesem Jahr zwischen dem 7. und 9. Oktober vergeben werden, sind regelmäßig 300 bis 400 Kandidaten nominiert. „Viele große Entdeckungen werden nicht prämiert. Man muss auch ein wenig Glück haben“, sagt Lidin.

    Ausgesprochenes Pech hatte in dieser Hinsicht der norwegische Meteorologe Vilhelm Bjerknes (1862-1951), der zwar mehr als 50 Mal für einen Nobelpreis nominiert wurde, ihn aber nie bekam, wie Zankl schreibt. Ähnlich oft sei der deutsche Physiker Friedrich Paschen (1865-1947) für den Preis vorgeschlagen worden - und immer leer ausgegangen.

    Besonders traurig ist aber die Geschichte des kanadischen Immunforschers Ralph Steinman. Er war drei Tage, bevor die Nobel-Jury ihn 2011 als Preisträger im Bereich Medizin verkündete, gestorben. Die Juroren erfuhren erst nach der Zuerkennung von seinem Tod - und verliehen erstmals seit 50 Jahren einen Nobelpreis posthum.

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