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Innovationspreis Die Finalisten im Überblick

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Klein, klug, billig

Technikchef Rolf Fensterle, Geschäftsführer Michael Paintner und Entwickler Eduard Gjabri (von links nach rechts) wollen schon Ende nächsten Jahres gut eine Million ihrer intelligenten Detektoren verkauft haben. Quelle: Deniz Saylan für WirtschaftsWoche

Ein neuer optischer Sensor macht Roboter und Werkzeugmaschinen produktiver – und lässt sich nicht mehr täuschen.

Das Gerät, kleiner als eine Zigarettenschachtel, wirkt völlig unscheinbar. Und dennoch bewirkt es Großes: Es erhöht die Zuverlässigkeit und Produktivität von Fertigungsanlagen auf drastische Weise – und das äußerst preiswert. Befestigt an Förderbändern, Maschinen und Decken, hilft es Robotern beim Greifen, signalisiert Düsen, wann Flaschen zum Einfüllen bereitstehen oder erkennt, ob ein Lkw richtig zum Beladen an der Rampe steht.

Das vielseitige Ding mit so überragenden Eigenschaften ist ein optischer Sensor mit einer neuartigen Technik, Photomischdetektor (PMD) genannt. Er misst über einen integrierten Chip die Zeit, die ein Laserstrahl vom Sensor zum Objekt und zurück braucht. Viel genauer und störungsfreier, als herkömmliche Lichtschranken das tun, die der PMD nach Überzeugung von Experten ablösen wird.

Entwickelt hat die smarte Technik die ifm electronic. Sie ist nur eine unter vielen Erfindungen des Essener Mittelständlers, der in manchen Jahren bis zu 14 Prozent seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert. Der PMD ist aber nach Ansicht der Juroren des Deutschen Innovationspreises besonders herausragend.

„Die Photomischdetektoren bringen ein neues Maß an Präzision, Zuverlässigkeit und Tempo“, lobt Jury-Mitglied Frank Mastiaux, Vorstandschef der EnBW Energie Baden-Württemberg. „Und dies zum Preis der alten Technik.“ Tatsächlich kosten die PMD mit knapp 140 Euro etwa gleich viel wie eine übliche Lichtschranke – sind jedoch ungleich leistungsfähiger:

n Sie lassen sich beim Berechnen des Abstands weder von glänzenden Oberflächen irritieren noch von verschiedenen Farben.

n Sie erfassen Kisten und Bauteile noch auf zwei Meter Entfernung. Lichtschranken schaffen einen halben Meter – bestenfalls.

n Und die Anwender können die PMD in fast jeder beliebigen Ausrichtung zum Objekt montieren.

Ebenso wie die Technik schätzen die Kunden aber laut Michael Paintner, Mitglied der ifm-Konzern-Geschäftsführung, die einfache Bedienbarkeit des Sensors: Er wird über zwei simple Tasten oder einen Drehring auf den Gegenstand eingestellt. „Das kann jeder Laie, ohne ein Handbuch aufschlagen zu müssen“, sagt er.

So viele Vorteile überzeugen. Seit der Markteinführung im vergangenen Jahr verkauften die Essener mehr als 10 000 Exemplare. Bis Ende nächsten Jahres sollen es schon mehr als eine Million sein.

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